Kohlhaas oder Die Verhältnismäßigkeit der Mittel (2012)

Kohlhaas oder Die Verhältnismäßigkeit der Mittel Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Kohlhaas oder Die Verhältnismäßigkeit der Mittel: Ein Film über die schwierige Produktion einer Verfilmung von Heinrich von Kleists Novelle "Michael Kohlhaas".

Jungfilmer Lehmann hat mit seinem Team gerade den ersten Drehtag für sein ambitioniertes Historienepos “Kohlhaas” absolviert, da ereilt ihn die Hiobsbotschaft, dass alle Fördergelder gestrichen wurden. Ohne finanzielle Mittel bleibt dem wild Entschlossenen nur ein treues Rumpfteam, um in der fränkischen Provinzgemeinde Speckbrodi mit Hilfe der dortigen Bevölkerung seine Vision auf die Beine zu stellen. Rasch zerstreiten sich alle Beteiligten, während das Unternehmen im Chaos versinkt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Realsatire, Reise in den Wahn, Ode an die Fantasie: Ein Filmteam dreht “Kohlhaas” und scheitert tragikomisch.

    Einen Monat, bevor Mads Mikkelsen in “Michael Kohlhaas” für sein Recht kämpft, kommt HFF-Absolvent Aron Lehmanns 2012 auf dem Filmfest München uraufgeführtes (Nominierung für beste Regie) und 2013 mit dem Publikumspreis des Max-Ophüls-Festivals ausgezeichnetes Spielfilmdebüt ins Kino. Statt Heinrich von Kleists Schullektüren-Novelle klassisch zu adaptieren, macht Lehmann aus der Budgetnot eine Tugend und reflektiert mit einer Mischung aus “Living in Oblivion” und “Lost in La Mancha” so realsatirisch wie tragikomisch die Tücken der (teutonischen) Filmfinanzierung.

    Er zeigt ein Filmteam im Provinznest Speckbrodi, das als Kulisse für ein Historienepos dient. Gleich am ersten Drehtag erreicht den entgeisterten Nachwuchsregisseur Lehmann (ausdrucksstark: Michael Gwisdeks vielbeschäftigter Sohn Robert) die Hiobsbotschaft: Die Fördergelder sind gestrichen, er und die Reste seines ratlosen Filmteams stehen auf dem Acker. Lehmann aber will nicht aufgeben. Mag man ihm auch seine Rüstung nehmen, als Ritter von der traurigen Gestalt kämpft er verbissen für seine Vision. Es folgt Apocalypse Now in der fränkischen Pampa inklusive Reise in den Wahnsinn.

    Sein Hauptdarsteller (Tatort-Pathologe Jan Messutat) muss statt einem Pferd nun einen obstinaten 900-Kilo-Ochsen reiten, der Bürgermeister mit Schauspielambitionen sichert die Unterstützung der gesamten Gemeinde zu. Doch Idealismus und Improvisation haben ihre Grenzen genauso wie das Kunstverständnis der Provinzbewohner. Das Chaosprojekt entwickelt sich zum Alptraum, der jedermanns Nerven bloßlegt und viel Streit vom Zaun bricht. Derweil verschwimmen die Grenzen zwischen Fiktion und Realität, zwischen Kunst und Dilettantismus.

    Clever verstrickt Aron Lehmann Ausschnitte aus dem Film-im-Film mit Handkameraaufnahmen von Set, variiert zwischen poetischen Impressionen und Schreitiraden der überzeugend echten, hochemotional agierenden Darstellerriege. Auf beiden Ebenen münden die Konflikte in einen Krieg, wobei Lehmanns alter ego mehr tragisch als komisch, aber immer treffend satirisch, tief fällt. Lehmann liefert eine hintersinnige Allegorie mit Seitenhieben aufs Filmbiz, die gleichzeitig als eine Hommage an die Vorstellungskraft eine Lanze für die künstlerische Freiheit bricht.

    tk.

Darsteller und Crew

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