Im weißen Rössl - Wehe du singst! (2013)

Im weißen Rössl - Wehe du singst! Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Im weißen Rössl - Wehe du singst!: Neuverfilmung der am Wolfgangsee angesiedelten bereits vielfach adaptierten Operette und romantischen Komödie.

Die Berliner Großstadtpflanze Ottilie Giesecke ist totunglücklich, hat ihr Freund ihr doch statt des erwarteten Heiratsantrages gerade den Laufpass gegeben. Um sie auf andere Gedanken zu bringen, überredet Wilhelm seine Tochter, mit ihm ein paar Tage im Salzkammergut zu verbringen. Doch als Ottilie das Weiße Rössl am Wolfgangsee erblickt, wird der Berufspessimistin erst mal übel: Die himmelblaue Postkartenidylle steckt voller glücklicher Menschen, die singend und tanzend ihr Leben genießen. Da kann doch etwas nicht stimmen.

Eine Berliner Großstadtpflanze wird mit dem gnadenlosen Optimismus der Menschen am Wolfgangsee konfrontiert. Neuverfilmung der am Wolfgangsee angesiedelten bereits vielfach adaptierten Operette und romantischen Komödie.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Die romantische Musikkomödie "Im Weißen Rössl" ist eine überraschend attraktive und treffsichere Neuinterpretation des berühmten gleichnamigen Singspiels aus dem Jahr 1930. Der Komponist Ralph Benatzky hatte damals aus einem noch älteren Berliner Lustspiel eine sogenannte Revueoperette mit flotten Liedern zwischen Folklore und Tanzmusik gemacht. Das international beliebte frühe Musical wurde öfter verfilmt, für das Kino zuletzt mit Peter Alexander im Jahr 1960. Die Ohrwürmer von anno dazumal wie "Im Weißen Rössl am Wolfgangsee" und "Was kann der Sigismund dafür, dass er so schön ist" erklingen natürlich auch in der Inszenierung von Regisseur Christian Theede (TV-Filme "Der gestiefelte Kater", "Gonger"). Aber sie erhalten überwiegend ein aktuell aufgepepptes Arrangement, das gut zu diesem ironischen, opulenten Flirt mit der Heimatfilmidylle passt.

    Ein Musical braucht die naive Romantik, wie die Touristen den Wolfgangsee. Der Film unterstellt auch dem modernen Großstadtpublikum eine tunlichst verheimlichte Sehnsucht nach der Liebe im Alpenglühen. Als Identifikationsfigur schickt er die kühle Berlinerin Ottilie los, die Otto Siedlers blumige Komplimente zu kontern weiß: "Dich sollte man als App downloaden können." Das Spiel mit witzigen Verfremdungen ist köstlich, wenn es um Traditionen wie das Fensterln geht. Der Gentleman Siedler baut eine sprachliche Brücke zwischen altmodisch gewählter Ausdrucksweise und moderner Gewandtheit.

    Zeitgeistphänomene wie Österreicher mit amerikanischem Akzent oder Pop-Events auf der Almhütte weiß diese inspirierte Neuversion ebenfalls einzubauen. Ein wenig aufgestylt, wirken auch Trachtenmode und Volkstanz-Contest angesagt wie ein Besuch auf dem Münchner Oktoberfest. Die Optik spielt mit dem Postkartenkitsch, indem sie die Farben der Landschaft übersättigt und die Hausfassade des Weißen Rössls lila färbt. Die Lieder und Revuetänze befördern die gelöste Partystimmung. Dazu passen auch witzige Traumsequenzen und Übertreibungen, wie ein Flug Ottilies mit dem Motorrad über eine Rinderherde.

    Fazit: Als flotte Neuinterpretation eines alten Singspiels versteht es die romantische Musikkomödie "Im Weißen Rössl" hervorragend, Ironie und Herz, Trend und Tradition, Genuss und Kitsch zu verbinden.
  • Urkomische, kitschig-romantische Neuinterpretation des gleichnamigen Musical-Komödien-Klassikers von 1960, in der Diana Amft als genervte Yuppie-Ziege dem geballten Charme ruraler Glückseligkeit unterliegt.

    Deutschland und Musical, das passte in den letzten Jahrzehnten ganz und gar nicht zusammen. Doch jetzt mischt ausgerechnet ein Kinoregienewcomer die nationale Sing- und Tanzszene auf. Christian Theede heißt der Mann, er lernte bei Adolf Winkelmann und machte bisher durch Märchenverfilmungen fürs Fernsehen auf sich aufmerksam (“Das tapfere Schneiderlein”, “Allerleihrauh”). Bei seiner Neuinterpretation des Musical-Komödien-Klassikers “Im weißen Rössl” macht er nun alles richtig, um frischen Wind in ein unter einer meterdicken Staubschicht dahinsiechendes Genre zu bringen.

    Dabei arbeitet er vor allem mit Überzeichnung, Humor und ganz viel Satire, was bereits der Untertitel “Wehe du singst!” impliziert. Denn die Protagonistin Ottilie zu einer Liedgut hassenden Großstadtpflanze zu machen, die über die Liebe auch zur Musik findet, ist ein genialer Schachzug. Nimmt doch der dem Musical eher skeptisch gegenüber stehende Zuschauer Ottilies Position ein, und wird so nach und nach mit ihr in die himmelblaue Postkartenidylle voller glücklicher Menschen förmlich hineingesogen. Wie sein Vorbild, die gleichnamige Heimatfilm-Operette mit Peter Alexander von 1950, erzählt auch diese rundum erneuerte Variante zwei schnulzige Liebesgeschichten: von der genervten Yuppie-Ziege Ottilie (nie war sie besser: Diana Amft) und dem dichtenden Doktor Otto (Tobias Licht) auf der einen und der feschen Rössl-Wirtin Josepha (Edita Malovcic) und dem melancholischen Oberkellner Leopold (Fritz Karl) auf der anderen Seite.

    Das ist hochgradig kitschig, schonungslos romantisch und vor allem permanent witzig – was den messerscharfen Dialogen zu verdanken ist, aber auch den Darstellern, die in ihren Rollen voll und ganz aufgehen und hemmungslos in jedes Fettnäpfchen steigen, das ihnen ihr Regisseur aufstellt. Das Ganze wurde vom “Schuh des Manitu”-Kameramann Stephan Schuh auch noch in wunderbar watteweiche Bilder getaucht, in denen die gesamte Farbpalette von schweinchenrosa und prinzessinnenpink bis herzchenrot und milkakuhlila ausgenutzt wird. Da kann man selbst als Anti-Romantiker nur noch stauen und schmunzeln, und wenn man sich dabei ertappt, dass man bei den großartig choreografierten Musical-Nummern von “Es muss was Wunderbares sein” bis “Im Salzkammergut” mit zu wippen und zu summen beginnt, spätestens dann ist der bis dato schon herrliche Kinoabend endgültig zu einem perfekten geworden. lasso.

Darsteller und Crew

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