Killing Them Softly (2012)

Killing Them Softly Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Killing Them Softly: Brad Pitt als gnadenloser Vollstrecker eines Gangster-Syndikats, der zwei Kleinganoven jagt, die eine Pokerrunde der organisierten Unterwelt ausgenommen haben.

Zwei einfache Gangster nehmen ein von der Unterwelt veranstaltetes Pokerspiel aus und schieben die Schuld dem lokalen Organisator in die Schuhe. Das Syndikat holt den Vollstrecker Jackie Cogan nach New Orleans, der Licht in die Angelegenheit bringen soll. Er lässt den Organisator beseitigen und macht auch die beiden wahren Täter ausfindig, für die er einen Killer aus New York einfliegen lässt. Als der sich als unpässlich erweist, nimmt Cogan die Sache selbst in die Hand.

Nachdem drei Simpel ein Unterwelt-Pokerspiel ausheben, muss ein pragmatischer Vollstrecker wieder für Ordnung sorgen. Verfilmung eines Kultromans von George V. Higgins und ätzender Kommentar auf die USA der Gegenwart.

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Kritikerrezensionen

  • Hardboiled vom Feinsten! Eher eine Milieustudie als ein herkömmlicher Thriller.
  • Passt wie angegossen: Brad Pitt räumt als Old-School-Verstrecker auf und beißt sich an der New Economy die Zähne aus.

    Im Jahr nach “Tree of Life” kehrte Superstar Brad Pitt zurück nach Cannes, mit dem furiosen Gangsterthriller “Killing Them Softly” von Andrew Dominik, der den ausgewaschenen Look von Kultfilmen der Siebzigerjahre wie “Die Freunde von Eddie Coyle” übernimmt und mit dem wirtschaftlich schlingernden Amerika kurz vor der Wahl von Barack Obama zum Präsidenten kollidieren lässt. Basierend auf dem 1974 erschienenen Roman “Cogan’s Trade” von George V. Higgins (der auch “Eddie Coyle” geschrieben hatte), erzählt der Neuseeländer Andrew Dominik fünf Jahre nach seiner längst weithin geschätzten Wild-West-Elegie “Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford” eine labyrinthische Geschichte aus der Unterwelt, die tatsächlich so vertrackt ist, dass Hauptdarsteller Brad Pitt erst nach etwa einer halben Stunde seinen ersten Auftritt hat und selbst dann nur nach und nach in den Mittelpunkt der Handlung rückt: Als Jackie Cogan wird er als Außenstehender von einem Syndikat angestellt, um Licht in die Hintergründe eines Überfalls von zwei Gangstern auf ein von der Unterwelt organisiertes Pokerspiel zu bringen. Er bringt einen weiteren Killer an Bord, es gibt Kollateralschäden und schließlich auch eine Spur zu den wahren Tätern.

    Dominik inszeniert einen Großteil des Films ganz schlicht mit Schuss-Gegenschuss-Szenen und verlässt sich voll und ganz auf die Qualität der hartgesottenen Dialoge, die seine komplett männliche Darstellerriege, darunter James Gandolfini, Ray Liotta, Richard Jenkins, Scoot McNairy (“Monsters”) und der wunderbare Australier Ben Mendelsohn, eine der herausragenden Entdeckungen aus “Königreich des Verbrechens”, mit großer Lust rezitieren. Damit wird er auf faszinierende Weise der Vorlage Higgins’ gerecht, der wenig Wert auf Plot, dafür umso mehr auf das gesprochene Wort legte. “Wie Joyce setzt Higgins Sprache wie in Sturzbächen ein, wunderbar geformt, mit der Absicht, den Eindruck eines Panoramas zu hinterlassen”, schrieb ein Kritiker über Higgins. Es trifft sicherlich auch auf “Killing Them Softly” zu: Durch die Dialoge offenbaren sich die Figuren und die Handlung.

    Doch dann bricht Dominik die ansonsten bewusst funktionale visuelle Gestaltung immer wieder auch mit bravourösen Kniffen und verblüffenden Einfällen auf und beweist, dass mit ihm auch als Stilist weiter zu rechnen ist. Es fließt viel Blut: Die Gewalt explodiert in quälender Härte. Vor allem aber stellt der Regisseur den Bildern des einst so stolzen und nunmehr in die Knie gezwungenen New Orleans vom ersten Moment an Reden von Politikern im Jahr 2008 entgegen, Noch-Präsident Bush, Senator Obama, sein Herausforderer McCain, im Moment des Ground Zero der amerikanischen Wirtschaft. Das hat weniger mit politischer Kritik zu tun. Vielmehr fühlt man sich an den unsinnige Reden schwingenden Politiker in Robert Altmans “Nashville” erinnert. Es ist der griechische Chor des Films. Die Realität der Gegenwart trifft auf die altmodisch reglementierte Welt des organisierten Verbrechens: Auch bei den Gangstern wird es eng, werden Entscheidungen von Komitees getroffen, wird bei der Bezahlung geknapst. Amerika sei keine Nation, sagt eine der Hauptfiguren, sondern ein Geschäft. “Killing Them Softly” legt die Finger in die Wunden. Und ist ein wunderbarer Gangsterfilm obendrein. ts.
  • Regisseur Andrew Dominik ("Chopper", "Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford") hat für "Killing Them Softly" die Handlung von George V. Higgins´ Roman "Cogan’s Trade" in das Jahr 2008 transportiert, in ein Amerika im Umbruch zwischen Bush und Obama, fest im Griff der Finanzkrise. Dabei zwingt er sein Publikum, ganz im Stile der „hardboiled fiction“, in einen Mikrokosmos, in dem anstelle von Identifikationsfiguren nur die Wahl zwischen kleineren und ganz großen Ganoven bleibt. Ihm gelingt dabei der Drahtseilakt, diese Welt pragmatisch nüchtern und gleichzeitig mit einer spürbaren unterschwelligen Bedrohung zu zeichnen.

    Es wird unglaublich viel geredet – die beiden tragischen Kleingauner zaudern und zögern, bis sie sich zum Coup entscheiden, und Cogan spricht mit dem Abgesandten des Syndikats (Richard Jenkins) wieder und wieder seine Taktik durch. Außerdem schlägt er sich in langen Zwiegesprächen mit dem abgehalfterten Experten aus New York herum und überredet einen der Pokerdiebe mit Zuckerbrot und Peitsche zur Zusammenarbeit. Nicht, dass es nicht auch eruptive Momente der Gewalt gäbe – doch gerade diese besondere Balance zwischen trügerischer Ruhe, professioneller Coolness, die dennoch keine Gefühllosigkeit ist, und explodierenden Köpfen verleiht dem Film seine Atmosphäre der Ausweglosigkeit.

    "Amerika ist ein Geschäft", sagt dieser Cogan am Ende, den Brad Pitt ("The Tree of Life", "Inglourious Basterds") weder psychopathisch noch eiskalt gibt, sondern einfach nur ruhig - ein Pragmatiker des Mordens. Andrew Dominiks Film erzählt von einer verkommenen Gesellschaft und davon, wie diese so verkommen werden konnte. Die unsichtbaren Strippenzieher treten im Film und in der Wirklichkeit niemals ins Licht.

    Fazit: Mit großer Konzentration und Lakonie beschreibt "Killing Them Softly" einen eher kleinen Überfall und seine tödlichen Folgen. Die Verknüpfung mit einem Amerika, das als Ganzes zwischen Irakkrieg und Finanzkrise am Abgrund steht, gelingt meisterhaft. Andrew Dominik hat eher eine sehr kluge Milieustudie der Unterwelt gedreht als einen klassischen Thriller.
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