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Kon-Tiki (2012) Film merken

Kon-Tiki Poster
 

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Filmhandlung und Hintergrund

Kon-Tiki: Abenteuerfilm über den norwegischen Forschungsreisenden Thor Heyerdahl, der 1947 mit seinem Floß Kon-Tiki den Pazifik überquerte.

Allen Warnungen zum Trotz unternimmt der norwegische Forscher und erfahrene Abenteurer Thor Heyerdahl mit einer fünfköpfigen Crew 1947 auf einem nach uralter südamerikanischer Tradition gebauten Holzfloß eine fast 8000 Kilometer lange Seereise von Peru ins Tuamotu-Archipel, um zu beweisen, dass Polynesien ursprünglich von Südamerika aus besiedelt wurde. Die entbehrungsreiche und gefährliche Seereise entwickelt sich zur Zerreißprobe und schließlich zum Triumph des menschlichen Willens über alle Widerstände und Gefahren.

Ende der 40er Jahre wagt der Wissenschafter Thor Heyerdahl die Pazifiküberquerung mit einem indianischen Holzfloß. Dramatische und bildgewaltige Kino-Rekonstruktion einer gefährlichen und aufsehenerregenden Entdeckerleistung.

Kritiken und Bewertungen

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    Der Anthropologe und Forscher Thor Heyerdahl überquerte 1947, zusammen mit fünf anderen Männern, in einem selbst zusammengebauten Floß den Pazifischen Ozean. Er untermauerte damit seine Theorie, dass die Besiedelung Polynesiens durchaus auch von Südamerika hätte stattfinden können. Mit dieser abenteuerlichen Expedition ging Heyerdahl in die Geschichte ein und ist seitdem nicht nur in seiner Heimat Norwegen ein Held. Bereits 1951 gewann die von Heyerdahl selbst gedrehte Dokumentation einen Oscar. Nun setzt ihm auch ein Spielfilm ein Denkmal. In europäischer Koproduktion entstand ein episches und mitreißendes Kino-Abenteuer voller Spannung und aufregender Bilder. Im Zentrum des Geschehens steht Heyerdahl, den Newcomer Pal Hagen intensiv und charismatisch verkörpert. Doch auch die Mitstreiter auf der gefährlichen und kräftezehrenden Mission vermitteln sich glaubhaft, sowohl mit ihren Schrullen und Eigenarten als auch mit ihren Schwächen und Ängsten, die immer wieder zu spannungsgeladenen Konfliktsituationen führen. Der Film lässt sich auf seine Figuren ein und findet, unterstützt von packender Musik, wunderbare Bildkompositionen für die Reise der Crew, aber auch für die Momente der Einsamkeit auf hoher See. Ein abenteuerliches und hervorragend umgesetztes Kino-Erlebnis und eine Verbeugung vor einer Legende.

    Jurybegründung:

    Schon als Kind war der Norweger Thor Heyerdahl (1914-2002) ein Freund waghalsiger Unternehmungen, was ihm beinahe das Leben gekostet hätte. Später lebt er für ein Jahr mit seiner Frau Liv fernab jeglicher Zivilisation auf Fatu Hiva, einer Insel der polynesischen Marquesas-Gruppe. Dort entwickelt er die Theorie, dass Polynesien von Osten her und nicht aus Asien besiedelt wurde. Nachdem er die Fachwelt nicht überzeugen kann, will er selbst den Beweis antreten und stürzt sich 1947 in ein Abenteuer, das alle bisherigen Wagnisse übersteigt: An Bord eines Floßes aus Holz sticht Heyerdahl, der nicht schwimmen kann, mit fünf Begleitern von der peruanischen Hafenstadt Callao aus in See. Ohne nautische Erfahrung und moderne Hilfsmittel (abgesehen von einem Funkgerät und einer Filmkamera) legen sie in 100 Tagen fast 8000 Meilen zurück - in steter Ungewissheit ihres Ziels und während sich das Floß unter ihren Füßen mit Wasser vollsaugt. In grandiosen Bildern schildert der Film ihre Reaktionen auf Gewitterstürme, ihre Begegnungen mit Walen, Haien, fliegenden und fluoreszierenden Fischen. Am Ende kommt in nachgestellten Schwarzweiß-Szenen aus Heyerdahls Originalfilm das besondere Fluidum dieser amateurhaften Unternehmung zum Ausdruck.

    Der Spielfilm von Joachim Rønning und Espen Sandberg über Thor Heyerdahls berühmte Reise von Peru nach Polynesien auf dem Floß Kon-Tiki behandelt ein Projekt zwischen Wissenschaft und Wahnwitz. Mit großer visueller Kraft, packenden Action-Szenen und hervorragenden Darstellern zeigt er das Unternehmen als episches Abenteuer und feiert die Leistung aller Beteiligten, ohne Ängste und Enttäuschungen zu verschweigen.

    Dabei bewegt er sich auf schmalen Grad, denn die aufwändige europäische Co-Produktion ist eine besondere Mischung aus Abenteuerfilm und Filmbiografie. Die dramatischen Geschehnisse wurden nicht von Drehbuchautoren erdacht, sondern haben tatsächlich stattgefunden. Obwohl Thor Heyerdahl mit seiner wagemutigen Reise seine Theorie der Besiedlung Polynesiens nicht beweisen konnte, begründete das Unternehmen seinen Ruf als Forscher und Praktiker der experimentellen Archäologie. Das Buch, das er über die Reise schrieb, wurde in 67 Sprachen übersetzt, und der Film, den er an Bord drehte, wurde 1952 mit dem Oscar als Bester Dokumentarfilm ausgezeichnet. Dadurch wurde Thor Heyerdahl weltweit einem breiten Publikum bekannt, das somit weiß, dass bei dem Abenteuer niemand zu Schaden kam.

    Es ist das große Verdienst von Rønnings und Sandbergs Film, dass er den historischen Ereignissen und den Charakteren treu bleibt und diese nur sehr moderat im Sinne einer modernen Spielfilmhandlung dramatisiert. Er orientiert sich in einzelnen Begebenheiten stark am Original-Dokumentarfilm. Doch während Heyerdahl selbst eher die Entspanntheit der Reise betont, legen Rønning und Sandberg mehr Gewicht auf die spektakulären Momente. Die Naturgewalten und die Begegnungen mit Haien und Walen erscheinen hier - in perfekter Computeranimation - wesentlich gefährlicher, und Konflikte der Besatzungsmitglieder untereinander bleiben nicht ausgespart.

    Dass diese sich aber in Grenzen halten, mag an dem großen Charisma Heyerdahls gelegen haben, der unerschütterlich an sein Projekt glaubte und aufkommende Zweifel zerstreute, aber auch daran, dass er die Crew mit Freunden und Weggefährten bestückte. Mit Erik Hesselberg war er seit Kindertagen befreundet, mit Knut Haugland und Torstein Raaby teilte er die Erfahrung des Widerstands im Zweiten Weltkrieg. Diese Erfahrung und das daraus resultierende Trauma werden im Film in der Person des Knut Haugland thematisiert, der nicht nur unter Seekrankheit, sondern auch unter seinen "Dämonen" leidet - bis er dem ins Meer gestürzten Herman Watzinger das Leben rettet. Watzinger ist als Zweifler angelegt, der als Ingenieur lieber modernen Materialien vertraut als überlieferten Konstruktionsprinzipien und deshalb Stahlseile an Bord schmuggelt. Dieser Darstellung wurde von seiner Familie energisch widersprochen und sie sorgte in Norwegen für große Diskussionen.

    Im Mittelpunkt steht Thor Heyerdahl selbst, im Film sensibel und charismatisch verkörpert von Pål Sverre Valheim Hagen. Er ist Forscher und Abenteurer zugleich, der in völliger Überzeugung von seiner Theorie hohe persönliche Risiken eingeht. Er lässt seine Familie zurück, bringt Freunde in Gefahr, setzt Geld und Leben aufs Spiel. Aber er ist auch ein früher Medienprofi: Er nimmt eine Filmkamera mit an Bord, und durch seine Funksprüche hält er das Interesse und den Geldfluss am Laufen. Durch den glücklichen Ausgang des Unternehmens und seine geschickte mediale Vermarktung wurde Thor Heyerdahl zum norwegischen Nationalhelden und rückte für das kleine Land, das damals gerade mal 3,5 Millionen Einwohner hatte und noch schwer von den Erfahrungen und Folgen des Zweiten Weltkriegs gezeichnet war, in eine Reihe mit den großen Forschern und Entdeckern Fridtjof Nansen und Roald Amundsen, die in der Zeit der Staatsgründung 1905 wesentlich zur Bestätigung der nationalen Identität beigetragen hatten.

    Es ist schön, dass man am Ende des Films zu schwarz-weiß-Bildern vom weiteren Werdegang der Expeditionsteilnehmer erfährt. Dass es sich dabei nicht um Aufnahmen aus dem Dokumentarfilm, sondern um nachgedrehtes Material handelt, ist dadurch gerechtfertigt, dass diese Filmaufnahmen den Spielfilm als wichtiges gestalterisches Element durchziehen und die Zuschauer, die über 100 Minuten die Schauspieler in ihren Rollen begleitet haben, eher irritiert wären, am Ende "andere" Personen zu sehen. KON-TIKI, der Spielfilm von Joachim Rønning und Espen Sandberg, ist bestens geeignet, einem heutigen Publikum die Entdeckerpersönlichkeiten nahe zu bringen und Fragen nach dem Sinn und den Risiken von Expeditionen und Rekordversuchen zu erörtern.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Thor Heyerdahls 8.000 Kilometer lange Floßfahrt auf dem Pazifik war 1947 ein weltweit beachtetes Ereignis. Für seinen auf der Reise gedrehten Dokumentarfilm "Kon-Tiki" bekam der Norweger 1951 den Oscar. Mit dem gleichnamigen, bislang aufwändigsten norwegischen Spielfilm erhält das Abenteuer nun eine weitere angemessene Würdigung. Die Regisseure Joachim Rønning und Espen Sandberg ("Bandidas", "Max Manus") tauchen hoch spannend und mit großer Authentizität in das Geschehen ein.

    Bevor die Kon-Tiki Peru verlässt, hat der Film die vielen Hürden gezeigt, die ihr Erbauer überwinden musste. Man hat gesehen, wie die These des Naturforschers und Anthropologen Heyerdahl zehn Jahre zuvor ihren Anfang nahm. Dann erlebt man mit, wie er 1946 in Brooklyn keinen Verlag für seine wissenschaftliche Arbeit findet. Und auch damit scheitert, ein Magazin als Sponsor der Floßfahrt zu gewinnen. Man sieht, wie er seine Ehe aufs Spiel setzt, um seinen Traum doch noch wahr werden zu lassen. Da sympathisiert man längst mit dem Draufgänger und seiner fixen Idee. Was kümmert es ihn schon, dass er gar nicht schwimmen kann?

    Mit seiner Abenteuerlust steckt Heyerdahl fünf Mitstreiter an, die kaum wissen, worauf sie sich einlassen: zwei Funker, die ihre Kriegserlebnisse vergessen wollen, einen Schweden mit Filmkenntnissen, seinen Freund aus Kindertagen und einen erlebnishungrigen Ingenieur. Auf dem engen Floß, das sich kaum steuern lässt, merken sie schnell, wie sehr sie den Naturgewalten ausgeliefert sind. Actionreiche Momente und äußere Ruhe summieren sich dramatisch. Im Vergleich mit Ang Lees "Life of Pi" zeigt der ungekünstelte Realismus der Norweger seine ganze Stärke.

    Die Dreharbeiten fanden auf dem offenen Meer statt, ein Sturm wurde in einem Wassertank inszeniert. Den Fischen sieht man nicht an, dass sie computeranimierte Modelle sind. Nachgestellte Dokuaufnahmen verstärken den authentischen Eindruck zusätzlich. Einmal fährt die Kamera vom Floß hinauf in den Sternenhimmel und über den Planeten hinaus ins All. Wenn sie zum Ausgangspunkt zurückkehrt, kennt man den grandiosen Film, der sich in den Köpfen der Mannschaft abgespielt haben muss.

    Fazit: Der norwegische Film "Kon-Tiki" lässt die Zuschauer Thor Heyerdahls Pazifik-Floßfahrt aus dem Jahr 1947 hautnah miterleben, indem er Drama und Realismus optimal austariert.
  • Herrlich fotografierter, stilsicherer Abenteuerfilm über den Forschungsreisenden und Visionär Thor Heyerdahl, der mit seinem Titel gebenden Floß den Pazifik überquerte.

    Er ist neben dem französischen Ozeanologen Jacques-Yves Cousteau vielleicht der letzte große Abenteurer des 20. Jahrhunderts: Thor Heyerdahl (1914 – 2002). Der norwegische Forscher, Praktiker der experimentellen Archäologie, überquerte 1947 mit einem selbstgebauten Balsaholzfloß den Pazifik. 101 Tage waren er und seine fünfköpfige Crew unterwegs, von Peru aus machten sie sich westwärts zum fast 8000 Kilometer entfernten Tuamotu-Archipel auf, nur die Kräfte des Humboldtstroms und die Passatwinde nutzend. So wollte er beweisen, dass Polynesien vor 1500 Jahren – auf einem baugleichen Wasserfahrzeug – zuerst von Südamerika aus besiedelt wurde.

    Ein spannender Stoff, den der britische Produzent Jeremy Thomas (“Der letzte Kaiser”) schon vor 15 Jahren als US-Big-Budget-Movie umsetzen wollte. Nun endlich konnte er das Projekt als skandinavische Koproduktion – mit der deutschen DCM Filmproduktion als Partner – realisieren. Mit Produktionskosten von rund 13 Millionen Euro entstand unter der Regie von Espen Sandberg und Joachim Rønning – sie verantworteten den norwegischen Kassenhit “Max Manus” – das Hochseedrama “Kon-Tiki”, das jene Schlüsselmomente im Leben des Visionärs beleuchtet, die dieser bereits in seinem in 67 Sprachen übersetzten Bestseller über die Expedition und seiner Oscar-prämierten Dokumentation von 1950 thematisierte.

    Als Kind lernt man Thor kennen. Mutig springt er auf eine Eisscholle, fällt ins Wasser, wird in letzter Minute gerettet. Ein Trauma, das vielleicht erklärt, warum er nie Schwimmen lernte. Dann sieht man den Ethnologen Heyerdahl (gut besetzt: Pål Sverre Hagen) mit seiner Frau auf Fatu Hiva, einer Insel der Marquesas-Gruppe, wo er seine Besiedlungstheorie entwickelte und kurz darauf sitzt er schon in einer Bar in New York, wo er im von der Liebe enttäuschten Kriegsheimkehrer, Ingenieur und Kühlschrankvertreter Hermann Watzinger (Anders Baasmo Christiansen) den Mann findet, der vorbehaltlos bereit ist, mit ihm in See zu stechen.

    Routiniert, elegant und flüssig spulen die Regisseure ihre Plotpoints ab. Schöne Schauplätze – gedreht wurde unter anderem in Thailand, Malta und auf den Malediven -, stimmige Retro-Dekors und glaubwürdige Darsteller, die mit zunehmender Filmdauer immer mehr zotteligen Wikingern gleichen. Bald ist die Handlung in der Hafenstadt Callao angekommen, hier wird der Rest der Mannschaft rekrutiert, im letzten Moment ein Geldgeber für die Reise gefunden. Ist das Floß dann auf hoher See, verlangsamt sich das Tempo. Monotoner Alltag, Streit, Verzweiflung, Hoffnung. Der Kampf mit den Naturgewalten, (bestens CGI-animierte) Haiattacken und Wale, die unter dem Floß durchtauchen. Endlose Weite, strahlende, wunderbar komponierte Bilder (Kamera: Geir Hartly Andreassen). Eine manchmal verzagte Mannschaft, ein sich seiner Sache immer sicherer Anführer: der charismatische Heyerdahl, der die Familie seinen Träumen opfert. Waterworld pur – hier Fakt nicht Fiktion. geh.

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