King Kong (2005)

King Kong Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

King Kong: Peter Jacksons "Herr der Ringe"-Nachfolger: eine mit gewaltigem Aufwand realisierte Neuverfilmung des Monsterfilm-Klassikers von 1933 über einen Riesenaffen, der sich in eine schöne Frau verliebt.

Im depressionsgebeutelten New York der frühen 30er Jahre muss Filmemacher Denham (Jack Black) nicht lange nach Mitstreitern und Mimen für seine Kino-Expedition auf die mysteriösen Skull Islands im Südpazifik suchen. Vor Ort entdeckt die Crew zwischen allerhand unheimlichem Getier einen haushohen Riesenaffen, den der geborene Schausteller Denham umgehend vermarkten will. Sein Plan, das mittlerweile in Hauptdarstellerin Anne Darrow (Naomi Watts) verliebte Monster nach New York zu schaffen, endet in einem Desaster.

PianistAdrien Brody trifft auf seinen Lebensretter Thomas Kretschmann, Comedian Jack Black gibt den exzentrischen Regisseur, und Naomi Watts tritt in die Spuren von Fay Wray im Big-Budget-Remake des Horrorklassikers von Peter Jackson (“Der Herr der Ringe”).

Eine Gruppe von Entdeckern und Dokumentarfilmemachern macht sich auf die Reise zum geheimnisvollen Skull Island, wo sie die Legende von einem Riesengorilla namens Kong auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen wollen. Tatsächlich stoßen sie in dem von der Zivilisation geschützten Dschungel auf prähistorische Tiere und schließlich deren Erzfeind Kong, der sich auf den ersten Blick in die schöne Schauspielerin Ann Darrow verliebt und sie entführt. Kong kann überwältigt und betäubt und zurück nach New York gebracht werden, wo er als Attraktion ausgestellt werden soll.

Eine Gruppe von abenteuerlustigen Filmemachern begibt sich in den 30er Jahren auf die Suche nach der mysteriösen Insel Skull Island, wo sie inmitten anderer prähistorischer Wesen auf einen monströsen Affen stoßen. Mit einer List fangen sie den Neun-Meter-Hünen ein und verschleppen ihn nach New York. Dort soll Kong als Sensation verkauft und der Weltöffentlichkeit präsentiert werden. Doch niemand hat mit den übermenschlichen Kräften von Kong gerechnet, der die schöne Ann Darrow in sein Herz geschlossen hat.

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Kritiken und Bewertungen

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  • „Besonders wertvoll”

    Nach 188 Minuten Film, die keine Minute Langeweile aufkommen lassen, ist dem Zuschauer vor Augen und Ohren geführt worden, dass auch nach 110 Jahren Filmgeschichte Werke entstehen können, die alles bisher im Kino Gesehene in den Schatten stellen. (...)

    Peter Jacksons "King Kong" steht in der großen und ehrenvollen Tradition des Spektakels, das vom Jahrmarkt kommt - der "greatest story ever told". Und im Zeitalter von DVD und häuslichen Flachbildschirmen, von Internet-Formaten und Raubkopie-Flimmern demonstriert sein Film eindrücklich, dass der größte, beste, wahrste Ort des Films immer noch das Kino und die große Leinwand ist. "King Kong" ist dafür die beste Werbung.

    Peter Jacksons Meisterwerk ist aber nicht nur der Beleg für handwerkliche Perfektion in allen Belangen, sondern auch das kunstfertig umgesetzte Ergebnis eines ausgeklügelten Drehbuchs mit feiner Dramaturgie und der Vorgabe für wahrhaft sensationelle Sequenzen. Die Stampede der Dinosaurier durch die Inselschluchten zum Beispiel lässt nicht nur Spielbergs "Jurassic Park" hinter sich - und den Zuschauer atemlos vor soviel purer filmischer Bewegung, diese Sequenz wird dann auch noch getoppt durch King Kongs Wüten in den Schluchten von New York wie auch sein Besteigen des Empire State Building. (...)

    Aber auch dies: Der Cineast Jackson beweist seine große Liebe zum Film mit wundervollen Reminiszenzen an die Frühzeit der amerikanischen Filmindustrie, selbstverständlich auch an die legendäre erste King-Kong-Verfilmung von 1933 - bis hin zur Einbindung des Orginal-Music-Scores von Max Steiner in den neuen Soundtrack. (...)

    Peter Jacksons "King Kong" wird so für heutige Zuschauer zu einem Stück gerade aktuell geschriebener Filmgeschichte. "King Kong" ist Kino pur.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Peter Jackson lässt sein „King Kong“-Remake im Jahre 1933 spielen, das zeitgenössische New York des Originalfilms ist also die Kulisse. Und wie der 33er-Kong-Film ein Meilenstein der Tricktechnik war, hat auch Jacksons Effektfirma Weta mit ihrer Wiederauferstehung einer untergegangenen Weltstadt und mit einer komplett digital entstandenen Dschungelinsel unter Verwendung neuester Tricktechnik ganze Arbeit geleistet. Tatsächlich wirkt der Urwald trotz seiner Phantastik realistisch, der Riesenaffe Kong mit seinem behaarten Körper und dem ausdrucksstarken Gesicht echt – umso mehr fällt auf, wenn sich Jackson erlaubt, manches wie mit herkömmlicher Tricktechnik hergestellt aussehen zu lassen, in der Ästhetik von Rückprojektionen und Schüfftan-Verfahren, in der Beleuchtung des Goldenen Hollywood-Zeitalters der 30er und 40er Jahre: Eine Würdigung des Altmodischen, ein Spiel mit der Nostalgie und eine Verbeugung vor der Filmgeschichte und vor den bisherigen Sehgewohnheiten des Publikums.

    Der Dschungel und die Ungetüme, die darin wohnen, die Rieseninsekten und Saurier, sie sehen aus wie Phantasien von Horrorfilmregisseuren einer längst vergangenen Filmgeschichte, und dabei ist alles mit einer derart modernen Technik entstanden, dass das Dargestellte die digitale Machart mitunter überrumpelt und über den Haufen wirft. Manchmal, wenn Jackson besonders rasante Action in seinem virtuellen Raum zeigen will, wirken seine Effekte kaum anders als damals, am Anfang der digitalen Zeit bei Spielberg: Grasende Dinosaurier, die in eine wilde Stampede ausbrechen, mit Raptoren und Menschen eine Felsenschlucht entlang rasen und schließlich durcheinander purzeln: Das sieht aus wie „Jurassic Park“, die turbulente Sequenz wirkt wenig strukturiert und die Effekte scheinen unausgegoren und schwach – gerade im Vergleich zu den vielen unmerklichen CGI-Bildern, die Dschungel und Großstadt bilden und gleichzeitig noch einen Rückgriff auf frühere Filmästhetik darstellen.

    Jacksons „King Kong“ ist zwiespältig, mal gewollt, mal ungewollt: Gerade weil manches vom technischen Standpunkt so up to date ist, dass die Effekte unsichtbar sind, fallen ein paar mangelhaftere Phasen heraus; und während sich die abenteuerlichen Sequenzen im Dschungel in ihrer Phantastik eben doch immer wieder als Höhepunkte erweisen, wirkt das Finale mit dem Riesenaffen in New York recht schwach, haben doch im jüngeren Blockbuster-Zeitalter auch schon Spielberg und Emmerich Riesenmonster amerikanische Großstädte demolieren lassen.
    Es ist eben ein Problem, ein Remake zu drehen von einem Film, der ikonische Leinwandbilder erschaffen hat, die die Filmgeschichte beeinflusst haben und immer wieder aufgegriffen werden. Da hilft es Jackson auch nicht, die Szene von Kong auf dem Empire State Building eine Viertelstunde dauern zu lassen: eine eigene emblematische Qualität erhält der Film dadurch nicht, womit das zweite Problem angesprochen ist: Zuvor hat Jackson die „Herr der Ringe“-Trilogie gedreht, Filme, die auch nacheinander gezeigt in neun Stunden ihren großen Spannungsbogen halten und den Zuschauer zu fesseln vermögen. „King Kong“ schafft das nicht in seinen drei Stunden.

    Dabei gibt es immer wieder wunderbare Szenen: Wie Ann Darrow, um Kong zu besänftigen, ihm auf einer Klippe am Meer eine Darbietung von Vaudeville-Artistik gibt, mit Stepptanz, Saltos und Jonglieren, was Kong, obwohl er ein kritisches Publikum ist, durchaus amüsiert. Geschickt macht Jackson dieses Bild zu einer Vorausschau auf Kommendes: Später, in New York, werden Ann und Kong einen ähnlichen Moment spielerischer Leichtigkeit erleben bei einer spaßigen Rutschpartie auf einem zugefrorenen See im Park, kurz bevor Artillerie gegen das Affenungeheuer eingesetzt wird - diesmal ist Kong von Menschen bedroht, nicht Ann vom Monster. Und natürlich ist die Szene einer Vaudeville-Vorführung für Kong verknüpft mit der entwürdigenden Ausstellung von Kong für zahlendes Publikum im ausverkauften Broadway-Theater.

    Ein weiterer großer Moment, wieder mit Kong und seiner weißen Frau: Wie er gegen gleich drei T-Rex-Saurier kämpft, immer darauf bedacht, die Frau nicht fallen zu lassen, ein Kampf, der sich in ein Lianengestrüpp über einem Abgrund verlagert, ein faszinierendes Spiel mit Erwartungen und Spannungsmomenten, gewitzt und witzig inszeniert. Kong als Kung-Fu-Kämpfer, der alle Hände und Füße voll zu tun hat.

    Immer wieder spielt Jackson mit den Genres, lässt Genresituationen anklingen, vornehmlich aus dem Gebiet des Horrorfilms; so inszeniert er ekstatische Wilde mit angespitzten Zähnen und bedrohlichem Piercing-Schmuck aus Knochen und Hörnern in stakkatoartiger, bewegt-verwischender Kamera wie in einem Zombie-Splatterfilm: Ein Rückgriff natürlich auf die eigenen Wurzeln (und merkwürdigerweise ist das aufwändig designte Dorf der Eingeborenen weniger unheimlich als das neuseeländische Städtchen vor dem Auftauchen der Weltall-Zombies in „Bad Taste“). Die Expedition der Weißen wird von Rieseninsekten angegriffen wie bei Jack Arnold, selbst Vampire haben in Form riesiger Fledermäuse ihren Auftritt.

    Neben diesem Streifzug durch die Subgenres des Schreckens betont Jackson auch stets besonders die melodramatischen Momente, er lässt Ann und King Kong immer wieder einander lange in die Augen sehen – tatsächlich hat Kong, der Gorilla, dank CGI eine breite Spanne emotionaler Ausdrucksmöglichkeiten, die auch eingesetzt werden wollen in den Momenten einer tierischen Liebesgeschichte: Ann steht zwischen zwei Männern, dem Intellektuellen Driscoll und dem animalischen Kong. Das ist der Kern von Jacksons Geschichte, ein Kern, der auch schon im Originalfilm steckte und der besonders betont wird; ein Kern, der freilich überdeckt wird von allerlei anderen Aspekten.

    Hauptsächlich baut Jackson als zweites großes Themenfeld die Angstlust auf: Carl Denham, der Regisseur im Film, baut auf das Vergnügen am Schrecken, wenn er Kong nach New York holt; er ist angewiesen darauf, dass die Menschen dafür bezahlen, dass sie geängstigt werden: Rätsel und Wunder und ein Schauer den Rücken hinunter zum Preis einer Eintrittskarte. Die Eingeborenen von Skull Island haben einen Kult um Kong aufgebaut, und überall stößt man auf stilisierte Darstellungen des Riesenaffen: eine Naturgewalt, die in Kunst ausgedrückt wird, in sinnlich erfahrbaren Bildern, die den Schrecken verarbeiten, indem sie ihn ständig neu vor Augen führen.

    Jackson thematisiert die Schaulust, die er mit seinem Film selbst auch wieder befriedigen will. Im ganz kleinen: Wenn dem Filmzuschauer plötzlich Gesichter in den Klippen von Skull Island auffallen, riesige affenartige Silhouetten aus Stein; und im Großen, mit den Sequenzen aus Abenteuer und Horror, Soziodram am Anfang und Melodram am Schluss, visuelle und emotionale Impulse, die den Zuschauer treffen.

    Und die es doch verfehlen, eine aufregende, erregende Mischung zu sein; zuwenig gelingt es, die disparaten Elemente füreinander fruchtbar zu machen. Carl Denham, der zuerst als genialischer Orson-Welles-Verschnitt auftritt, wandelt sich zu einem pathetischen Filmversager und entpuppt sich unversehens dann als gewiefter Geschäftemacher, der über Leichen geht. Nach einer kurzen Romanze an Bord des Dampfers Ventura wird der intellektuelle Schreiberling Driscoll plötzlich zum Helden, um seine Geliebte zu retten, die derweil bei Kong den Menschen im Tier entdeckt hat; Thomas Kretschmann in der Rolle des Captain Englehorn, der sich selbst in schleppendem Singsang synchronisiert, erscheint zweimal als deus ex machina als Retter aus Todesnot; vollends spielbergisch ist die Vater-Sohn-Beziehung in der Nebengeschichte vom Maat und seinem Schützling, dem Waisenkind Jimmy, die natürlich über heroisches Opfer zu höherer Erkenntnis führt.

    Wunderbare filmische Szenen bleiben in „King Kong“ punktuell und ohne größere Nachwirkungen auf die anderen filmischen Aspekte. Der Film war teuer, 207 Millionen Dollar, ohne Marketingkosten vermutlich; eine entsprechend große Zuschauerschaft muss er zu erreichen suchen. Während Jackson mit seinen „Herr der Ringe“-Filmen bewiesen hat, innere Stringenz bei gleichzeitiger größtmöglicher Publikumsaffinität erreichen zu können, ja mehr noch: einen ganz eigenen Kosmos zu erschaffen, angelehnt an eine Vorlage und zugleich selbst höchst einflussreich auf die Ästhetik des Hollywood-Effekt-Blockbusters, muss er mit seinem „King Kong“ zurückstecken: Die Fülle an Betrachtungsweisen, die dem Zuschauer angeboten werden, führen zu einer Beliebigkeit der Darstellung, ohne eigenes Profil zu erreichen. Und die enge Anlehnung an den Originalfilm, aus dem Jackson seine Themen herausfischt und nach Laune verstärkt, unterbindet den entscheidenden Mehrwert, den sein Film benötigen würde, um zu einem eigenen, starken Charakter zu gelangen.

    Der Mittelweg, den Jackson mit „King Kong“ einschlägt, ist nicht unbedingt der bessere, denn er muss deshalb an zu vielen Fronten gleichzeitig kämpfen: Melodram mit Horror verbinden, die Nostalgie mit moderner Tricktechnik, einen 72 Jahre alten Film für ein heutiges Publikum fruchtbar machen, ohne ihn zu verraten, und dabei gleichzeitig eine eigene Persönlichkeit des Filmes entwickeln und die innere dramaturgische Stringenz erhalten; schließlich: den Erwartungen gerecht werden, die durch das Marketing und durch die eigene Filmographie geweckt werden.

    Fazit: Jacksons Film der Superlative bringt wunderbare Szenen, die sich aber nicht zu einem großen Ganzen verbinden wollen und daher einen eigenen, bündigen Charakter vermissen lassen.
  • Nur zwei Jahre nach dem Abschluss seiner “Der Herr der Ringe”-Trilogie kehrt der neue König von Hollywood zurück: Mit einem Budget von 207 Mio. Dollar realisiert, ist Peter Jacksons Neuverfilmung des Klassikers “King Kong und die weiße Frau” aus dem Jahr 1933 ein mehr als würdiger Nachfolger: ein bis zum Bersten gefülltes Abenteuer, in dem Spektakel Trumpf ist – aber vor allem die Romantik der Geschichte sticht. Die Kassen werden klingeln.

    Wenn es jemals einen Film gab, dessen Ausgang noch gewisser ist als der von James Camerons “Titanic”, dann ist das “King Kong”: Anders als man vermuten möchte, ist das Wissen um den finalen Sturz des Riesenaffen vom New Yorker Empire State Building jedoch kein Hemmschuh, werden Spannung und Aufregung nicht im Geringsten gemindert. Wie auch bei “Titanic” verstärkt das Wissen um die bevorstehende Tragödie vielmehr Wucht und Wirkung der wunderbaren Szenen, die der Regisseur dem einsamen Gorilla und der hübschen Schauspielerin davor gönnt. Da mag er Horden wild gewordener Brontosaurier und drei Tyrannosaurier von der Leine lassen, Spinnen, Fledermäuse, Tausendfüßler und anderes todbringendes Getier losschicken, Gefahren, Abenteuer und Spektakel in einem Rhythmus abspulen, bei dem Indiana Jones Schwindelanfälle bekäme – das Herzstück des Films ist und bleibt die Romanze zwischen Kong und seiner Blondine, ist eine unmögliche und traurige Liebe, zum Scheitern verurteilt von Anfang an, aber deshalb nie niedriger lodernd, bis zum bitteren Ende. Kurzum: Das Spektakel wird die Kinogänger locken, aber die Romantik wird sie über den Abspann hinaus bewegen und erneut ein Kinoticket lösen lassen. Denn wie – zum letzten Mal -”Titanic” ist “King Kong” einer jener Blockbuster, die viel versprechen, aber dann noch mehr halten, ein rundum begeisterndes Kinoerlebnis.

    Dass es sich bei diesem wild fabulierenden, stets prächtig anzusehenden Erlebnis um die Erfüllung des selbst erklärten Kindheitstraumes des Regisseurs handelt, ist kein Lippenbekenntnis. Man spürt es bei jeder Einstellung des Films, der mit seiner Action den Bauch und seiner Emotion das Herz anspricht, angesichts der Vielfalt der angerissenen Themen aber auch den Kopf nie vergisst. Sehr stringent folgt Jackson dem Verlauf des Originals. Und doch ist sein Film mit einer Laufzeit von 187 Minuten fast doppelt so lang geworden, weil er in der ihm eigenen Art, Pulp und Poesie, Triviales und Tiefgang, Sensationen und Sensibles zu verschmelzen, Handlung, Figuren und Motive bis zur Schmerzgrenze ausarbeitet und verstärkt. Das mag exzessiv sein, aber selbst bei der nun vorliegenden Fassung hat man das Gefühl, der Regisseur konnte nicht alles unterbringen, was er erzählen wollte. Manche Nebenfigur musste offensichtlich getrimmt werden und verschwindet deshalb auf einmal spurlos aus dem Film, was aber das Vergnügen nicht mindert.

    Nach einer etwas mehr als einstündigen Exposition, in der zunächst im wunderbar artifiziell realisierten New York der 30er Jahre die brotlose Schauspielerin Ann Darow, der gewiefte Filmemacher Carl Denham und der ambitionierte Autor Jack Driscoll vorgestellt werden und schließlich ihre überstürzte Überfahrt zur verwunschenen Skull Island thematisiert wird, geht es auf besagter Insel ans Eingemachte: Ann wird von den Eingeborenen als Opfergabe an den Riesenaffen Kong dargeboten, der über den mit prähistorischen Wesen besiedelten Dschungel des Eilands als der Letzte seiner Art herrscht. Während Jack, Carl und ihre Leute Abenteuer bei einer unfassbar realisierten Brontosaurier-Stampede und mit anderen Kreaturen erleben, kommen sich der Furcht erregende Primat und seine Gefangene näher: Des Widerspenstigen Zähmung, von der ausgezeichneten Naomi Watts und Andy Serkis, der Kong mit der selben Brillanz mimt wie seinen Gollum bei “Der Herr der Ringe” und hier zudem einen schrulligen Auftritt als Schiffskoch Lumpy hat, mit wenigen Blicken und Gesten gespielt, ist ein Höhepunkt, ein kurzer Moment des Innehaltens, bevor die Hölle wieder losbricht, der Affe schließlich gefangen und nach New York gebracht wird, wo sich sein Schicksal erfüllt. Der gesamte Film kommt mit einem Minimum an Dialogen aus, aber die entscheidenden letzten 45 Minuten ist “King Kong” beim Showdown dann beinahe ein Stummfilm – oder besser: purstes Kino, das mit Bildern und Blicken so viel erzählt, dass nichts mehr gesagt werden muss. Wenn Kong mit Ann übers Eis im Central Park schliddert, wären Worte ebenso unangebracht, wie bei den letzten Szenen auf dem Dach der Welt, mit dem Absturz des Titelhelden, von Jackson, der zuvor alles gezeigt hat, mit wunderbarer Zurückhaltung realisiert.

    Natürlich ist auch Jacksons Variante eine Neuerzählung von “Die Schöne und das Biest”, wobei er den Aspekt der absoluten und reinen Liebe noch einmal deutlich verstärkt. Aber gleichzeitig ist diese zum Epos aufgeblasene Pulp Fiction auch ein Metafilm übers Filmemachen und eine thematische Variation von Conrads Erzählung “Herz der Finsternis” (und damit auch von Coppolas “Apocalypse Now”), die von dem von Jamie Bell gespielten Schiffsjungen gelesen und wörtlich zitiert wird. Voll gepackt mit Querverweisen, klugen Zitaten und Referenzen gilt für den Film das, was der Junge über seine Lektüre zu sagen hat: Dies ist mehr als ein Abenteuer. Was für eine Leistung! ts.

Darsteller und Crew

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