König von Deutschland (2013)

König von Deutschland Poster
Nicht mehr im Kino.
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  1. Ø 2.5

Filmhandlung und Hintergrund

König von Deutschland: Hintersinnige Komödie mit Olli Dittrich als durchschnittlichstem Menschen Deutschlands, der zum Orakel für eine Marketingfirma wird. Von Helmut Dietls Sohn David.

Thomas ist in der Midlife-Crisis und hat gerade seinen Job verloren. Ein durchschnittlicher Mensch mit stinklangweiliger Ehe, aufmüpfigen Teenie-Sohn und Traum vom Eigenheim. Der richtige Mann fürs deutsche Marketing. Bald gibt der Naivling Antworten über Biermarke, Lieblingsmusik, Krawattenfarbe bis hin zum Lieblingspolitiker. Was er nicht weiß, er steht unter totaler Überwachung. Es dauert lange, bis er herausfindet, wie er benutzt wird. Spät, aber nicht zu spät befreit er sich aus der Durchschnittlichkeit.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Olli Dittrich ist famos als durchschnittlichster Mensch Deutschlands, kann den Film aber leider selbst nicht vor allzu gefälligem Mittelmaß retten.
  • Satire über den durchschnittlichsten Menschen Deutschlands, der zum Orakel für eine Marketingfirma wird.

    Thomas guckt am liebsten Fußball und vier Stunden täglich in die Glotze, liest 37 Minuten und unterhält sich 15 Minuten mit der Ehefrau. Zum Höhepunkt braucht er knappe sieben Minuten. Ein wertvolles Objekt für das Marketing. Die Demoskopie für Wirtschaft, Werbung und Politik braucht einen Bürger, der hundertprozentig dem Durchschnitt entspricht. Ein Thema, das David Dietl interessierte. Der gewünschte Proband ist dieser Thomas, der eine stinknormale Ehe mit Frau Sabine führt und sich mit seinem pubertierenden Sohn streitet, ein Eigenheim plant und davon träumt, bei der Rateschau “König von Deutschland” mitzumachen. Als er seinen Job verliert, bricht seine wohlgeordnete Welt zusammen. Doch wie ein Engel bietet ihm ein smarter Marketingmanager eine neue Tätigkeit an. Bald gibt der Naivling Antwort über seine Biermarke, Lieblingsmusik, Krawattenfarbe bis hin zum Lieblingspolitiker, er ist unersetzlich für die Werbung, egal für was. Was er nicht weiß, seine Wohnung ist mit heimlichen Kameras ausgerüstet und total durchwanzt. Totale Überwachung. Spät, aber nicht zu spät, befreit er sich aus der Durchschnittlichkeit.

    In vielen kleinen Dingen des Normalos kann sich der Zuschauer wiederfinden, akribisch gesammelte Daten und Statistiken bilden die Basis für diese Satire. Dietls dffb-Abschlussfilm bildet eine Branche ab, die nichts dem Zufall überlässt, wo nicht das Individuum, sondern die Masse zählt, feinste Messmethoden Bedürfnisse herausfinden und lenken. Der maliziöse Film, der trotz absurder surrealer Momente auch etwas bösartiger hätte sein können, arbeitet mit stilisierter Bildsprache und bunten Farben, ordnet den Personen ihr eigenes Universum zu. So wurde die Teeniewelt von Sohnemann und Freundin mit der Handkamera gedreht als Symbol für die (geistige) Beweglichkeit der jungen Leute, das Ehepaar wird oft getrennt in Szene gesetzt, um die emotionale Distanz zwischen ihnen zu unterstreichen, das Marketinginstitut wirkt wie eine kalte Trutzburg und wenn sich Thomas der verehrten Kollegin unter einer alten Eiche nähert, dominieren warme Töne. Die Kombination von Olli Dittrich als graue Maus und Veronica Ferres als gelangweilte Hausfrau mit Lust am Seitensprung funktioniert, die richtige charmant-diabolische Note bringt Wanja Mues als Marketingchef ein. mk.
  • Olli Dittrich ist sehr gut darin, sich in die Archetypen des Alltags hineinzuversetzen, denen wir immer wieder, wenn auch vielleicht nicht immer gerne, begegnen. Wenn er in der Wurstbude als Dittsche das Leben kommentiert oder in seinem mitternächtlichen "Frühstücksfernsehen" den Habitus der dauerlächelnden Gutelaune-Moderatoren übernimmt: Dann ist er in seinem Element. Hier kann er seine Fähigkeit der persiflierenden Mimikry voll ausleben.

    Von diesen darstellerischen Möglichkeiten und Fertigkeiten lebt auch David Dietls "Der König von Deutschland" – wer außer Dittrich könnte den deutschen Durchschnittsmenschen geben, die Schnittlinie aller statistischen Mittellinien. Sein Thomas Müller ist der typische Kleinbürger, halb spießig, halb verliebt in eine Kollegin, lange verheiratet, mit Sohn, schütteres Haar, Schmerbauch, Vorliebe für Schnitzel und samstägliches Autowaschen. Dittrich legt die Rolle halb als ernsthaftes Porträt, halb als Parodie an, eine Gratwanderung, die ihm zum allergrößten Teil gelingt.

    Doch voll ausleben kann er seine Rolle nicht. Immer hat man das Gefühl von inszenatorischer Führung, die Dittrichs Fähigkeit der Improvisation aus seiner Rolle heraus Grenzen setzt: Denn Dietl will offenbar eine satirische Aussage treffen in seinem Film, neben der Comedyschiene, die auch immer wieder bedient wird – etwa durch das Autoschild NO-RM 0815… So wird Dittrichs Otto Normalverbraucher von einer Firma für Industriedienstleistungen angeheuert, an ihm soll die marketingtechnische Zukunft von Alltagswaren, Luxusgütern und politischen Parteien hängen.

    Mit klaren, scharfen Stichen trifft "Der König von Deutschland" die durchnormierte PR-Welt, in der alles auf Statistik, Umfragen und Normalverteilung beruht, in der sich politische Wendehälse nach den neuesten Sonntagsfragen richten und das Mittelmaß als höchstes Gut im Absatzmarkt gilt. Allein: Der Film trifft zwar, aber er trifft keine Breitseite. Ja: Er scheint gar nicht das ganze Ziel im Fadenkreuz zu haben, zu enggeführt sind die Attacken, die er reitet, zu oberflächlich die Aufklärung.

    Die banalen Durchschnittsideen des banalen Durchschnittsbürgers Thomas Müller werden als Prophezeiungen gehandelt – doch einerseits: Würde der zweitdurchschnittlichste Bürger Deutschlands dasselbe denken wie der erstdurchschnittliche? Und andererseits: Ist die Alternative, die der Film aufzeigt, wirklich eine – der Sohn nämlich, der in jugendlicher Aufwallung Protestsongs einspielt, oder die Arbeitskollegin, Müllers love object, die zur freizeitlichen Entspannung fallschirmspringt und als Entwicklungshelferin in die Mongolei zieht: Sind das nicht auch die reinen Durchschnittsfantasien der Durchschnittsalternativen?

    Der Film schwelgt in durchschnittlichen Bildern über durchschnittliche Bürgern in einer, man muss es so sagen, durchschnittlichen Handlung. Die klugen Ansätze, Dittrichs klug angelegte Performance: Sie werden nicht im Vollen ausgeschöpft; es wäre definitv mehr drin gewesen in diesem Film, der unterhaltsam ist, aber auf eine mittelmäßige Weise. Zu mittelmäßig jedenfalls für das selbstauferlegte Thema, für das selbstgesteckte Ziel.

    Fazit: David Dietl schildert in "König von Deutschland" den durchschnittlichsten Bürger in diesem unserem Lande – leider in einer allzu durchschnittlichen Inszenierung mit allzu durchschnittlichen Bildern und allzu durchschnittlichen Handlungsideen.
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Darsteller und Crew

News und Stories

  • "König von Deutschland"-Trailer: Olli Dittrich mutiert zum König

    "Das alles und noch viel mehr, würd ich machen, wenn ich König von Deutschland wär". Diese Liedzeile von Rio Reiser stand im Prinzip Pate für den neuen Film von David Dietl. Im ersten Trailer sehen wir wie Olli Dittrich langsam zum König wird.

  • Olli Dittrich wird zum "König von Deutschland"

    In Kürze beginnen die Dreharbeiten für die Kinokomödie “König von Deutschland” mit Olli Dittrich (“Dittsche”) in der Hauptrolle. In weiteren Rollen sind Veronica Ferres, Wanja Mues, Katrin Bauerfeind, Jonas Nay und Jella Haase zu sehen. Regisseur und Drehbuchautor David Dietl (“Auf Nummer sicher?”) inszeniert die Geschichte über einen durchschnittlichen Mann namens Thomas Müller, der ein ganz normales und durchschnittliches...

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