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Kill Your Darlings - Junge Wilde (2013)

Originaltitel: Kill Your Darlings
Kill Your Darlings - Junge Wilde Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Kill Your Darlings - Junge Wilde: Mit "Harry-Potter"-Star Daniel Radcliffe besetztes Drama über die Freundschaft der Autoren Ginsberg, Kerouac und Burroughs und eine Tragödie, die ihre Werke nachhaltig prägte.

Als Allen Ginsberg 1944 sein Studium in New York aufnimmt und den charismatischen Kommilitonen Lucien Carr und dessen Freunde Jack Kerouac und William S. Burroughs kennenlernt, verändert sich sein bürgerliches Leben. Eine Aufbruchsstimmung nimmt Besitz von ihm, weil er die Liebe entdeckt und seine Freunde die literarische Welt mit einem neuen, die Konventionen sprengenden Ansatz verändern wollen. Doch die Euphorie wird von Carrs kompliziertem Beziehungsleben gebremst, das schließlich in eine Tragödie mündet.

In den 40er Jahren lernen sich an einem noblen College die Revolutionäre der Literatur kennen und lieben. Und noch ein Film über die Beat-Poeten, frei nach Facts, mit Daniel Radcliffe als Allen Ginsberg.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Daniel Radcliffe ("Die Frau in Schwarz“, "Harry Potter“-Reihe) spielt in "Kill Your Darlings“ den schwergewichtigen Literaten Allen Ginsberg, einen Revoluzzer in der Coming-of-Age-Phase seiner Jugend, in der er mit Drogen und schwuler Liebe experimentiert. Ginsberg in seiner wilden Zeit auf der Columbia, wo er zusammen mit Autoren wie Jack Kerouac (Jack Huston) und William S. Burroughs (Ben Foster) die Beat Generation begründete.

    Eine gewisse Ähnlichkeit mit dem jungen Ginsberg hat Radcliffe zugegebenermaßen, was aber vor allem an der charakteristischen Hornbrille des Autors liegt. Er spielt den Literaten in dieser prägenden Phase seines Lebens auch nicht schlecht – aber noch viel besser sind die Kollegen, die neben ihm vor der Kamera stehen. Vor allem Dane DeHaan ("Lawless – Die Gesetzlosen“, "The Place Beyond the Pines“) gibt als ebenso charismatischer wie enigmatischer Lucien Carr einen beeindruckende Vorstellung. Bei ihm liegen Genie und Wahnsinn so nahe beieinander, wie es das geflügelte Wort behauptet. Er wirkt stark und strotzt vor Selbstbewusstsein, wenn er in den geheiligten Hallen der Columbia-Bibliothek auf einen Tisch springt und lauthals aus Henry Millers als frivol verpöntem Werk zitiert, und im nächsten Moment zerbrechlich, undurchsichtig, labil. Jemand, dem man bedingungslos folgt, ohne je sicher sein zu können, ob er einen nicht hintergeht.

    Mindestens genau so gut spielt Ben Foster ("Contraband“, "Todeszug nach Yuma“) die Rolle des William S. Burroughs. Der Sohn aus bestem Hause hat seinen ersten Auftritt im Film, als er völlig weggetreten mit einer Atemmaske und einer kleinen Gasflasche in der Badewanne auf einer der Partys im Greenwich Village liegt – ganz so, wie man es vom Autor des Romans "Naked Lunch“ erwartet. In weiteren Nebenrollen überzeugen Jennifer Jason Leigh ("Kansas City“, "Weiblich, ledig, jung sucht...“) als Allens Mutter und Michael C. Hall ("Dexter“, "Six Feet Under“) als aufdringlicher Verehrer von Lucien Carr.

    Natürlich ist das Bild, das Regisseur John Krokidas in seinem Spielfilmdebüt von der Beat Generation zeichnet, sein subjektiver Blick auf die Ära. Doch dieser Einblick wirkt authentisch und vermittelt einen guten Eindruck von jener frühen revolutionären Phase in der amerikanischen Literatur. Autoren wie Ginsberg und Burroughs waren mit ihrer Lyrik jenseits von Versmaß und Reimschema sowie ihrer politisch brisanten Prosa die Wegbereiter der 68er-Bewegung. Jack Kerouacs Roman "On the Road“ gilt als Vorlage für den Film "Easy Rider“. "Kill Your Darlings“ ist damit ein Film nicht nur für Literaturfreunde, sondern auch für Cineasten und alle, die sich für amerikanische Kultur interessieren.

    Fazit: Daniel Radcliffe mag nicht die Idealbesetzung für den amerikanischen Schriftsteller Allen Ginsberg sein – die aufregende Zeit des Literaten an der Uni und Nebenfiguren wie "Naked Lunch“-Autor William S. Burroughs reichen jedoch aus, um aus "Kill Your Darlings“ einen sehenswerten Film zu machen.
  • Regiedebüt über den Beginn einer Autorenfreundschaft, die zur Keimzelle der Beat Generation wurde.

    Man spürt den Wunsch nach einer Explosion, die die Glasglocke von Genügsamkeit und Stillstand sprengt und einen Sturm des Aufbruchs mitführt, der, wie Jahrzehnte zuvor, eine Generation wachrüttelt. “Kill Your Darlings” ist der dritte Film in drei Jahren, in dem sich diese Sehnsucht nach Erneuerung und die Wiederentdeckung von Jack Kerouac, Allen Ginsberg und anderen Leitfiguren der Beat Generation nieder schlägt. Dabei steht das Regiedebüt von John Krokidas nach dem experimentell-dokumentarischen “Howl – Das Geheul” und der verschlüsselt autobiografischen Kultromanverfilmung “On the Road” einem klassischen biografischen Drama am nächsten.

    Wer Vorwissen und Interesse an den berühmten Künstlern und deren Werken mitbringt, findet leichter Zugang zu den zunächst etwas insiderischen Diskussionen über die Aufgabe der Poesie, wahre Kreativität und die Essenz eines Schriftstellers. Wie seine Protagonisten Ginsberg, Kerouac und William S. Burroughs hat der Film nicht die Masse, sondern eine kleine, engagierte Interessensgemeinde im Visier. Wenn nach dem ersten Drittel die bisher vertraute Welt von Ginsberg (Daniel Radcliffe) und die verführerisch neue skizziert wird, die er durch seinen Kommilitonen Carr (Dane DeHaan) 1944 an der Uni in New York entdeckt, kommt mehr Dramatik und Leben in den Film, auch wenn der Tod Einzug hält. Carrs Beziehung zu einem älteren Jugendfreund von Burroughs, Modellfall einer von Faszination und Frustration gespeisten Obsession, deutet den Weg an, den auch Ginsbergs Liebe für den Rebellen mit dem Engelsgesicht nehmen könnte und mündet in eine Tragödie, die die großen Werke der Beat-Autoren nachhaltig beeinflusste.

    Die ganze Geschichte des von Rimbaud inspirierten Magneten der Bewunderung, Vater des Romanciers Caleb Carr, böte selbst Stoff für ein vielschichtiges Drama mit Noir-Nuancen, muss sich hier aber einem Film unterordnen, der den Fokus auf Ginsberg und ein zeitlos aktuelles Lebensgefühl legt. “Kill Your Darlings” macht visuell das Beste aus seinem kleinen Budget, glänzt vor allem in einer Drogenrausch- sowie einer Einbruchssequenz -, und hat in Radcliffe einen Star, der sich von seiner filmischen Vergangenheit zu lösen versucht, während sich DeHaan, an den jungen John Moulder Brown erinnernd, für die Zukunft empfiehlt. kob.

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