Im weißen Rössl – Wehe du singst! (2013)

Filmhandlung und Hintergrund

Urkomische, kitschig-romantische Neuinterpretation des gleichnamigen Musical-Komödien-Klassikers von 1960, in der Diana Amft als genervte Yuppie-Ziege dem geballten Charme ruraler Glückseligkeit unterliegt.

Deutschland und Musical, das passte in den letzten Jahrzehnten ganz und gar nicht zusammen. Doch jetzt mischt ausgerechnet ein Kinoregienewcomer die nationale Sing- und Tanzszene auf. Christian Theede heißt der Mann, er lernte bei Adolf Winkelmann und machte bisher durch Märchenverfilmungen fürs Fernsehen auf sich aufmerksam (“Das tapfere Schneiderlein”, “Allerleihrauh”). Bei seiner Neuinterpretation des Musical-Komödien-Klassikers “Im weißen Rössl” macht er nun alles richtig, um frischen Wind in ein unter einer meterdicken Staubschicht dahinsiechendes Genre zu bringen.

Dabei arbeitet er vor allem mit Überzeichnung, Humor und ganz viel Satire, was bereits der Untertitel “Wehe du singst!” impliziert. Denn die Protagonistin Ottilie zu einer Liedgut hassenden Großstadtpflanze zu machen, die über die Liebe auch zur Musik findet, ist ein genialer Schachzug. Nimmt doch der dem Musical eher skeptisch gegenüber stehende Zuschauer Ottilies Position ein, und wird so nach und nach mit ihr in die himmelblaue Postkartenidylle voller glücklicher Menschen förmlich hineingesogen. Wie sein Vorbild, die gleichnamige Heimatfilm-Operette mit Peter Alexander von 1950, erzählt auch diese rundum erneuerte Variante zwei schnulzige Liebesgeschichten: von der genervten Yuppie-Ziege Ottilie (nie war sie besser: Diana Amft) und dem dichtenden Doktor Otto (Tobias Licht) auf der einen und der feschen Rössl-Wirtin Josepha (Edita Malovcic) und dem melancholischen Oberkellner Leopold (Fritz Karl) auf der anderen Seite.

Das ist hochgradig kitschig, schonungslos romantisch und vor allem permanent witzig – was den messerscharfen Dialogen zu verdanken ist, aber auch den Darstellern, die in ihren Rollen voll und ganz aufgehen und hemmungslos in jedes Fettnäpfchen steigen, das ihnen ihr Regisseur aufstellt. Das Ganze wurde vom “Schuh des Manitu”-Kameramann Stephan Schuh auch noch in wunderbar watteweiche Bilder getaucht, in denen die gesamte Farbpalette von schweinchenrosa und prinzessinnenpink bis herzchenrot und milkakuhlila ausgenutzt wird. Da kann man selbst als Anti-Romantiker nur noch stauen und schmunzeln, und wenn man sich dabei ertappt, dass man bei den großartig choreografierten Musical-Nummern von “Es muss was Wunderbares sein” bis “Im Salzkammergut” mit zu wippen und zu summen beginnt, spätestens dann ist der bis dato schon herrliche Kinoabend endgültig zu einem perfekten geworden. lasso.

Die Berliner Großstadtpflanze Ottilie Giesecke ist totunglücklich, hat ihr Freund ihr doch statt des erwarteten Heiratsantrages gerade den Laufpass gegeben. Um sie auf andere Gedanken zu bringen, überredet Wilhelm seine Tochter, mit ihm ein paar Tage im Salzkammergut zu verbringen. Doch als Ottilie das Weiße Rössl am Wolfgangsee erblickt, wird der Berufspessimistin erst mal übel: Die himmelblaue Postkartenidylle steckt voller glücklicher Menschen, die singend und tanzend ihr Leben genießen. Da kann doch etwas nicht stimmen.

Eine Berliner Großstadtpflanze wird mit dem gnadenlosen Optimismus der Menschen am Wolfgangsee konfrontiert. Neuverfilmung der am Wolfgangsee angesiedelten bereits vielfach adaptierten Operette und romantischen Komödie.

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