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Im Winter ein Jahr (2008)

Im Winter ein Jahr Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Im Winter ein Jahr: Beeindruckend gespieltes Drama um die verspätete Trauerarbeit in einer Familie.

Heikler Auftrag für den Künstler Max Hollander (Josef Bierbichler): Eliane Richter (Corinna Harfouch) bittet ihn, ein Porträt ihrer beiden erwachsenen Kinder anzufertigen. Zum einen die 22-jährige talentierte Tanz-Studentin Lilli (Karoline Herfurth), zum anderen ihr vor Jahresfrist tödlich verunglückter jüngerer Bruder Alexander (Cyril Sjöström). Bei den Sitzungen in seinem Atelier entdeckt der Maler rasch Lillis große emotionale Schwierigkeiten.

Oscarpreisträgerin Caroline Link (“Nirgendwo in Afrika”, “Jenseits der Stille”) sorgt abermals für ein fesselndes und psychologisch ungemein genaues Drama über Verlust und Neuanfang. Nach eigenem Drehbuch entstand das aufregende Psychogramm einer komplexen Familie.

Architektin Eliane gibt beim zurückgezogen lebenden Maler Hollander ein Porträt ihrer erwachsenen Kinder in Auftrag. Das Bild soll Tochter und Sohn, der sich vor einem Jahr umgebracht hat, vereinen. Tochter Lilli steht erst nur widerstrebend Modell, versteht sich aber immer besser mit dem über 60-Jährigen, der auch einen geliebten Menschen verloren hat.

Die wohlhabende Architektin Eliane gibt bei dem zurückgezogen lebenden Maler Hollander ein Porträt ihrer beiden erwachsenen Kinder in Auftrag. Das Bild soll Tochter und Sohn, der sich vor einem Jahr umgebracht hat, vereinen. Tochter Lilli durchlebt eine schwierige Zeit und geht stets auf Konfrontationskurs mit ihren Eltern. Sie steht erst nur widerstrebend Modell, versteht sich aber wieder Erwarten immer besser mit Hollander, der ihr zu erkennen gibt, auch einen geliebten Menschen verloren zu haben.

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Kritiken und Bewertungen

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    Voller Bewunderung lässt sich feststellen: Caroline Link ist eine Meisterin im Regiefach. Der Film zeugt von einer hervorragenden Beobachtungs-gabe der menschlichen Psyche. Hier kann man nur in Superlativen schwärmen. Im Winter ein Jahr ist in sich stimmig, mit starken Metaphern, sinnlichen Bildern, einer herausragenden Besetzung, tollen Kameraführung, klug gewählter Musik (die Befreiung dank Peter Gabriel), eindrucksvoll in der Darstellung und der Inszenierung. Die Dialoge sind so real, dass man nie vermuten könnte, sie wären einmal zu Papier gebracht worden. Hier ist alles aus einem Guss und riecht verdächtig nach der nächsten Oscar-Nominierung.

    Jurybegründung:

    Wie verarbeiten die Menschen den Freitod eines geliebten Familienmitglieds? Diese Trauerarbeit steht im Mittelpunkt des neuen Films von Caroline Link, der trotz des bedrückenden Themas auf den ersten Blick leichtfüßig, ja fast beiläufig daherkommt.

    Eine Frau bestellt bei einem Maler ein Bild von ihren beiden Kindern, und der Preis wird nach der Größe vereinbart. Denn man bewegt sich in den kultivierten Kreisen von Bildungsbürgern, bei denen guter Geschmack eine Selbstverständlichkeit ist. Der Mann ist ein akademischer Buchautor, seine Frau Innenarchitektin, die Tochter studiert Tanz, Gesang, Schauspiel und Literatur - der Sohn hat sich erschossen.

    Jedes Familienmitglied hat eine andere Art, diesen Verlust zu verdrängen, und der Maler wirkt wie ein Katalysator, der die drei nach und nach dazu bringt, sich ihrer Trauer und ihren Schuldgefühlen zu stellen. Die Tochter soll eigentlich nur für das Gemälde Modell sitzen, aber langsam entwickelt sich eine Beziehung zwischen den beiden, die nichts von dem Klischeeverhältnis Maler/Modell hat, sondern sich viel überraschender und existenzieller gestaltet.

    Nichts in diesem Film folgt gängigen Erzählkonventionen, und so gelingt es Caroline Link, mit jeder Szene wieder neu zu überraschen. Die Charaktere und ihre Befindlichkeiten sind dabei so komplex und glaubhaft gezeichnet, dass dabei die bewegende, lebenskluge und liebevolle Studie einer Familie gelingt. Obwohl dies die Adaption eines Romans ist, klingt kein einziger gesprochener Satz auch nur im Entferntesten, als sei er am Schreibtisch geschrieben.

    Besonders Karoline Herfurth klingt immer so authentisch, als würde ihr das Gesagte gerade in den Sinn kommen. In der Rolle einer jungen Frau, die, um sich selber zu finden, immer an die Grenzen gehen muss und dabei auch genau die richtige Balance zwischen Exaltiertheit und Depression findet. In ihren Szenen mit Josef Bierbichler in der Rolle des Malers Max, der selber auch ein kompensiertes Trauma zu bewältigen hat, scheint sie förmlich aufzutauen, während ihre in den bürgerlichen Formen eng verfangenen Eltern erst in der Reaktion auf die Entwicklung ihrer Tochter die eigene Sprachlosigkeit überwinden.

    All das erzählt Caroline Link in einem subtil poetischen Stil, bei dem vom Drehbuch über die Besetzung und die Kameraführung bis hin zum Licht und der Ausstattung alles wie aus einem Guss erscheint. Ein intimer Film und dennoch ein großer Film.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Das Familiendrama „Im Winter ein Jahr“ ist der erste Film von Caroline Link nach ihrem Oscar-Erfolg „Nirgendwo in Afrika“ im Jahr 2001. Er basiert auf dem amerikanischen Roman „Aftermath“ von Scott Campbell und sollte ursprünglich Links Amerika-Debüt werden. Doch wegen zu schwieriger Schauspielerverhandlungen lag das Projekt auf Eis, bis Link sich entschloss, einen deutschen Film daraus zu machen und das Drehbuch für einen Schauplatz in München und am Starnberger See umschrieb. Es geht zwar um eine unterkühlte Familie, die nicht weiß, warum sich der 19-jährige Sohn das Leben nahm – doch auch dem Film gelingt es nicht, seinen Figuren emotional näher zu kommen.

    Josef Bierbichler spielt den berühmten Maler Max Hollander, für den Porträts bereits verstorbener Menschen nichts Neues sind. Eines der Werke in seinem Atelier ist eine Erinnerung an den Jungen seiner Nachbarn, der im See ertrank, ein anderes zeigt seinen Freund, der ebenfalls nicht mehr lebt. Lilli kommt zunächst nur widerwillig ins Atelier, wo sie der Maler fotografiert und skizziert, doch dann beginnt sie sich für das emotionale Frage- und Antwortspiel mit dem älteren Mann zu interessieren. In ihrem Alltag herrscht, wie zahlreiche dazwischen geschnittene Szenen zeigen, das pure Gefühlschaos und Lilli sehnt sich nach jemandem, der ihr zuhört.

    Caroline Link hat sich sichtlich Mühe gegeben mit diesem Drama: Die Settings, samt unordentlichem Künstleratelier und Herbstlaub, atmen mal heimelige oder wehmütige Stimmung, mal zurückgenommene Eleganz. Von Gediegenheit und Ambition gleichermaßen zeugt auch die Beschäftigung mit der Malerei. Link erhielt für den Film einige Bilder des Münchner Künstlers Florian Süssmayr. Und auch Lilli ist der künstlerische Ausdruck nicht fremd, sie tanzt leidenschaftlich, wenn auch zunächst noch undiszipliniert.

    Josef Bierbichler und seine Kammerspiel-Partnerin Karoline Herfurth sind antagonistisch, also spannungsträchtig besetzt. Als Eltern treten Corinna Harfouch und Hanns Zischler auf. Doch was passiert? Die renommierten Schauspieler haben alle zu wenig Raum, das behauptete Psychodrama ihrer Figuren zu entfalten. Caroline Link geht es mehr um die Bilder, die zeigen sollen, was sie sich im Kopf schon ausgemalt hat. Zwar hat Bierbichler mit seiner unverblümten Art, die Dinge wortkarg auf den Punkt zu bringen, immer wieder Lacher auf seiner Seite. Doch es wird keine Dramaturgie aufgebaut und die Trauerarbeit, die Lilli und am Rande auch ihre Eltern bewältigen sollen, bleibt Behauptung.

    Karoline Herfurth, Grimme-Preisträgerin für ihre Rolle in „Eine andere Liga“, ist hier vor allem hübsch anzuschauen, mit ihrem roten Haar und der Wimperntusche, die nie fehlen darf – wieso eigentlich? Es gibt zu viele Szenen, wie z.B. Lilli und ihr Freund am See, Lilli beim Flirten in der Kneipe, der Vater beim Schmücken des Weihnachtsbaums, die zu kurz und zu wichtigtuerisch sind, um das Hauptthema unterfüttern zu können. Das Glaubwürdigste an der ganzen Geschichte ist, dass Alexander, das Vorzeigekind seiner Eltern, zu viel gelächelt haben soll und niemand wusste, was wirklich in ihm vorging. Oder wie Max Hollander nach dem Sichten der Fotos sagt: „Sein ewiges Grinsen ist mir auf die Nerven gegangen.“

    Fazit: Caroline Link präsentiert in diesem distanzierten Familiendrama hübsche Bilder und unterforderte Schauspieler.
  • Caroline Link hat nichts verlernt in sieben Jahren Regie-Pause. Sie versteht es, aus Schauspielern das Beste herauszuholen und wie bereits bei “Jenseits der Stille” oder “Nirgendwo in Afrika” ein ernstes Thema mit Gefühl aufzuladen, ohne dabei in Gefühlsduselei zu verfallen. Bei ihrem erwachsenen Melodram, der freien Adaption von Scott Campbells “Aftermath”, geht es um Trauerarbeit – für die optische Umsetzung besonders reizvoll – über die Kunst.

    Das bayerische Urgestein Josef Bierbichler spielt einen zurückgezogen auf dem Land lebenden Maler, umgeben von seinen realistisch-prägnanten Porträts in seinem Atelier (die tatsächlich von Florian Süssmayr stammen). Er erhält Besuch von Corinna Harfouch als Architektin, um ein Doppelporträt ihrer beiden erwachsenen Kinder anfertigen zu lassen. Doch nur ihre Tochter Lilli (Karoline Herfurth in ihrer wohl besten Performance) kann Modell stehen, weil der Sohn vor einigen Monaten gestorben ist. Er hat sich umgebracht, wie der Maler erst durch die widerspenstige Lilli erfährt. Mit diesem Todesfall, der sich im Winter, wenn das Porträt fertig sein soll, jährt, und den daraus resultierenden Schuldgefühlen hat sich die Familie nicht ernsthaft und nicht offen untereinander auseinandergesetzt. Vater (gewohnt gut: Hanns Zischler) und Mutter haben sich stattdessem in ihre berufliche Karrieren , Lilli in Partys und Affären gestürzt, etwa mit Misel Maticevic als Gegenkünstlertyp zu Bierbichlers Maler. Wie ihre Es-geht-mir-gut-Fassade zusammenbricht und echte Trauerarbeit einsetzt, beschreibt eindrücklich der nie larmoyante Film. Den Fokus legt Link dabei auf die Schilderung der Beziehung zwischen Lilli und dem Maler, ihre gegenseitige Faszination und langsame Annäherung. Im Zuge derer wird auch der Maler gezwungen, sich seinen persönlichen Problemen zu stellen. Die Schauspielerauswahl mag zuerst ungewöhnlich anmuten, funktioniert aber beeindruckend gut. Die Szenen nur mit den beiden sind der Höhepunkt des Films, Bierbichler nimmt sich zurück, Herfurth wächst über sich hinaus. Ihr verbaler Schlagabtausch ist perfekt getimt, witzig und ätzend, es gibt natürlich auch zärtliche Momente, etwa wenn sie Tangomusik hören und er von ihr Tanzen lernen will. Sie studiert Tanz, den sie schließlich auch als Ausdrucksmittel ihrer Gefühle für sich entdeckt. Nicht alle Nebenhandlungen können auf diesem hohen Niveau mithalten. Manche Gefühlsausbrüche, Entwicklungen mögen nicht frei von Klischees sein. Aber man nimmt dem Film und seiner Regisseurin stets die Ernsthaftigkeit und Ehrlichkeit ab, mit dem das Thema behandelt wird. Mit Kamera-

    frau Bella Halben findet Link anmutige, passende Bilder. Halben benutzt eher dunkle, warme Töne im Atelier, zeigt vereinzelt sogar verspielte Leichtigkeit – etwa, wenn sie beim Schwim-

    men durch ein Gummitier filmt. Eine besonders schöne und hoffnungsvolle Anfangs- und Schlussbildsequenz ist der unbeschwerte Tanz bei Schneefall, am Anfang des Bruders, am Ende der Schwester. Niki Reisers Musik trägt das ihre dazu bei, den Zuschauer emotional zu packen, ohne ihn zu manipulieren. Durch das Thema Kunst und die ausgefeilten Dialoge entsteht genau das Quäntchen Künstlichkeit und eine gewisse Distanziertheit, um der Kitschfalle zu entgehen. hai.

Darsteller und Crew

News und Stories

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