Keinohrhasen (2007)

Keinohrhasen Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Keinohrhasen: Romantik-Komödie von und mit Til Schweiger, der vom rasenden Reporter und Hallodri via Kindergarten-Einsatz zu Verantwortungsbewusstsein erzogen wird.

Boulevardreporter Ludo (Til Schweiger) jagt mit Paparazzo Moritz (Matthias Schweighöfer) tagaus tagein nach Stars, Sternchen und Boxenludern. Der Schwerenöter glaubt bisweilen selbst an die hanebüchenen Storys, die er vertickt – was ihm eines Tages jede Menge Ärger einbringt. Eine Richterin verdonnert ihn zu 300 Stunden Sozialarbeit in einem Kinderhort. Dort regiert Anna (Nora Tschirner), die noch eine alte Rechnung mit dem Hallodri offen hat und ihm die Hölle heiß macht.

Selbstironie und spritzige Dialoge sind der Schmierstoff, mit dem die formidable Liebes-Komödie von und mit Til Schweiger (“Barfuss”) auf Touren kommt. Die clevere Comedy lässt ihn auf eine streitsüchtige Nora Tschirner (“FC Venus”) prallen, bis sich erste Gefühle regen.

Reporter Ludo und sein Fotograf Moritz sind die Könige des Boulevard. Doch einmal gehen sie in ihrer Story zu weit und Schwerenöter Ludo wird zu 300 Arbeitsstunden in einem Kinderhort verdonnert. Dort ist ausgerechnet Anna Chefin, die Ludo schon als Kind nicht ausstehen konnte.

Reporter Ludo und sein Fotograf Moritz sind die Könige des Boulevard. Doch einmal gehen sie mit einer Story zu weit, und Schwerenöter Ludo wird zu 300 Arbeitsstunden in einem Kinderhort verdonnert. Dort ist ausgerechnet Anna die Chefin, die Ludo als Kind kannte und schon damals nicht ausstehen konnte. Entsprechend macht sie dem Hallodri die Hölle heiß. Doch bis es zu dessen Läuterung und des Widerspenstigen Zähmung kommen kann, müssen noch einige Hindernisse genommen und Klippen umschifft werden.

Videos und Bilder

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Einmal gibt Ludo in einem Gespräch über Beziehungsfragen und die Welt überhaupt etwas von sich, was durchaus auch Til Schweigers Philosophie sein könnte: Dass man sich nie zum Deppen machen lassen sollte, weil dann entweder dem anderen der Depp irgendwann langweilig wird, oder weil der Depp irgendwann merkt, dass er ein Depp ist und dann die Kacke am Dampfen ist. Darum geht’s den ganzen Film über: Dass irgendwer immer der Depp vom anderen ist, bis sich dann die zwei finden, die sich gegenseitig schon oft genug den Deppen vorgespielt haben.

    Der eine wird vom anderen verarscht: Das ist an sich kein schlechtes Konzept für eine Komödie, stützt es sich doch auf ein altes Prinzip der Komik: Die Schadenfreude, das Lächerlichmachen eines Opfers. Schweiger setzt in seiner dritten Regiearbeit ganz auf diese Methode, und er setzt sie ein wie eine Streubombe, die in jeder Richtung Kollateralschäden hinterlässt. Und das ist das Problem des Films: Dass er zwar dauernd und aus allen Situationen einen Gag zieht, dass die aber völlig ungesteuert und plan-, ja gedankenlos eingesetzt werden. Möglichst viele Opfer, möglichst viel Schadenfreude, möglichst viel Komik, möglichst viel Spaß: Diese Formel geht nicht auf.

    Da trifft also der berechnende Womanizer auf die Öko-Kindergärtnerin, und abwechselnd werden beide Seiten verunglimpft. Womit Schweigers Film genau den Fehler begeht, dem auch Ludo in der Geschichte verfällt, dass er nämlich Witz damit verwechselt, sich über andere lustig zu machen. Zum Beispiel über Frauen mit dicken Brillen und Strickpullis, die ein bisschen tapsig sind. Während andererseits die Fehler Ludos immer einen Touch von Selbstironie Til Schweigers haben, Ludo ist soooo cool und soooo sexy, was aber gerade durch die kokett-neckische Selbstverneinung als Verhaltensweise affirmativ bestätigt wird. So übernimmt der Film (unabsichtlich?) die Sicht von Ludo, was wohl damit zusammenhängt, dass Til sich die Rolle auf den Leib geschrieben hat: Er zieht alles ins Lächerliche, in einer Riesenwolke von Ironiegeruch, ohne dass je ein wirklicher Witz entstehen würde. Vielmehr hebt sich irgendwie alles gegenseitig auf.

    Wenn sich Til dann lustig macht über alternative Erziehungsmethoden wie in Annas Öko-Kinderhort, dann entsteht der Eindruck, er wolle seiner Ex-Frau Dana heimzahlen, dass sie vier gemeinsame Kinder haben und dass sie einen erfolgreichen Schwangerschaftsmodenversand betreibt. Aber das ist natürlich Unsinn, seine vier Sprösslinge haben Filmrollen als Kinderhortkinder, und gerade in diesem Moment, wenn sich Til/Ludo im Kindergarten für keinen Gag zu schade ist, wird aus der bisherigen Lustigkeitsveranstaltung eine romantische Komödie.

    Schweiger setzt auch nun, in der zweiten Hälfte des Films, auf alte Rezepte, das langsame Annähern zweier gegensätzlicher Pole, die sich wechselseitig beeinflussen: Anna wird von ihren Beziehungsproblemen und ihrem Männerhass geheilt, ausgerechnet von dem Mann, der dafür verantwortlich ist. Und Ludo erhält Nachhilfe in Verantwortungsbewusstsein und Sensibilität und dem richtigen Umgang mit Frauen. Dazu baut Schweiger die hohle Metapher vom Keinohrhasen auf, der total was besonderes ist und den man einfach lieb haben muss…

    Schweiger, der zuvor sein eines Gesicht für die Absonderung von Zynismen eingesetzt hat, zeigt sich nun, mit demselben einen Gesicht, von seiner gefühligen Seite. Sein einer Blick soll nun Verliebtheit ausstrahlen, dann auch Traurigkeit und Liebeskummer; doch irgendwie stört diese eine Mimik gar nicht weiter, weil der ganze Film nur aus Klischeefiguren besteht. Und weil sowieso alle Charaktere ohne Gefühl, ohne Einfühlung gezeichnet sind – was ja wiederum zu Tils Ludo-Figur passt. Nora Tschirner zum Beispiel ist ja zweifellos hübsch – der Film behauptet aus dramaturgischen Gründen ständig das Gegenteil, was völlig unglaubwürdig wirkt. Und nicht jede „Bild“-Zeitungs-Parodie ist gleich Medienkritik, auch wenn Schweiger das offenbar so sieht… Immerhin kann man sich die Zeit vertreiben, indem man die vielen Cameo-Auftritte deutscher Stars zählt; gefilmt wurde unter anderem beim deutschen Filmpreis 2007.

    Am Ende, im englischsprachigen (!) Abspann, dankt Til Schweiger bezeichnenderweise Uwe Boll, „the coolest motherfucker on earth“ – a.k.a. „schlechtester Filmemacher on earth“.

    Fazit: Til Schweiger ist reichlich talentfrei, wenn es um Komik und Gefühl geht. Zwar gelingen ihm schöne Bilder, er versammelt eine Menge deutscher Stars – dennoch schafft er’s, jede Romantik in der Komödie und jede Komik in der Romanze zu versemmeln. Trotzdem einen halben Stern mehr als für „Barfuss“…
  • Nach “Barfuß” inszeniert sich Schauspieler Til Schweiger erneut selbst in einer Romantikkomödie. Allerdings schlägt er hier deutlich weniger melancholische Töne an, sondern konzentriert sich mehr auf die komischen Aspekte. Nora Tschirner gibt charmant die Gegenspielerin und verwandelt seinen Hallodri in einen verantwortungsbewussten Mann.

Darsteller und Crew

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