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Kirschblüten - Hanami (2007)

Kirschblüten - Hanami Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Kirschblüten - Hanami: Emotionales Drama über einen Mann, der den Traum seiner verstorbenen Frau ausleben möchte.

Als der Arzt Trudi (Hannelore Elsner) anvertraut, ihr Mann Rudi (Elmar Wepper) habe Krebs im Endstadium, trifft sie eine einsame Entscheidung. Sie beschließt, die schwere Erkrankung geheim zu halten und folgt dem Rat des Doktors: Eine letzte gemeinsame Unternehmung, die sie bislang nie realisierten. Doch als sie ihre Kinder und Enkel in Berlin besuchen, sind diese mit sich selbst beschäftigt. Beide fahren weiter an die Ostsee, wo Trudi plötzlich stirbt. Rudi verzweifelt.

Ein Witwer beginnt das Leben mit neuen Augen zu sehen und reist von Deutschland nach Japan, um die unerfüllten Träume seiner Frau zu finden: Doris Dörrie (“Männer”) behandelt ein trauriges Thema mit einer menschlichen, tragikomischen und fröhlichen Liebesgeschichte.

Rudi (Elmar Wepper) und Trudi (Hannelore Elsner), ein etwas in die Jahre gekommenes Ehepaar möchte noch einmal eine letzte gemeinsame Reise machen. Was nur Trudi weiß: Ihr Mann ist todkrank. Doch als sie es ist, die überraschend stirbt, nimmt sich ihr Mann vor, für sie ihre nie ausgelebten Träume wahrzumachen.

Trudi muss eine niederschmetternde Diagnose verdauen: Ihr Mann Rudi leidet unter Krebs im Endstadium. Sie verschweigt dem Kranken das Schreckliche, überredet ihn zu einem Besuch bei Kindern und Enkelkindern in Berlin, zu ein paar stillen Tagen an der Ostsee. Doch das Schicksal schlägt eine unerwartete Kapriole, nicht Rudi stirbt, sondern Trudi. Erst da erfährt der Witwer von den vergessenen Sehnsüchten seiner Frau, die gerne nach Japan gereist wäre. Er sieht sie mit anderen Augen, macht sich auf nach Nippon.

Videos und Bilder

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • „Kirschblüten – Hanami“ versucht mit halbdokumentarischen Mitteln und einer sehr offenen Dramaturgie über die Vergänglichkeit zu philosophieren. Die Kirschblüten selbst sind ein Symbol hierfür: So schnell wie sie gekommen sind, sind sie nach einer Woche auch wieder fort. So wie Trudis und Rudis Zeit miteinander einst ewig schien, so wird dieser Illusion mit Trudis Tod ein jähes Ende gesetzt, an dem viele Träume nicht ausgelebt wurden.

    Trotz der direkten Machart des Films wirkt dieser nicht oft authentisch und es fehlt der vor sich dahindümpelnden Handlung an Timing und Substanz. Glücklicherweise bessert sich dies, als Rudi nach Japan fliegt und dort einen Blick auf eine andere Welt gewinnt. Das Vorspiel in Deutschland, in dem ewig lange Familienbeziehungen und flache Figuren gezeichnet werden, hätte es allerdings nicht gebraucht.

    Doch auch in Japan wird aus „Kirschblüten“ kein „Lost in Translation“. Elmar Wepper ist eben nur halb so Charmant wie Bill Murray. Der Film bleibt trocken – das aber ohne Humor. Dies ist insofern enttäuschend, als dass dem Film oft sehr schöne Ideen zu Grunde liegen, deren Umsetzung jedoch stets an Oberflächlichkeiten scheitert. Generationenkonflikt, Beziehungsalltag und Vergänglichkeit werden mit Schlagzeilenmentalität als Themen nur angeschnitten und auf einfachste Stereotypen heruntergebrochen. Sinnbilder, durch die sich Rudi an Trudi erinnert, werden stets überstrapaziert. Durch experimentelle Schnitte und Kameraeinstellungen gewinnt der Film leider auch keinen frischen Wind, sondern erhält eher den Charme eines missglückten studentischen Erstlingswerkes.

    Es wird nicht einmal versucht zu erklären, wie das ungleiche Paar Rudi und Trudi damals zusammen gekommen ist – warum liebt sie diesen Mann? Dass die Kinder kein Interesse an den Eltern haben wird zudem ungefragt als alltägliche Normalität wahrgenommen und Rudis Odyssee von seinem Dorf über Berlin an die Ostsee und zurück und dann nach Tokio scheint allein der Dramaturgie des Zufalls zu gehorchen.

    Was bleibt, ist die bewundernswerte Ungezwungenheit, mit der Regisseurin Doris Dörrie ihren Film inszeniert. So gelingt es ihr außerordentlich gut, Impressionen vom widersprüchlichen Japan einzufangen. Ihre Figuren selbst kommen aber über das Niveau einer Soap nicht heraus. Die grundlegende filmische Herangehensweise in „Kirschblüten“ ist wegweisend, allerdings mit einer erschütternden Naivität umgesetzt.

    Fazit: Vielfältiger aber unausgegorener Film, der noch vergänglicher als die Titelgebenden Kirschblüten ist.
  • Auf der Berlinale stürmisch gefeiert: Doris Dörries poetisch-zärtliche Liebesgeschichte mit Elmar Wepper und Hannelore Elsner, die erst nach dem Tod zueinander finden.

    Doris Dörre hat ein Faible für Japan, nach “Erleuchtung garantiert” und “Der Fischer und seine Frau” entführt sie erneut in dieses fremde und ferne Land. Die innere Reise beginnt im tiefen Bayern, dort erfährt Trudi die niederschmetternde Diagnose – ihr Mann leidet unter Krebs im Endstadium. Der Rat des Arztes: noch etwas zu unternehmen, die letzten Tage zu genießen. Sie verschweigt dem Kranken das Schreckliche, überredet ihn zu einem Besuch bei Kindern und Enkelkindern in Berlin, zu ein paar stillen Tagen an der Ostsee. Doch das Schicksal schlägt eine unerwartete Kapriole, nicht Rudi stirbt, sondern Trudi. Und erst da erfährt der Witwer von den vergessenen Sehnsüchten seiner Frau, die gerne Butoh-Tänzerin geworden und nach Japan gereist wäre. Er sieht sie mit anderen Augen, macht sich auf nach Nippon.

    Spätestens ab diesem Zeitpunkt strahlt der Film mit ausgeprägtem Bewusstsein für Vergänglichkeit eine im deutschen Kino seltene Kraft aus. Die Kirschblüten in ihrer schmerzlichen Schönheit als Symbol der Endlichkeit werden zum tragenden Element, zur Metapher für die Augenblicke im Leben, die man festhalten muss, weil sie in ihrer Einzigartigkeit nie wiederkommen. Der sonst so bodenständige Bayer (Bayerischer Filmpreis für Elmar Wepper), der sich mit Hut und Mantel wie in einer emotionalen Trutzburg versteckt, verliert die Angst vor dem Unbekannten, wagt sich heraus aus dem Mini-Appartements seines in Tokio arbeitenden Sohnes, geht auf die Straße und taucht ein in die Geräusche der Großstadt, in ihre Farben und ihre Tradition, lässt sich wie auf einer Welle mittragen. Eine seelische Häutung. Bei seinen Spaziergängen trifft er im Park unter blühenden Kirschbäumen auf eine junge Butoh-Tänzerin, die sich in einem stummen Rhythmus selbstvergessen bewegt. Und es geschieht ein kleines Wunder, zwei Menschen verstehen sich mit Gesten, Blicken und einem Lächeln über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg, was zählt ist das Verständnis füreinander – das seinen Kindern in ihrem Egoismus fehlt. Reine Magie entsteht, wenn Yu dem verknöcherten Verwaltungsangestellten beibringt, sich im Zeitlupentempo zu bewegen, eine neue Wahrnehmung zu erfahren. Wie befreit von der Last des Alters und des Alltags öffnet er sich unbekannten Momenten des Glücks, findet zum Dialog mit seiner Frau. Mit dem Mädchen fährt er zum mystischen Mount Fuji und nach ein paar Tagen reißt der Schleier aus Wolken auf. Im märchenhaften Licht empfindet er ein letztes Mal intensive Nähe zu Trudi, tanzt er in ihrer Kleidung in den Tod, vereint in einer Liebe, die stärker ist als der Tod. Trotz Tränen, Trauer und Wehmut verlässt man wie schwebend das Kino. 1983 drehte Doris Dörrie den Spielfilm “Mitten ins Herz”, 25 Jahre später trifft sie mit ihrem bisher wohl reifsten Werk über nicht eingelöste Versprechungen und unerfüllte Wünsche erneut “mitten ins Herz”. mk.

Darsteller und Crew

News und Stories

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