Kaddisch für einen Freund (2011)

Kaddisch für einen Freund Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Kaddisch für einen Freund: Wie sich Vorurteile zwischen Juden und Palästinensern überwinden lassen und aus Hass Freundschaft werden kann, erzählt Leo Khasin mit Humor und Melodramatik.

Das Elend der Flüchtlingslager hat den 14-jährige Ali und seine palästinensische Familie geprägt. Als sie vorläufig in den arabischen Kiez in Kreuzberg ziehen dürfen, reagieren sie auf einen einzelnen jüdischen Nachbarn unverhohlen aggressiv. Kaum hat die Ghettogang den Jungen angestachelt, gemeinsam die Wohnung des 84-jährigen russisch-jüdischen Weltkriegs-Veteranen Alexander zu verwüsten, droht nach der blindwütigen Tat der ganzen Familie die Abschiebung. Alis Mutter verdonnert ihn zur Wiedergutmachung: Er soll die demolierte Wohnung renovieren.

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Kritikerrezensionen

  • Wie sich Vorurteile zwischen Juden und Palästinensern überwinden lassen und aus Hass Freundschaft werden kann, erzählt Leo Khasin mit Humor und Melodramatik.

    Zunächst aber vertritt der in Moskau geborene Berliner Leo Khasin in seinem beachtlichen Regiedebüt eine schroffe, authentische Linie, die wenig Rücksicht auf politisch korrekte Befindlichkeiten legt.

    Der 14-jährige Palästinenser Ali und seine Familie sind geduldete Flüchtlinge in Kreuzberg und entdecken zu ihrem Entsetzen beim Einzug, dass – mitten im muslimisch bevölkerten Kiez – in der Wohnung über ihnen der 84-jährige jüdisch-russische Veteran Alexander lebt. Fortan tragen sie den jüdisch-palästinensischen Konflikt nach Berlin und importieren ihren Judenhass.

    Wie der unbescholtene Ali von seiner Ghettogang dazu angestiftet wird, die Wohnung des harmlosen Alten zu verwüsten, fängt Khasin mit fast dokumentarischen, beklemmenden Handkamerabildern ein, die so dicht dran an all den Ressentiments und Gewaltausbrüchen der Immigranten sind, dass sich fast zwangsläufig komische Momente einschleichen müssen, um diesen Straßenrealismus zu entschärfen.

    Nach der Anzeige droht Ali die Abschiebung, also verdonnert ihn seine schwangere Mutter dazu, die zerstörte Wohnung zu renovieren. Daraus entwickelt sich die Geschichte einer unwahrscheinlichen Freundschaft zwischen dem widerwilligen Jungen und einem mit seinem Alter geschlagenen, aber unbeugsamen Einsiedler. Mögen die eindimensionalen Nebenfiguren die Handlung mit Konflikten überfrachten, die teilnahmsvoll geschilderte Annäherung der beiden Protagonisten stellt die Möglichkeit der Überwindung kultureller Klüfte unter Beweis. Und gegen die melodramatischen Wendungen spielen der polnische Theaterschauspieler Ryszard Ronczewski (“Am Ende kommen Touristen”) sowie der algerischstämmige Neil Belakhdar (“Wir sind die Nacht”) erfolgreich an. Die Entwicklung seiner beiden Hauptfiguren meistert Khasin mit zunehmend versöhnlich Ton, der mit unverwüstlichem Lebensmut, Trotz und Würde die Vorurteile besiegt. “Kaddisch” wandelt sich zu einer Dramödie, die einen – nicht zuletzt durch ein tragisches Schicksal – für sich einnimmt. tk.

Darsteller und Crew

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