Jack Reacher (2012)

Jack Reacher Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Jack Reacher: Tom Cruise als Kultfigur von Thriller-Autor Lee Child: Der gnadenlose Racheengel geht dem Fall eines Amok laufenden Scharfschützen nach.

Als in einer US-Kleinstadt fünf Menschen scheinbar willkürlich einem Scharfschützen zum Opfer fallen, fällt der Verdacht auf einen Ex-Soldaten. Doch dieser beteuert seine Unschuld, die ausgerechnet der Mann beweisen soll, der ihn wegen Kriegsverbrechen hinter Gitter zu bringen versuchte. So kehrt Ex-Militärcop Jack Reacher aus der Anonymität zurück, in die er lange abgetaucht war. Schnell erkennt der harte und smarte Analytiker und Aufräumer, dass hinter dem Massaker andere Motive, vielleicht auch andere Täter stecken.

Jack Reacher soll die Unschuld eines Mannes an einem Massaker beweisen, den er einst hinter Gitter bringen wollte. Erste Verfilmung eines Romans von Lee Child, dessen Titelheld von Tom Cruise ebenso smart wie agil gespielt wird.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Seit guten 15 Jahren konstruiert der britisch-amerikanische Thriller-Autor Lee Child seine Romane um den ambivalenten Helden "Jack Reacher". Für die Verfilmung des Buches "Sniper" aus dem Jahre 2005 hat Christopher McQuarrie, der für "Die üblichen Verdächtigen" einen Drehbuch-Oscar einheimste und für Cruise schon "Operation Walküre" geschrieben hat, das Skript verfasst und auch die Regie übernommen.

    McQuarrie eröffnet den Film mit einer meisterhaften Sequenz, die Großstadt-Paranoia aus jeder Einstellung quillen lässt. Da fährt der Sucher des Scharfschützen-Gewehrs scheinbar wahllos Passanten ab, schwenkt beinahe sanft von einem zum nächsten und wieder zurück – und erschießt sie schließlich alle, während McQuarrie immer wieder die anonymen Fassaden der Hochhäuser ins Bild setzt, wo hinter jedem der makellos polierter Fenster der Tod lauern könnte.

    Grundsätzlich gestaltet er die Ermittlungen Reachers schnörkellos, geradlinig und mit schlichter Eleganz. In "Jack Reacher" geht man durchaus noch mit den Fäusten aufeinander los, und Verfolgungsjagden führen ganz altmodisch im Auto durch die dunklen, kalten Straßenschluchten der Großstadt. Bei seinen Recherchen deckt Reacher einen zwar reichlich brisanten, aber nun nicht unbedingt welterschütternden Fall auf – all dies macht „Jack Reacher“ zu einem geerdeten Action-Film, der sich angenehm abhebt von den Comic-Spektakeln der vergangenen Jahre.

    Dies liegt auch an Tom Cruise ("Mission: Impossible - Phantom Protokoll", "Rock of Ages"), der lässig gegen jede naheliegende Überhöhung seiner Figur anspielt. Cruise’ Reacher ist ein entspannter wie prinzipientreuer Normalo mit besonderen Fähigkeiten und einem etwas ungewöhnlichen Lebenswandel – und nicht etwa ein grüblerischer, unnahbarer Eremit. In diese Rolle muss eher der deutsche Regisseur Werner Herzog ("Bad Lieutenant", "Die Höhle der vergessenen Träume") schlüpfen, der als Ober-Gangster The Zec mit Glasauge und forciertem Akzent jedoch weder puren Schrecken noch die Anziehungskraft des Bösen verströmen kann.

    Fazit: Dem renommierten Drehbuchautor Christopher McQuarrie gelingt mit "Jack Reacher" ein packender Thriller, der auf den Größenwahn einiger aktueller Produktionen vollkommen verzichtet. Stattdessen setzt er auf geradlinige Action der alten Schule und einen lässigen Tom Cruise.
  • Mit seinem ersten, sehr gelungenen Auftritt als Lee Childs populärer Manhunter eröffnet sich Tom Cruise ein neues vielversprechendes Franchise.

    “Schlag schnell zu, schlag hart zu, schlag oft zu”. Es sind markige Statements wie diese, die Lee Childs in bisher 17 Romanen ermittelnden Ex-Militärcop zur Kultfigur gemacht haben. Reachers Leinwandpremiere ist dennoch kein Forum fürs Sprücheklopfen, sondern ein seriös entwickelter Qualitätsthriller, der auf große Vorbilder der 1970er Jahre verweist. Das Altmodische, prägendes Merkmal dieser Franchiseouvertüre, ist im Zeitalter von Speed-Erzählrhythmus und Digitalzauber geradezu revolutionär. “Jack Reacher” vertraut langen Einstellungen, dialogorientierten Szenen und intensiven Actionsequenzen ohne Exzess.

    Diesen Ansatz vermittelt Regisseur Christopher McQuarrie, Autor von “Die üblichen Verdächtigen” und auch dieser Adaption von Childs Bestseller “Sniper”, bereits in den ersten Einstellungen. Bedächtig sucht ein Zielfernrohr seine Opfer, spielt ein Scharfschütze Herr über Leben und Tod, bis er fünf Menschen aus dem Leben reißt. Als die Polizei einer US-Kleinstadt ermittelt, weisen die Spuren deutlich auf einen Ex-Soldaten mit mörderischer Vergangenheit hin. Dieser aber fordert zum Nachweis seiner Unschuld ausgerechnet den Mann an, der ihn wegen Kriegsverbrechen vergeblich hinter Gitter zu bringen versuchte. Jack Reacher ist dieses Phantom, das ohne Bindung und Besitz durch Amerika zieht und Verbrecher jagt, die ihrer gerechten Strafe entkommen konnten. McQuarrie mythologisiert im Dialog die Titelfigur noch stärker, als das Colonel Trautman seinerzeit bei Rambo tat. Doch sein Film hält, was er verspricht: Reacher ist smart und hart, ein effizienter Analytiker und Aufräumer.

    Aller Bedenken der Fangemeinde zum Trotz sind Cruise und die stoische Kultfigur kompatibel, stimmt auch die Chemie mit Rosamund Pikes taffer, aber emotionaler Anwältin und Robert Duvalls typischer Rolle als kauzig-sympathischer Brummbär. Die zentralen Figuren, fast alle von Misstrauen und Verstand geleitet, sind Pluspunkt einer einfachen, nicht alles erklärenden Story, die von plastischer, ungewöhnliche Perspektiven bietender Kameraarbeit, von düster-pulsierender Musik und einem präzisen, nie hektischen Schnitt veredelt wird. Die perfekte Synthese dieser Komponenten zeigt auch eine Car Chase, die mit James Grays “Helden der Nacht” zu den besten Autoverfolgungen seit den großen Copfilmen der 1970er Jahre zählt. kob.
  • Jack Reacher kam, wurde gesehen und ward dann auch schon wieder vergessen.
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