Kleine wahre Lügen (2010)

Originaltitel: Les petits mouchoirs
Kleine wahre Lügen Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (1)
  1. Ø 5
Kritikerwertung (1)
  1. Ø 3.5

Filmhandlung und Hintergrund

Kleine wahre Lügen: Sommerliche Tragikomödie um eine Gruppe von Freunden, deren Beziehungen und Lebensentwürfe während der Ferien am Meer einem Stresstest unterworfen werden.

Eine Clique von Freunden Ende 30 macht mit ihren Frauen in Cap Ferrat Urlaub – mit ein bisschen schlechtem Gewissen, denn ein Freund liegt gerade im Krankenhaus. Doch alsbald lassen sie es krachen beim Feiern im Haus eines reichen Freundes. Dabei gibt es auch Reibereien. So sind die Herren eifersüchtig aufeinander, sei es ob des beruflichen Erfolgs oder der Frauen. Der brave Familienvater Vincent kämpft mit seinen homosexuellen Neigungen, die sexuell hungrige Marie will nicht treu sein.

Videos und Bilder

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • In seiner dritten Regiearbeit begibt sich Schauspieler Guillaume Canet auf Claude Sautets Spuren, indem er mit seinem tragikomischen Ensemblestück Themen wie Freundschaft, Midlife-Krisen, Tod, Lebenslügen, fatale Routine und unerfüllte Liebe seziert. Ein jährlicher Sommerurlaub unter Freunden lässt verdrängte Probleme und unterschwellige Konflikte zu Tage treten, denen sich die Protagonisten allmählich stellen müssen. So versucht die bisexuelle Marie einer langfristigen Liaison bewusst aus dem Weg zu gehen, um jede feste Bindung zu vermeiden. Als ihr aktueller Geliebter unerwartet im idyllischen Feriendomizil am Meer auftaucht, wird er allmählich von der Gruppe akzeptiert, doch die spröde Ethnologin geht zu dem Musiker recht deutlich auf Distanz.

    So sorgen die Eigenarten und Macken der Charaktere dafür, dass die sommerliche Zusammenkunft keineswegs entspannt verläuft. In Sachen Urlaubsflirts lässt der wenig erfolgreiche Schauspieler Eric nichts anbrennen. Dagegen jammert der sensible Antoine unablässig seiner Verflossenen hinter her und stört die Freunde mit steten Bitten um Verhaltensratschläge, die dann doch ignoriert. Nachdem Vincent seinem Freund und Gastgeber Max Cantaras während eines gemeinsamen Abendessens seine heimliche Liebe gesteht, um gleichzeitig homosexuelle Neigungen sofort von sich zu weisen, regieren zwischen beiden fortan unausgesprochene Dissonanzen. In Folge gebärdet sich Max als reines Nervenbündel, der bei jeder Kleinigkeit in die Luft geht.

    Canet verfolgt diese Handlungsstränge abwechselnd, wobei sich etwa Max’ Jagd nach scheinbaren Nagern im Strandhaus zum Running Gag entwickelt. Doch jenseits aller Neurosen und Psychosen der Charaktere überdeckt die Abwesenheit ihres Freundes Ludo, der in der langen, weitgehend ungeschnittenen Eröffnungssequenz nach durchzechter Nacht einen schweren Unfall erleidet, die unbeschwerte Freizeitatmosphäre. Besonders für französische Zuschauer dürfte der Prolog wie ein Schock wirken, da Canet die eigentlich kleine Rolle mit Starkomiker Jean Dujardin besetzt - ansonsten eher bekannt für schräge Komödien wie die „OSS 117“-Agentenparodien.

    Bei den weiblichen Parts räumt Canets klug beobachtete, sensible Urlaubschronik nur seiner Lebensgefährtin Marion Cotillard größeren Raum ein, während die mit weniger bekannten Darstellerinnen besetzten Frauenfiguren zunächst etwas blass bleiben. Durch die Überlänge von 157 Minuten gewinnen deren Charaktere dann doch langsam an Kontur, aber hierbei handelt es sich schon um die zweite Schwäche des überlangen Ensemblestücks. Manche Straffung wäre durchaus angebracht gewesen, damit die Spannungsbogen im letzten Drittel nicht gelegentlich durchhängt.

    Zwar gelang dem international erfolgreichen Akteur Guillaume Canet („The Beach“, „Last Night“) mit „Kleine wahre Lügen“ seinen dritten Regiehit in Folge. Samt entfernter Szenen hätte auch der ohnehin schon überlange Vorgänger „Kein Sterbenswort“ etwa die gleiche Laufzeit wie das aktuelle Werk erreicht. So glückt dieses Mal die Balance aus komischen, tragischen und emotionalen Szenen nicht in allen Momenten. Doch Canet erweist sich als talentierter Filmemacher mit einem genauen Blick auf menschliche Schwächen, Widersprüche und ihre Kommunikationsunfähigkeit, der trotz aller komischer Verwicklungen die Brüchigkeit menschlicher Existenz unterstreicht.

    Fazit: Frankreichs prominent besetzter Tophit 2010 um einen keineswegs harmonischen Sommerurlaub unter Freunden kommt nicht ohne Längen aus.
  • Sommerliche Tragikomödie um eine Gruppe von Freunden, deren Beziehungen, Sicherheiten und Lebensentwürfe während der Ferien am Meer einem Stresstest unterworfen werden.

    Sehr persönlich, aber nicht autobiografisch bezeichnet Guillaume Canet seinen dritten Film nach “Mon idole” und “Ne le dis à personne”. Er versucht ein Stück Zeitgeist einzufangen, von typischen Franzosen Ende dreißig, die gerne im Rudel ihre Ferien verbringen. Die Protagonisten fahren mit schlechtem Gewissen zum Cap Ferret in die Bucht von Arcachon, während einer aus der Clique nach einem Unfall im Hospital vor sich hin dämmert. Haben sie überhaupt das Recht sich zu amüsieren? So richtig wissen sie es nicht, lassen es aber trotzdem im Haus eines reichen Kumpels mit Macho-Allüren krachen. Es sind unsensible Typen, die sich da zusammen getan haben und für den Bauchnabel der Welt halten, begleitet von Frauen mit Hornhaut auf der Seele. Man will sich amüsieren, gut essen und trinken, Wasserskifahren und ein bisschen amour kann nicht schaden, auch wenn jeder im emotionalen Intrigennetz dem anderen etwas vorlügt.

    Zwischen Lachen und Weinen führt Cantet durch Höhen und Tiefen des Alltags, zwischen Liebe und Freundschaft, Geld und Bohème, kleinen Krisen und großen Offenbarungen und konfrontiert letztendlich mit dem Tod. Weniger tiefgründig als Lawrence Kasdans “Der große Frust” von 1984 und weniger bissig als Kenneth Branaghs “Peter’s Friends” aus dem Jahre 1992 entwirft der Schauspieler und Regisseur das Porträt einer Generation des schönen Scheins. Ambitioniert will er jedem Charakter gerecht werden und landet beim hastigen Figurenhopping. Wirklich interessant sind nur Marion Cotillard mit großem sexuellen Appetit und Benoît Magimel als braver Familienvater mit homosexuellen Neigungen. Der männliche Rest erschöpft sich in Klischees wie dem dummen Emporkömmling, den gutherzigen Austernzüchter oder den netten Spießer, Frauen fungieren als hübsche Dekoration.

    Franzosen lieben Filme über “Buddies” und über “Ferien”, wenn beides zusammenkommt, ist es schon sehr französisch, sprich wortverliebt. Am Ende des zweieinhalbstündigen Epos regieren Pathos und Moral, dürfen die Tränen kullern und die Taschentücher gezückt werden. Nach diesem Blick auf das Frankreich unter Sarkozy mit etwas Bling Bling (der Präsident ist Stammgast am Cap Ferret) ist man gewarnt: lieber allein auf einer einsamen Insel als mit einer Freundeshorde auf der schicken Halbinsel. mk.

Darsteller und Crew

News und Stories

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