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Iron Sky (2011)

Iron Sky Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (1)
  1. Ø 5
Kritikerwertung (3)
  1. Ø 3.3

Filmhandlung und Hintergrund

Iron Sky: Trashige SciFi-Satire mit Crowdfunding-Budget um Weltraumpläne der Nazis, von denen die Erde 2018 heimgesucht wird. Mit Julia Dietze, Udo Kier und Götz Otto.

1945 ist einer Handvoll Nazis die Flucht auf den Erdtrabanten geglückt. Dort haben die Überlebenden der “großen vaterländischen Niederlage” eine geheime Basis gegründet, von der aus sie im Jahr 2012 New York mittels “Reichs-Flugscheiben” und fliegenden Untertassen namens “Haunebu” angreifen. Um die Macht im All und auf der Erde streiten sich die rivalisierenden Führer Wolfgang Korztfleisch und Klaus Adler, der US-Präsidentin kommt der Krieg mit den NS-Schurken gerade recht, muss sie doch wegen schlechter Popularitätswerte um ihre Wiederwahl bangen.

1945 gelingt einer Handvoll Nazis die Flucht auf den Mond. Auf der dunklen Rückseite des Erdtrabanten errichten sie eine geheime Basis, von der sie irgendwann die Erde angreifen und zurück erobern wollen. Eine Expedition von dort, bei der die Nazipopulation zufällig entdeckt wird, setzt den Angriffsplan in Kraft. Zuvor jedoch soll eine Spezialeinheit auf der Erde die Lage sondieren. Unterdessen kommt der US-Präsidenten ein Krieg mit NS-Schurken gerade recht, muss sie doch wegen schlechter Unfragewerte um ihre Wiederwahl fürchten.

Nazis vom Mond nehmen die Erde ins Visier, und Amerikas Präsidentin hat auf so eine Gelegenheit nur gewartet. Schwarzer Humor und Satire in einer stilvoll inszenierten Science-Fiction-Actionkomödie, von Fans coproduziert.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (3)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Amüsanter Film, der aus einer albernen Prämisse tatsächlich genug Stoff für einen abendfüllenden Film herausholt.
  • Die ultimative Sci-Fi-Komödie: Nazis stürmen von der dunklen Seite des Mondes auf die Erde – zum letzten Gefecht.

    Darf man das eigentlich? Einen Film drehen über Nazis auf dem Mond, die zum Endsieg auf der Erde landen, um dort ihr Unwesen zu treiben? Und ob – wenn es sich um eine solch rabenschwarze Satire handelt wie “Iron Sky”. Und Timo Vuorensola, dem die zündende Idee im kalten Winter in der heißen Sauna kam, findet sich in bester Gesellschaft, schließlich hat sich auch Charlie Chaplin Hitler vorgeknöpft, mit “Der große Diktator”. Der Finne lässt es ordentlich krachen, erst bei der geheimen Mission auf der dunklen Seite des Mondes und dann bei der Rückkehr im Jahr 2018 auf Mutter Erde. Die Spaßguerilla läuft vom Stapel: Zwei “Führer” liefern sich ein Duell, Udo Kier und Götz Otto, und da rummst es auch schon mal feste im Weltraum oder in Good Old New York. Wenn die ewig gestrige braune Brut Amerika entert, steht im Weißen Haus ein Fitness besessener Sarah-Palin-Lookalike bereit. Der schlichten Präsidentin laufen die Wähler trotz “Yes she can”-Slogan davon, also wäre ein Blitzkrieg mit Blitzsieg gerade recht. Das Personal ist bestens besetzt, bei den Nazis darf das hübsche Blondchen nicht fehlen. Das mimt Julia Dietze als überzeugte Lehrerin für Jungpimpfe. Die rassistische Ideologie der Vorzeige-Arierin gerät aber ins Schwanken, als eine US-Raumkapsel im Mondsand landet. Ein Astronaut wird ruckzuck abgemurkst, dem anderen (ausgerechnet einem Afroamerikaner!) schaut sie tief in die Augen (Christopher Kirby), und es ist um sie geschehen. Mit diesem hübschen Kerl können die eisernen Kameraden eben nicht konkurrieren. “Iron Sky” ist abgefahrene Sci-Fi-Comedy, die sich nicht eine Sekunde ernst nimmt und politisch unkorrekt voll auf die Pauke haut, ein wunderbarer Blödsinn und herrlich kruder Klamauk für die Lachmuskeln. Durchgeknallter geht’s nicht!
  • In der Vergangenheit gab es immer wieder Versuche aus dem Fandom, aufwändige Science Fiction-Projekte im Alleingang zu stemmen - sei es die unvollendete hessische Astro-Saga, ein über mehrere Jahrzehnte entwickelter "Perry Rhodan"-Spielfilm oder Jack Moiks Weltraumoper "Nydenion - Krieg der Kolonien", entstanden im Zeitraum von 14 Jahren.

    Weitaus effektiver agierte der finnische Regisseur Timo Vuorensola, der per Internet mit einer No-Budget-Parodie "Star Wreck: In the Pirkinning" bekannt wurde und danach mit "Iron Sky" sein erstes Großprojekt unter anderem per Crowd Funding finanzierte. Fans konnten sich nicht nur am Budget (und eventueller Gewinnausschüttung) der schrägen Weltraumkomödie beteiligen, sondern bekamen Einblick in die Produktion, durften eigene Designvorschläge einbringen und als Statisten vor der Kamera agieren. Laut Produzent Oliver Damien wurde das Filmprojekt durch diese gewagte Methode gerettet, weshalb der Begriff "Krautfunding" bald die Runde machte. Ebenso beteiligten sich die hessische Filmförderung und Hessen Invest am teuersten finnischen Film.

    Man darf dem Filmteam von "Iron Sky" nicht nur Einfallsreichtum und Geschäftssinn, sondern auch ein Gespür für überdrehte Ideen und satirischen Witz attestieren, mit dem die Stereotypen des Nazikinos auf die Schippe genommen werden. Wenn Vuorensola gleich zweimal Chaplins "Der große Diktator" zitiert, was immerhin dramaturgisch eingeflochten wird, lehnt er sich allerdings etwas weit aus dem Fenster. Diesen Biss erreicht sein versponnenes Mondnazi-Utopiegebäude dann doch nicht. Projekte wie dem in einer Marburger Lagerhalle gedrehten "Nydenion" ist die überdrehte Nazifarce in Sachen Schauspielführung, Tricktechnik und Timing überlegen - teilweise zumindest. Insgesamt fällt das aufwändige Ergebnis, zum Leben erweckt unter anderem in Australien und einem Rüsselsheimer Opelbunker, durchaus professionell aus - trotz uneinheitlicher Leistungen in allen Bereichen.

    Das beginnt schon bei der nicht durchgehaltenen Gagdichte. Geglückten Einfällen wie eine auf Oberflächenreize orientierte Sarah Palin-Doppelgängerin als US-Präsidentin über faschistische Ideologien als neuster Schrei der amerikanischen Politik stehen reichlich Klamauk und Wiederholungen gegenüber. Es setzt sich fort bei den disparaten Schauspielerleistungen: Während die Komödien erfahrene Julia Dietze ("Erkan & Stefan - Der Tod kommt krass") als blondes Gretchen ein Glücksfall darstellt, wirkt Peta Sergeant in der Rolle der PR-Beraterin überfordert, und Stephanie Paul als US-Oberhaupt erkennt man zu deutlich ihre Stand-up-Comedy-Vergangenheit an. Udo Kier agiert als Möchtegern-Führer gewohnt hölzern, trägt aber zum Vergnügen bei, während sich der ebenfalls vor keiner Trash-Rolle zurück schreckende Götz Otto, der als Ex-Dietzenbacher quasi vor der Haustür drehte, als machtgieriger Schurke souverän behauptet. In einer Minirolle gibt es ein Wiedersehen mit Altstar Claus Wilcke ("Percy Stuart") als russischer UN-Vertreter.

    Bei den Spezialeffekten überzeugt das Setdesign wie die Mondstation in Hakenkreuz-Form oder das Raumschiff Götterdämmerung, was die slovenische Band Laibach auf dem Soundtrack mit reichlich Wagner-Anleihen kommentiert. Dagegen wirkt der Blue Screen-Einsatz oftmals zu deutlich ersichtlich.

    Unter dem Strich kann man als Science Fiction-Fan durchaus seinen Spaß an dem Berlinale-Publikumshit "Iron Sky" haben, selbst wenn die behauptete Blauäugigkeit der deutschen Bevölkerung wenig glaubwürdig erscheint und am Ende einmal mehr der Actionbombast das Gagbombardement erstickt.

    Fazit: "Iron Sky" ist eine absurde, visuell eindrucksvolle Science-Fiction-Komödie, der letztlich eine klare Linie zwischen Satire, Parodie, Filmzitat und Klamauk fehlt.
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