Ich & Orson Welles (2008)

Originaltitel: Me and Orson Welles
Ich & Orson Welles Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Ich & Orson Welles: Ein 17-Jähriger träumt im New York des Jahres 1937 von einer Broadway-Karriere und bekommt einen Part in Orson Welles' "Julius Caesar"-Inszenierung. Linklaters Referenz an den jungen Welles.

New York, November 1937. Orson Welles, Schauspieler, Regisseur und Gründer des Mercury Theatre, bereitet die Broadway-Premiere von “Julius Caesar” vor. Der 17-jährige Richard Samuels landet durch Zufall eine kleine Rolle. Die Theaterwelt entpuppt sich als hartes Pflaster: Monomane Welles führt ein eisernes Regime – auf und hinter der Bühne. Neid, Konkurrenzkämpfe und Missgunst beherrschen den Probenalltag. Als sich Richard in die Regieassistentin Sonja verliebt, wird er ungewollt zum Rivalen des genialen Multitalents.

Am New Yorker Broadway im Jahr 1937 wird ein 17-Jähriger zum romantischen Rivalen des Regiegiganten Orson Welles. Hellsichtig-entlarvender Blick hinter Theaterkulissen von Richard Linklater, mit Zac Efron und Claire Danes.

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Kritikerrezensionen

  • Der gerade mal knapp über 20jährige Orson Welles war 1937 schon auf der Höhe seiner Kunst, seiner Energie – und noch nicht beim Film gelandet. Das New Yorker Mercury-Theater war seine Spielstätte, dazu kamen Radioengagements: „The Shadow“, das war seine prägnante Stimme, eine Nachrichtensendung, Hörspiele nach literarischen Klassikern. Was im Film vorkommt, ist verbürgt: dass er sich einen Krankenwagen mietete, um möglichst rasch durch New York brausen zu können, von seinem Theater zu den Funkhäusern.

    Unglaublich energiereich, energetisch tritt Orson Welles auf, voll jugendlichem Schwung, eloquent, schlagfertig, witzig, ein Charmeur, ein Verführer, der kleine Taschenspielertricks draufhat, für eine kleine Rundfunkangestellte eine Rose herzaubert, um zu bekommen, was er will, der schnell denkt, schnell entscheidet, impulsiv reagiert, ein Egozentriker, ein Egomane, der neben sich nichts gelten lässt, der andere runterlaufen lässt, der sich um ihre emotionalen Verletzungen nicht kümmert: „self-centered and brilliant“, heißt es einmal im Film, das ist eine recht akkurate Charakterisierung des jungen Genies. Christian McKay gibt sich ganz dieser Rolle hin, lässt sich auch nicht von den großen Welles-Mythen beirren, benutzt sie eher, und da muss nicht alles realistisch, historisch-biographisch korrekt sein – obwohl: vielleicht ist es das? Mitunter meint man, McKay spiele nicht Welles, sondern eine seiner Figuren: den jungen „Citizen Kane“, oder, in jugendlichem Alter, den Hank Quinlan aus „Im Zeichen des Bösen“, der für seinen Instinkt alles und jeden opfern würde, auch sich selbst.

    In die Kreise von Welles’ Mercury-Theater gerät der junge Highschool-Student Richard Samuels, ein hoffnungsvoller Möchtegernschauspieler, er ergattert eine kleine Rolle als Lucius in Welles Shakespeare-Inszenierung „Julius Caesar“: und während Richard Linklater auf der eine Seite ein Porträt des Künstlers Welles als junger Mann zeichnet, auch eine Art fiktionales Making of von Welles’ großartiger, legendärer „Julius Caesar“-Inszenierung, führt er auf der anderen Seite eine Coming of Age-Geschichte heran, eine [i]education sentimentale[/i] des jungen Richard, der ganz unbedarft, als reiner Tor, hineingerät in die Welles-Welt, in die Welt der schauspielerischen Egos künftiger Stars auf der Theaterbühne. Dort herrschen Chaos, Geldmangel, Reibereien, Rivalitäten, über allem Welles, der nie schläft und nur ab und an Zeit findet für eine kleine Zerstreuung – sprich: die Verführung der Frauen, die von ihm abhängig sind.

    Die Welles-Welt überschlägt Richard wie eine Welle, er lernt ein neues Leben kennen, an das er sich mehr und mehr adaptiert – und er ist zugleich noch verwurzelt im Außen, muss sich vor der Familie rechtfertigen, muss zur Schule; und lernt eine junge hoffnungsvolle Nachwuchsschriftstellerin kennen, die wie er ist, nicht abgehoben wie die Theaterleute, nicht hochauffliegend – das Gegenstück auch zu Sonja (Clare Danes), Managerin im Mercury-Theater, eigenwillig, zielbewusst, die dennoch alles tut für ihre Theaterkarriere; und an der Richardss Herz bricht, ein kleiner Teil zumindest.

    Linklater setzt – wie eigentlich immer – seine ganze große Inszenierungskunst ein, um mit viel Witz und viel Gefühl den Eintritt von Richard in die Mercury-Sphäre zu zeigen; besonders gelungen aber ist, wie er Welles’ Theaterinszenierung nachinszeniert, als großartiges Geniestück des jungen Bühnengottes, voll Gespür für dramatische Wirkung und für die Relevanz des Stückes – Linklater bettet dieses Theaterstück in seinen Film ein, und in ihm spiegelt sich Welles’ Genie ebenso wie die Machtverhältnisse und die Selbstüberhöhungen hinter den Kulissen.

    Fazit: Voll Witz und Gefühl porträtiert Linklater Orson Welles in seiner Zeit am New Yorker Theater und kreuzt diesen künstlerbiographischen Teil mit der Coming of Age-Geschichte eines jungen Schauspielers auf der Suche nach sich selbst.
  • Linklater meets Welles: Zwei Monomanen, zwei Leinwandzauberer und ein Film über das Theater, getragen von Christian McKay als Wiedergänger des Kinogenies.

    “Dazed and Confused”, “Before Sunrise”, “Die Newton Boys”, “School of Rock”, “Die Bären sind los”… Slacker-Ode, Liebesfilm, Western, Komödie, Kinderspaß… Richard Linklater, Regie-Independent im Geiste von John Cassavetes, US-Dogmatiker und auteur. Geboren in Houston, Texas, der Cowboy unter den Filmemachern, sattelfest in allen Genres. Ein genialischer Künstler, der sich ungern (Kino-)Regeln beugt – wie ein anderes enfant terrible des Films: Orson Welles. Dem erweist er nun in “Me and Orson Welles” seine Referenz – dem Welles vor dessen Hörspielsensation “Krieg der Welten” (1938), vor dem cineastischen Meilenstein “Citzen Kane” (1941). Eine Hommage an den Künstler als junger Mann.

    Die eigentliche Hauptperson ist aber das “Ich” des Titels. Ein Alterego von Linklater vielleicht, ein 17-jähriger namens Richard Samuels der im New York des Jahres 1937 der Großen Depression entfliehen will und von einer Broadway-Karriere träumt. Der Zufall und seine gute Stimme verhalfen ihm zu einem kleinen Part in der “Mussolini”-Inszenierung von “Julius Caesar”, jener legendären Produktion des Mercury Theatre, die Welles’ Ruf begründete und die US-Bühnenkunst revolutionierte. Den Lucius soll Richard spielen, neben dem Meister als Brutus und Joseph Cotten als Publius, während Produzent John Houseman (fast) an den Launen und Wünschen seines exzentrischen Stars zerbricht.

    Das Leben ist für den 22-jährigen Welles Bühne, für den Selbstdarsteller fällt der Vorhang nie. Nach der Show ist vor der Show, die gesamte Truppe sein Eigentum. So auch Sonja, seine ihm ergebene Assistentin, auf die er trotz schwangerer Ehefrau ein Auge geworfen hat – wie Richard, der von Liebe träumt und einige bittere Lektionen lernen muss – über das Zwischenmenschliche und die Kunst. Mit traumwandlerischer Sicherheit führt Linklater sein Ensemble, allen voran Christian McKay als Welles, der den Kinomonomanen in Stimme und Gestus brillant imitiert, gefordert von Zac Efron als Zauberlehrling, der beweist, dass er weit mehr kann, als nur sein Aussehen in “High School Musicals” zur Schau zu stellen.

    Auf dem Roman von Robert Kaplow basiert das Drehbuch von Vincent und Holly Gent Palmo, dessen Kniff darin besteht, das Genie Welles durch die Augen eines unschuldigen Teens – der einzigen fiktiven Figur der Vorlage – zu zeigen. Naiv ist der Blick, leicht- und gutgläubig, und die Welt noch ein einziger Abenteuerspielplatz. Und zwischen sorgfältig gestalteten Kulissen und einem ansehnlichen period pic-Produktionsdesign (Laurence Dorman) lernt man viel darüber wie Theater funktioniert, dass Liebe oft mit Macht zu tun hat und Claire Danes als Sonja im wahrsten Sinn des Wortes eine “Stage Beauty” ist. geh.

Darsteller und Crew

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