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King Ping - Tippen Tappen Tödchen (2013)

King Ping - Tippen Tappen Tödchen Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

King Ping - Tippen Tappen Tödchen: Schräger Genre-Mix um einen Ex-Cop, der als Pinguinpfleger seine Berufung findet.

Nach seiner Suspendierung leistet Polizist Clemens Frowein Sozialstunden als Tierpfleger von Kaiserpinguinen ab, was ihm den Spitznamen King eingebracht hat. Seine bescheidene Hinterzimmerexistenz bei der Friseur-Tunte Biggi gerät aus der schummrigen Bahn, als nach einer alkoholgeschwängerten Rockkonzertnacht sein Kollege mit gebrochenem Genick an einer von Wuppertals vielen Treppen liegt. Zwei weitere Tode gleicher Bauart lassen nicht die Behörden, sehr wohl aber einen Lokalreporter und Spürnase King aufhorchen und an einen Serienmörder glauben.

Ein nach seiner Suspendierung als Pinguinpfleger arbeitender Polizist kommt in Wuppertal einem Serienkiller auf die Spur. Schräger Genre-Mix, der seinen Mangel an Budget mit Enthusiasmus ausgleicht.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Mit "King Ping – Tippen Tappen Tödchen" legt der langjährige Regieassistent Claude Giffel ("Tatort", "Der letzte Bulle") sein Debüt vor, das gleichzeitig auch die erste Produktion von Dirk Michael Häger und Christoph Schmidt darstellt. Mit einer Mischung aus schräger Komödie und Neo-Noir wollen die beiden Wuppertaler ihrer Heimat ein filmisches Denkmal setzen. Deshalb bastelte Häger sein Skript rund um zahlreiche Wahrzeichen: Sobald der unkonventionelle Protagonist niedergeschlagen wird, erscheint ihm das verzerrte Bild der Schwebebahn vor Augen. Da der Königspinguin das Wappentier des Zoos bildet, verdingt sich Hobbydetektiv King hauptberuflich als Tierpfleger, wenn er nicht gerade zuhause faulenzt. In der Stadt mit den meisten Treppen Deutschlands schlägt der Killer (vornehmlich) nachts auf den Stufen zu. Zwei Tänzerinnen aus Pina Bauschs Ensemble dürfen in der Eingangssequenz ebenfalls nicht fehlen.

    Mit Christoph Maria Herbst als nervtötender Reporter findet sich ein prominenter, gebürtiger Wuppertaler im Darstellerensemble. Offenbar kommt derzeit keine skurrile Komödie und kein Crowdfunding-Werk, wozu "King Ping" gleichfalls zählt, ohne den "Stromberg"-Star aus. Weitere prominente Namen sind Bela B. Felsenheimer als Friseuse Biggi, der gemeinsam mit "Biggi Babes" den Titelsong beisteuert, sowie der viel beschäftigte Charakterkopf Hans-Martin Stier ("Was nicht passt, wird passend gemacht") als schwuler Türsteher, der als Band-Frontmann ebenfalls eine Musiknummer beisteuern darf. Daneben kommen weitere, mitunter bemühte Schlagereinlagen zum Einsatz. Während Theaterschauspieler Sierk Radzei als freakiger Privatermittler überzeugen kann, wirken die die Darstellerleistungen insgesamt eher uneinheitlich.

    Das trifft auf zahlreiche Ingredienzien der wilden Krimikomödie zu, die zwischen plattem Humor und witzigen Einfällen schwankt. Mit zahlreichen optischen Einfällen versucht Regisseur Giffel den Wuppertal-Krimi aufzupeppen. Dazu setzt er auf knallige Einblendungen, verwinkelte Perspektiven, Beschleunigungen im Slapstick-Manier, Reihungen von Einzelbildern und Zwischentitel in Kinderschreibschrift. Dass Kameramann Eddi Bachmann zuvor als Werbe- und Videoclipfilmer tätig war, lässt sich an den farblich verfremdeten Bildern erkennen, was "King Ping" zumindest optisch einen äußerst professionellen Anstrich verleiht.

    Immerhin kann man die von Kings selbstironischem Off-Kommentar voran getriebene Story nicht schon von Anfang an durchschauen. Doch der komplizierte Kriminalfall um den mysteriösen Treppenmörder und die schicksalhafte Verstrickungen in der Vita seiner Opfer wirkt zunehmend konstruiert. Allein der Umstand, dass King den meisten Verdächtigen schon in der Tanztheater-Eröffnungssequenz begegnet, erscheint kaum plausibel. Auch seine Beziehung zur Pathologin Dr. Nicole Werner, die ihn als "Liebesgott für Arme" verspottet, wird mehr behauptet als glaubhaft entwickelt. Reichlich holprig verläuft daneben der Erzählrhythmus an einigen Stellen. Was lakonisch gedacht ist, wenn zahlreiche Szenen mitten in der Aktion abbrechen, erzeugt einen abgehackten Eindruck. Daher hinterlässt der schrille Szenekrimi ein reichlich uneinheitliches Bild.

    Fazit: Zwischen Neo-Noir und "Edgar Wallace"-Hommage angesiedelt, kann "King Ping – Tippen Tappen Tödchen" bei der Fotografie und dem unkonventionellen Hauptdarsteller punkten, weniger dagegen im Erzählrhythmus und Plot.
  • Cool, comichaft, kultig: In der Wuppertaler Milieukrimikomödie deckt ein Pinguinpfleger eine Mordserie auf.

    Crowdfunding macht’s möglich: Ärzte-Drummer Bela B. Felsenheimer, der auch den Titelsong beisteuerte, und Christoph Maria Herbst tummeln sich, wenn auch nur in Nebenrollen, in einem mehr als schrägen Genre-Mix, der mit viel Lokalkolorit, exzentrischer Belegschaft, Rockmusik und einem Serienmord aus Rache anarchischen Independent-Charme versprüht, auch wenn die Stilfülle der sehr aktiven Regie deutlich vor Content geht.

    Der rankt sich um ein umfangreiches Sammelsurium von Typen und Ruhrpott-Originalen, als das auch der suspendierte Polizist Clemens Frowein (Sierk Radzei) durchgeht, der Sozialstunden als Tierpfleger von Kaiserpinguinen ableistet und deshalb einfach King heißt. Aus seinem Hinterzimmerdasein bei einer singenden Friseur-Tunte (hat sich hübsch gemacht: Bela B.) und nächtlichen Konzertbesuchen bei Dunkelrockbands (Hans-Martin Stier als Lederschwuler) schält sich eher widerwillig ein Film Noir mit ermittlerischen Krimiambitionen. Als am nächsten Morgen sein Zechkumpel mit Genickbruch an einer der vielen Wuppertaler Treppen liegt, glaubt King spätestens nach der dritten Leiche nach gleichem Muster weder an einen Un-, noch Zufall. Was seine eigens gegründete Privat-Soko zutage fördert, handelt von einer längst vergessenen Sekte und ist eigentlich Nebensache.

    Hauptsache hingegen sind die vielen Manierismen, mit denen Debütant Claude Giffel das Script von Produzent Dirk Häger in die richtige Pose rückt und ein proletarisches Szene-Biotop ausbreitet. Queer Culture, Musikvideos, Zeichentrickeinlagen rund um Pinguine, Vulgarismen und Comedy, coole Straßenköter, verquere Gesetzeshüter und eine Reporter-Schmeißfliege (Herbst als Nervensäge) kommen alle zu ihrem Recht. Aller stimmungstrunkenen Verfremdungen zum Trotz ist der beherzte Griff nach Vorbildern, zu denen Tarantinos “Pulp Fiction” zählt, aber auch die Tradition der Edgar-Wallace-Reihe, ein wilder, selbstbewusster und bizarrer Crime-Comic. tk.

Darsteller und Crew

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