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Julietta (2001)

Julietta Poster
Nicht mehr im Kino.
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Kritikerwertung (1)
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Filmhandlung und Hintergrund

Julietta: Ungewöhnliche Dreiecksgeschichte um ein Mädchen, das von einem verliebten Vergewaltiger schwanger wird.

Während der Love-Parade wird Julietta bewusstlos und bekommt nicht mit, dass der verliebte Max sie vergewaltigt. Julietta wird schwanger und sucht nach ihrem Freund Jiri, den sie für den Vater hält. Statt Jiri findet sie Max. Langsam entsteht Zuneigung zwischen den beiden. Bis Max ihr alles erzählt und Juliettas Gefühle völlig durcheinander geraten.

Julietta, Tochter aus reichem Haus, fährt von Stuttgart nach Berlin, wo sie mit ihrem Freund, dem Medizinstudenten Jiri, auf der Love Parade ausgelassen feiert. Da verlieren sich die beiden in den Menschenmassen aus den Augen. Julietta – im Drogenrausch ohnmächtig geworden – wird von DJ Max “gerettet”. Der kann sich nicht beherrschen und liebt bzw. vergewaltigt die bewusstlose Frau. Als das Trio später zufällig wieder aufeinander trifft, ist Julietta schwanger, wird Jiri als Drogendealer enttarnt und Max, der vermeintliche Helfer, muss Farbe bekennen…

Bilder

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Ein gewagtes Thema hat sich Christoph Stark für seinen ersten langen Kinospielfilm ausgesucht: Ein junger Mann schläft zwischen Nacht und Tag nach der Love Parade mit einem wunderschönen Mädchen. Die Sache hat nur einen Haken, sie ist bewusstlos, mit einem anderen befreundet und sechs Wochen später schwanger. Auftakt zu einer sehr ungewöhnlichen Beziehungsgeschichte und dramatischen Auseinandersetzungen.

    Eine heitere Love-Story vor dem Hintergrund der Love-Parade könnte man zuerst meinen. Doch was als Ausflug der abenteuerlustigen Julietta in die Hauptstadt begann, endet in einer schwierigen und existenziellen Entscheidungsfindung. Das Mädchen aus Stuttgart fährt mit zwei Freundinnen zur größten Party der Republik und will etwas erleben, gemeinsam mit ihrem Berliner Freund Jiri, einem durchgedrehten Medizinstudenten. Fun steht auf dem Programm, Ecstasy inklusive. Im Drogenrausch verlieren sie sich in den tanzenden Massen, bei der Abkühlung im kühlen Nass eines Brunnens wird Julietta ohnmächtig und wacht erst Stunden später wieder auf. An ihrer Seite der sympathische und hilfsbereite Max, der sie mit einem schrottreifen Krankenwagen und Blaulicht zum Bahnhof fährt. Was sie nicht ahnt – er nutzte ihre Bewusstlosigkeit aus, um mit ihr zu schlafen. Wie das Leben im Film so spielt, donnert Max wenig später in das Motorrad von Jiri, nach dem ersten Ärger werden die beiden die besten Buddies. Max zieht gar in das gleiche Haus wie Jiri und stellt dann entsetzt die Beziehung zwischen seinem Freund und Julietta fest. Als die dann schwanger in Berlin auftaucht, läuft ihr als erstes Max über den Weg, wieder einmal als Retter in der Not, denn Jiri hat einen Drogendealer an der Hacke und ist nicht aufzufinden. Die unterhaltsam angelegte “Dreiecks-Beziehungskiste” steht unter dem Unstern der “sanften Vergewaltigung”, die zwar problematisiert, aber erstaunlicherweise relativ leicht weggesteckt wird. Und das ist der Knackpunkt. Da vermag ein junges Mädchen ihre Gefühle nicht einzuordnen und erfährt schmerzlich, dass das Leben eben nicht nur Spaß, sondern auch bitterer Ernst sein kann. Stark inszeniert diese Selbstfindung als lockeres Szene-Leben im pulsierenden Berlin. Für ihn steht nicht die Vergewaltigung im Vordergrund, die er als Liebesakt darstellt. Sie dient nur als Auslöser für eine Betrachtung über den komplizierten Prozess des Erwachsenwerdens. In einer Zeit, in der die Sensibilität für das Thema sexuelle Gewalt in der Öffentlichkeit wächst, zeugt es von Blauäugigkeit, heute eine Vergewaltigung mit “sich gehen lassen” oder “ein Fehler” zu umschreiben. Die Variierung des Grundmotivs der Geschichte der Marquise von O von Heinrich von Kleist mit der Prämisse, die menschliche Existenz sei voller Abgründe und Gegensätze sollte jedenfalls für Diskussionen sorgen. Stark fängt zwar mögliche Vorwürfe damit auf, dass sein Protagonist sich aus schlechtem Gewissen selbst der Polizei stellt und Julietta, zwischen Wut und Gefühl hin- und hergerissen, ihn durch eine Falschaussage “rauspaukt”. Aber eine Irritation bleibt, wenn die letzte Einstellung ein Paar suggeriert – wenn auch mit ungewisser Zukunft. Die junge Darstellerriege (Lavinia Wilson, Matthias Koeberlin) kann sich sehen lassen, überzeugend vor allem Barnaby Metschurat als Max, der durch differenzierte Darstellung die Zerrissenheit des jungen Mannes glaubhaft vermittelt und dazu beiträgt, dass der heikle Film noch die Kurve kriegt und nicht in Schönfärberei abdriftet. Die fantasievolle Inszenierung mit ungewöhnlichen Locations vermittelt ein großstädtisches Lebensgefühl, das bei der Zielgruppe der 18- bis 20-Jährigen auf Resonanz stoßen könnte. mk.

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