In guten Händen (2011)

Originaltitel: Hysteria
In guten Händen Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

In guten Händen: Von britischem Humor geprägte lockere Komödie über die Erfindung des Vibrators mit überragendem Schauspielensemble.

Ein junger Arzt verliert wegen seiner modernen Ansichten ständig seine Stelle, bis er bei einem Experten für Hysterie und Frauenleiden unterkommt, der bei seinen Patientinnen an intimen Stellen Hand anlegt und Erfolg mit dieser “Behandlung” hat. Bald stehen die Damen beim neuen Doktor Schlange. Als seine Arme schmerzen, verliert er seine Stelle und die Verlobte, das Töchterchen des Chefs. Dafür sprühen die Funken zwischen ihm und deren aufmüpfiger Schwester. Zur Freude der Frauen entwickelt der Medikus aus einem elektrischen Staubwedel den ersten Vibrator.

Ein junger Arzt entdeckt im Viktorianischen England den Vibrator und schlägt sich auf die Seite der Sufragetten. Streckenweise hinreißend witzige Sittenkomödie über die Erfindung des Vibrators und die einhergehende Befreiung der Menschen.

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Auf DVD & Blu-ray (1)

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Kritikerrezensionen

  • Aus einem schlüpfrigen Stoff über Masturbation und der Erfindung des Vibrators eine romantische Komödie mit Screwball-Einschlag zu kreieren, erweist sich als nicht geringe Leistung, die Tanya Wexler mit ihrem dritten Spielfilm meistert. Einmal mehr bietet das britische Kino eine publikumswirksame Mischung aus komödiantischen Verwicklungen und hintergründiger Sozialkritik, wobei die geschilderten Ereignisse laut Ankündigung auf wahren Begebenheiten basieren. Natürlich bezieht sich diese Inschrift auf die reinen Fakten von „Hysteria“, so der Originaltitel, und weniger auf die typische Komödiensituation eines so naiven wie aufgeklärten jungen Arztes zwischen zwei sympathischen Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

    Unter dem Krankheitssymptom der „Hysterie“ bündelte man einst unterschiedliche weibliche Krankheitsbilder, wozu man Irrsinn, Epilepsie, Depression sowie Aufsässigkeit und Untreue zählte, was (teilweise) auf sexueller Entbehrung fußen soll. Tatsächlich ließ sich 1883 Joseph Mortimer Granville den elektrischen Vibrator patentieren, der eigentlich zur Behandlung von Muskelverspannungen gedacht war, bald aber zur Intimmassage eingesetzt wurde. Wexler und ihre Autoren verbinden diese historische Entwicklung mit dem Umstand, dass für Frauenrechte engagierte Suffragetten am Anfang des 20. Jahrhunderts als hysterisch eingestuft wurden. In der Geschichte muss sich der hilfsbereite Arzt Mortimer Granville zwischen der sittsamen Emily und ihrer schlagfertigen Schwester Charlotte entscheiden, die sich selbstlos im Armenviertel engagiert. Um sie mundtot zu machen, will die Justiz der impulsiven Kämpferin kurzerhand ihre Freiheitsrechte entziehen.

    Nahtlos fügt sich die Amerikanerin Maggie Gyllenhaal in ein spielfreudiges britisches Ensemble mit glänzend aufgelegten Darstellern wie Rupert Everett als reicher, gelangweilter Gentleman-Erfinder oder Jonathan Pryce als konservativer Frauenarzt, der für die notwendige Linderung einer frustrierten weiblichen Gesellschaftsschicht sorgt, was natürlich nur unter rein klinischen Gesichtspunkten geschieht. Selbst eine typische Boulevardfigur wie das lüsterne Dienstmädchen (Sheridan Smith), eine Ex-Prostituierte mit zweiter Chance, fügt sich nahtlos in das pointierte Drehbuch ein, das nie wirklich in die derben Gefilde einer platten Erfolgsklamotte wie „Sex on the Beach“ abdriftet. Hinter dem Konventionen eines typischen Kostümfilms mit humorvollen Dialogen spießt Wexler nebenbei Konventionen, Geschlechterrollen und Prüderie des viktorianischen Zeitalters auf. Auch den originellen Nachspann, der den weiteren Weg von Edmunds und Mortimers Erfindung nachzeichnet, sollte man sich nicht entgehen lassen.

    Fazit: Eine sozialkritische Historienkomödie um weibliche Befriedigung und Selbstbestimmung, die trotz sentimentaler Momente pointiert unterhält.
  • Von britischem Humor geprägte lockere Komödie über die Erfindung des Vibrators mit überragendem Schauspielensemble.

    Was haben das viktorianische England, ein elektrischer Staubwedel und ein Freuden spendender Vibrator gemeinsam? Viel, wenn man Tanya Wexlers opulentem Kostümfilm glaubt. Ihre amüsante Mischung aus Zeitkolorit, frivoler Komödie und romantischer Liebesgeschichte hat alles, was in gute Stimmung versetzt. Der Untertitel hält, was er verspricht: “Noch nie hat es so viel Spaß gemacht, geheilt zu werden”.

    Zwischen zwei Seiten des viktorianischen Lebens um 1880 herum bewegt sich der junge Arzt Mortimer Granville. Da ist die würdevolle und gediegene von seinem gesellschaftlich anerkannten Chef Dr. Robert Dalrymple, und die aufmüpfige und der Veränderung zugewandte von dessen älterer Tochter, die sich der Arbeit mit Bedürftigen widmet. Erst einmal lernt Granville, der wegen seiner modernen Ansichten über Keimtheorie ständig seinen Job verliert, bei Dalrymple wie man “hysterische” Frauen heilt, nämlich über die natürlich medizinisch legitimierte und auf keinen Fall sexuelle Massage des weiblichen Intimbereichs. Bald stehen die Damen beim fingerfertigen Doktor Schlange, bis seine entzündeten Arme ihm den Dienst und den Ladies die Entspannung versagen, seine Laufbahn und die Verlobung mit der gesitteten jüngeren Tochter ein unbefriedigendes Ende finden. Wie gut dass sein Freund und Wissenschaftler justament einen elektrischen Staubwedel entwickelt, den der Medikus zum Batterie getriebenen Vibrator umwandelt.

    Das Ensemble Hugh Dancy, Jonathan Pryce, Rupert Everett bildet ein wunderbar gegensätzliches Männertrio, dem Maggie Gyllenhaal und Felicity Jones in nichts nachstehen. Mit Ironie nimmt der Film die viktorianischen Moralvorstellungen unter die Lupe und entlarvt augenzwinkernd die frauenfeindliche und sexuelle Konnotation vermeidende Diagnostik als Prüderie, führt die männliche Idee von der Penetration als alleinigen Lustfaktor ad absurdum und das alles ohne die drei doch sympathischen Männer in die Pfanne zu hauen.

    Die leicht verspielte Lektion über Wissenschaftsglaube, viktorianische Konventionen und gesellschaftlichen Wandel, Frauenemanzipation und Männerirrtümer überzeugt rundum, nicht zuletzt durch die bis ins Detail stimmige Ausstattung bis in die Länge der Gehröcke und Reifröcke hinein. Und das (vorhersehbare) Happy End zwischen Medizinmann und aufrührerischer Tochter macht den Zuschauer glücklich, der bei dieser cleveren Komödie wirklich in den besten Händen ist. mk.
  • Witzig, stark gespielt, locker im Umgang mit seinem Thema: ein Kostümfilm für humorvolle Cineasten, nicht für kritische Geister.
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Darsteller und Crew

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