Iris (2001)

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Filmhandlung und Hintergrund

Iris: Packendes Drama über die britische Literatin Iris Murdoch, deren Ehemann nach ihrer Alzheimer-Erkrankung verzweifelt um die Liebe seines Lebens kämpft.

Trotz turbulenter Aufs und Abs zu Beginn ihrer Beziehung bleiben die gefeierte Literatin Iris Murdoch und Literaturkritiker John Bayley ein Paar. Im Lauf der Jahre kommen sie einander immer näher, bis zu einem schicksalhaften Tag im Jahr 1997: Die Ärzte diagnostizieren bei Iris die Alzheimersche Krankheit. Doch John ist nicht bereit, die Liebe seines Lebens kampflos aufzugeben.

Mit seinem dritten Kinofilm zaubert Theater-Guru Richard Eyre eine filmische Verneigung vor der Schriftstellerin Iris Murdoch auf die Leinwand. In zwei Zeitschienen werden vor dem Hintergrund ihrer wechselhaften Beziehung zu ihrem Eheman der Aufstieg der jungen Literatin (Kate Winslet) in den 50er Jahren und der aussichtlose Kampf der Autorin im Seniorenalter (Judi Dench) gegen ihre Krankheit geschildert.

Trotz vieler Höhen und Tiefen zu Beginn ihrer Beziehung bleiben die gefeierte, freiheitsliebende Literatin Iris Murdoch und der Literaturkritiker John Bayley ein Paar. Im Laufe der Jahre sind die beiden sich sogar immer näher gekommen. Bis zu jenem schicksalhaften Tag im Jahr 1997, als ihre Beziehung der schwersten Belastungsprobe überhaupt ausgesetzt wird: Die Ärzte diagnostizieren bei Iris Alzheimer. Doch John ist nicht bereit, die Liebe seines Lebens kampflos aufzugeben…

Einfühlsames Portrait der ungewöhnlichen Liebesbeziehung zwischen der freiheitsliebenden Literatin Iris Murdoch und dem Literaturkritiker John Bayley, erzählt nach dessen Memoiren vom britischen Theatermann Richard Eyre.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Mit einem höchst ungewöhnlichen Ansatz nähert sich der britische Theatergigant Richard Eyre dem Leben der gefeierten Literatin und Philosophin Iris Murdoch, die 1999 ihrer Alzheimer-Erkrankung erlag. Nach Motiven der beiden Memoiren ihres Ehemanns John Bayley verzichtet er gezielt auf das Abhaken biographischer Eckdaten, sondern beschreibt im Spannungsfeld zwischen Gegenwart und Rückblenden eine Liebes- und Krankengeschichte, die zu Herz geht, aber vor allem auch den Intellekt kitzelt. Nicht zuletzt dank der überragenden Leistungen der vier Hauptdarsteller unbedingt sehens- und diskutierenswert.

    Wenn der spätere Literaturkritiker John Bayley gleich zu Beginn des Films ruft: “Iris, ich kann mit Dir nicht Schritt halten”, als seine künftige Frau ihm wieder einmal auf dem Fahrrad davonprescht, ahnt man wohl, dass dieser Ausruf eine geeignete Überschrift für sein gesamtes Leben mit Iris Murdoch sein wird. Überrascht wird man davon, wie weit Richard Eyre und sein Autor Charles Wood genau diesen Punkt treiben werden. Iris Murdoch ist Dreh- und Angelpunkt im Leben von John Bayley, der sich ihr und ihrer Brillanz voll und ganz unterordnet: In ihren jungen Jahren muss er mit ansehen, wie sich seine Frau ihre Liebhaber beiderlei Geschlechts nach Belieben nimmt; erst im Alter scheinen sie ihren Frieden miteinander geschlossen zu haben, doch Iris enteilt ihm erneut, diesmal jedoch in eine Welt, in die er ihr nicht mehr folgen kann: Mit unerbittlicher Konsequenz radiert Alzheimer den intelligentesten und wachesten Geist Großbritanniens und mit ihm die Persönlichkeit Iris’ Stück um Stück aus. Völlig unsentimental folgt “Iris” dem Verlauf der Krankheit und den einhergehenden Verfall: Iris kann sich bei einem Interview nicht mehr auf Fragen konzentrieren, beim Schreiben entfallen ihr die einfachsten Worte. Bald schon erkennt sie selbst gute Freunde nicht mehr und ist nicht mehr in der Lage, ihre Umwelt als solche zu begreifen. Großer Nachdruck liegt in diesen einfach konstruierten Szenen – und die Angst in Judi Denchs Augen, als Iris von dem schwarzen Loch erfährt, das sie unweigerlich verschlingen wird, überträgt sich auf den Zuschauer: Welch ein Horror, wenn ein Mensch, dessen gesamte Existenz explizit auf der Bedeutung von Sprache basiert, die eigene Fähigkeit zu Sprechen und Begreifen verliert. Aber “Iris” ist vor allem ein Film über John Bayley, den Mann, der immer die zweite Geige spielte. Mit ihm wandert der Zuschauer im nahtlosen Ansatz immer wieder zurück in die Vergangenheit, als eine junge, wilde Iris (jetzt gespielt von Kate Winslet) alle Konventionen – und immer wieder das Herz des Mannes, der sie weniger liebt als vielmehr vergöttert – bricht. Diese vitalen, leicht traumartigen Szenen setzen einen wichtigen Kontrapunkt zu den Szenen der ins Nichts abdriftenden Iris der Gegenwart. Und sie verdeutlichen die Dynamik der Beziehung zwischen ihr und John, die sich mit Einsetzen der Krankheit in einer grausamen Ironie komplett umzudrehen zu scheint. Nach 40 gemeinsamen Jahren ist es erstmals die dominante Frau, die nicht mehr ohne ihren schusseligen, gebückten Mann existieren kann. Je tiefer Iris in den Nebel eintaucht, desto deutlicher wird aber auch, dass John sich abermals als Verlierer sieht. Bislang war es ihm, wenn auch unter Mühen, immer gelungen ihr zu folgen, doch nun tritt sie durch eine Tür, in der sie ihn für immer allein lässt. Der Moment, in dem John Bayley im Bett in ihrem sensationell schmuddligen Haus beginnt, sie zu beschimpfen, endlich habe er sie für sich allein – nur jetzt wolle er sie nicht mehr (und sie auf seine verzweifelte Deklaration des Hasses reagiert, indem sie sich hilfsbedürftig an ihn schmiegt), ist eine der grausamsten Liebesszenen, die man sich vorstellen kann. Dass “Iris” angesichts solcher emotional nackter und packender Szenen nicht daran gelegen ist, eine konventionelle Filmbiografie sein zu wollen, hat Methode, wenn das eigentliche Ziel eine schmerzhafte, komplexe und zärtliche Liebesgeschichte ist, die auch den Kopf beschäftigen soll. Dem blendenden Ensemble – Dench, Broadbent, Winslet und Bonneville müssen in einem Atemzug genannt werden – obliegt es, für die emotionalen Nuancen zu sorgen. Eine Aufgabe, die sie mühelos meistern. ts.

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