Die Kommune (2015)

Originaltitel: Kollektivet
Die Kommune Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Die Kommune: Vinterbergs Verfilmung seines eigenen Theaterstückes, über das Chaos in einer vermeintlichen Muster-WG.

Dänemark, 1970er Jahre: Als Erik (Ulrich Thomsen) eine schicke Villa in Kopenhagen erbt, beschließt er zusammen mit seiner Ehefrau Anna (Trine Dyrholm) sein bürgerliches Familienleben hinter sich zu lassen, und gründet eine Kommune. Bald versammelt sich eine kunterbunte Gruppe von Frauen, Männern und Kindern in ihrem Haus. Der Alltag der schrägen Gemeinschaft ist geprägt von Freundschaft, Liebe und entspanntem Laissez-faire. Doch als Erik sich in die hübsche Studentin Emma (Helene Reingaard Neumann) verliebt und sie ins Haus aufnimmt, droht die von harmonischem Miteinander geprägte Stimmung zu kippen. Der Konflikt zwischen den persönlichen Bedürfnissen und dem übergeordneten Idealismus wird zur Zerreißprobe für die frisch gegründete Gemeinschaft. Gleichzeitig versucht die Tochter des Ehepaares, die 14-jährige Freja (Martha Sofie Wallstrøm Hansen), trotz dem ganzen Beziehungschaos durch das idealistische Experiment, ihre eigene Sicht auf die Welt zu entwickeln. Der dänische Regisseur Thomas Vinterberg wurde durch seine minimalistischen Dramen, wie „Das Fest“ oder den Thriller „Die Jagd“ bekannt. In seiner Gesellschaftskomödie beschreibt er den Alltag in einer Kommune, wobei er seine eigenen Kindheitserlebnissen verarbeitet. Dabei thematisiert er die Gefahren und Glücksmomente, die zu offenen Beziehungen gehören. Der Film wurde auf der 66. Berlinale 2016 gezeigt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Heiter-melancholischer Blick auf eine Kommune von Dänemarks Autorenfilmer Thomas Vinterberg.

    In seinem neuen Film stellt der dänische Filmemacher Thomas Vinterberg abermals unter Beweis, dass er zu den Institutionen des europäischen Arthouse-Kinos gehört. Wie schon bei seinem gefeierten “Das Fest” wirft er in “Die Kommune” einen messerscharfen und entlarvenden Blick auf eine dysfunktionale Familie unter deren heilen Oberfläche das Unheil lauert. Allerdings handelt es sich dieses Mal um eine Patchwork-Familie, die aus mehreren Erwachsenen und zwei Kindern besteht, die im Kopenhagen der Siebzigerjahre in einem riesigen Haus eine späte Kommune gründen. Das Haus ist das Erbe, das Eriks Vater dem Architekturstudenten, seiner Frau Anna und ihrer 14-jährigen Tochter Freja hinterlässt. Erik will die Villa, an die er keine guten Erinnerungen hat, zunächst verkaufen, doch Anna und Freja überzeugen ihn, einzuziehen. Da allein die Heizkosten für das riesige Anwesen die finanziellen Möglichkeiten der dreiköpfigen Familie sprengen, müssen Mitbewohner her. Schnell finden sich im engen und weiteren Bekanntenkreis die anderen Kommunarden. Nach anfänglichem Hoch- und Gemeinschaftsgefühl beginnen sich Risse zu bilden, als Erik eine Affäre mit seiner 24-jährigen Studentin Emma beginnt.

    Bis dahin dominieren in “Die Kommune” die heiteren Töne und auch danach darf gelacht werden, allerdings eher aus Ungläubigkeit. Fast schon fassungslos sieht man Erik zu, wie er seiner Frau die Affäre entspannt gesteht und Anna die Nachricht fast ebenso entspannt empfängt. Die skurrile Situation gipfelt darin, dass die Geliebte Emma einfach mit in die Kommune zieht. Doch bevor der Film Gefahr läuft ins Absurde oder gar Lächerliche abzugleiten, wechselt Vinterberg den Ton und zeigt, dass die gute Miene zum bösen Spiel nichts weiter als Fassade ist. Schlicht meisterhaft ist Trine Dyrholm als Frau in den Spätvierzigern, deren Welt auseinander bricht, und das Unabwendbare nicht akzeptieren will. Wie diese Frau langsam, aber umso eindringlicher zerbricht, ist ganz große Schauspielkunst. Dyrholm empfiehlt sich damit unbedingt für einen Bären. Doch auch der restliche Cast ist durch die Bank herausragend, allen voran Ulrich Thomsen als gescheitertes Familienoberhaupt Erik.

    Vinterberg verfilmte mit “Die Kommune” sein eigenes Theaterstück. Dennoch wirkt der Film nie theaterhaft. Er ist auch weit weniger zynisch als seine brutale Abrechnung in “Das Fest”. Zutiefst menschlich und ehrlich ist sein Blick, den als eine Art Alter Ego des Regisseurs – “Die Kommune” basiert lose auf autobiografischen Erlebnissen Vinterbergs – Tochter Freja einnimmt. So wenig sie spricht desto genauer beobachtet sie das groteske Lebensspiel der Erwachsenen, die sich ständig selbst belügen. Dennoch verurteilt Vinterberg seine Figuren nicht. Auch Erwachsene sind nur Menschen auf der Suche nach ihrem Glück. Zudem durchzieht den Film eine warme Nostalgie. Weniger eine Nostalgie nach einer Zeit, in der auch nicht alles perfekt war, sondern nach einem Gefühl der Freiheit, der Suche nach Liebe und der Jugend. mahe.

Darsteller und Crew

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