Ich bin dann mal weg (2015)

Ich bin dann mal weg Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Ich bin dann mal weg: Adaption von Hape Kerkelings gleichnamigen Bestseller über seine Auszeit und Erfahrungen auf dem Jakobsweg.

Für den beliebten Entertainer Hape Kerkeling (Devid Striesow) ist der Stress bei seinen vielen Terminen im Fernsehen und auf der Bühne ein ständiger Begleiter. Als er bei einer Show zusammenbricht, verordnet ihm sein Arzt in der Diagnose eine Zwangspause von mehreren Monaten. Mit Widerwillen sucht sich Hape eine Aufgabe, die ihn mit sich selbst ins Reine bringt. Er nimmt sich ein Vorbild an der Schauspielerin Shirley MacLaine und beschließt, den Jakobsweg entlang zu wandern. Die beschwerliche Reise nach Santiago de Compostela geht über Stock und Stein in einer Länge von knapp 782 Kilometern und wird meist von Pilgern auf der Suche nach Gott beschritten. Demnach lautet auch die erste Frage seiner Agentin Dörte (Annette Frier) zu seinem Unterfangen: „Glaubst du denn an Gott?“ Eine Frage auf die Hape selbst noch keine richtige Antwort vorzuweisen hat, doch durch die Erfahrungen mit seiner Oma (Katharina Thalbach) in seiner Kindheit schlummert sein Glaube tief in ihm. Gleich zu Beginn seiner Reise in Frankreich eröffnet sich für Hape schnell das Ausmaß seines schier unmöglichen Unterfangen, allein ohne jegliche sportliche Vorbereitungen den Weg beschreiten zu wollen. Er begegnet den zwei Pilgerinnen Stella (Martina Gedeck) und Lena (Karoline Schuch) mit denen er auf seiner kommenden Reise öfter die Wege kreuzen wird, auch wenn die Weltanschauungen der drei dabei doch ganz unterschiedlich sind. Hape Kerkeling machte sich im Jahr 2001 auf die Reise entlang des Jakobsweges und hat seine Erfahrungen im gleichnamigen Sachbuch im Jahr 2006 veröffentlicht. Das Buch hielt sich lange Zeit an der oberen Spitze der heimischen Bestseller-Listen und mobilisierte eine ganze Schar von Nacheifern, die in den Folgejahren den Jakobsweg entlang pilgerten. Die Einheimischen sprachen hier sogar vom „Kerkeling-Effekt“. Den Film inszenierte Julia von Heinz an den Originalschauplätzen in enger Absprache mit Hape Kerkeling.

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Kritiken und Bewertungen

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    Für den Entertainer Hape Kerkeling läuft es 2001 zwar beruflich gut, doch gesundheitlich ist nicht alles wirklich rund. Mehrere Schwächeanfälle nach den Auftritten, eine Gallenblasen-OP und der dringende Rat des Arztes, kürzer zu treten. Hape ist klar: So geht es nicht weiter. Er entscheidet sich zu einem großen Schritt. Besser gesagt, zu einem langen Weg. Er will den Jakobsweg nach Santiago de Compostela laufen, die ganzen 770 Kilometer. Seine Freunde glauben ihm nicht, seine Agentin hat Angst um seine Gesundheit, auch Hape selbst zweifelt, ob er das schaffen kann. Und doch traut er sich. Und trifft im Verlauf der Wanderung auf interessante, skurrile, nette und komische Menschen. Vor allem jedoch trifft er - auf sich selbst. Im Jahr 2006 veröffentlichte Hape Kerkeling ICH BIN DANN MAL WEG. Das Buch wurde über 3 Millionen Mal verkauft und ist das zweiterfolgreichste deutsche Sachbuch überhaupt. Nun hat Regisseurin Julia von Heinz die Geschichte mit Devid Striesow in der Hauptrolle verfilmt. Striesow ist als Hape ein wahrer Glücksgriff. Die Sprache, die Gestik und Mimik, der Humor - man vergisst, dass hier jemand Hape Kerkeling spielt. Immer mehr glaubt man, Hape Kerkeling auch wirklich zu sehen. Karoline Schuch und Martina Gedeck verkörpern ebenso überzeugend die Rollen als Hapes Reisebekanntschaften, die immer mehr auch zu Wegbegleiterinnen und Freundinnen werden. Schön eingeflochten in die Rahmenhandlung werden Hapes Erinnerungen an seine Kindheit und Jugend. Der kleine, etwas untersetzt wirkende Junge aus Recklinghausen, der am liebsten vor dem Fernseher saß und von seiner "Omma" Schnittchen vorgesetzt bekam. Doch angetrieben wurde auch der kleine Hape nur von einem Traum: ins Fernsehen kommen und zeigen, was er kann. Julia von Heinz verwebt geschickt die beiden Erzählebenen, die Klammer bilden dabei Hapes eigene Überlegungen aus dem Buch, die sich als Kommentar aus dem Off über die Handlung legen. Es sind oftmals gar nicht übergroße Gedanken, keine großen philosophischen Betrachtungen. Eher sind es Alltagsreflektionen, kurze Momente der Selbsterkenntnis oder der Beobachtung der Umwelt um ihn herum. Doch genau dies macht den Charme nicht nur der Vorlage, sondern auch dieses Films aus, der zudem mit wunderschön gefilmten Aufnahmen auch die Faszination dieses Weges auf beste Weise bebildert. ICH BIN DANN MAL WEG ist eine gelungene Umsetzung von Hape Kerkelings Erfolgsroman. Ein Film, der anregt, amüsiert, berührt und vielleicht ja auch inspiriert.

    Jurybegründung:

    Es ist dem großen Erfolg des Buchs von Hape Kerkeling geschuldet, dass "Ich bin dann mal weg" verfilmt wurde. Auf den ersten Blick ist dies kein Stoff, der sich für eine Kinoadaption anbietet. Die Pilgerreise des Protagonisten ist an sich eher unspektakulär. Interessant wird sie aber durch die Reflexionen des Autors und dessen ganz eigenen Erzählstil. So gibt es in ICH BIN DANN MAL WEG viele Sequenzen von dem einsam wandernden Hape und seiner Stimme im Off, die wörtlich Passagen aus dem Buch spricht. Er schließt Freundschaft mit zwei Pilgerinnen, wird hin und wieder von anderen Reisenden als Prominenter erkannt, was zu einigen komischen Szenen führt und er trifft in Momenten, in denen er kurz davor ist, die Pilgerreise aufzugeben, einen mysteriösen Fremden, der als eine Mischung aus imaginärem Freund und Schutzengel auftritt. Eine mutige und konsequente Entscheidung der Filmemacher bestand darin, dass Kerkeling nicht sich selber spielt. Denn wenn er sich selbst gespielt hätte, wäre das Ergebnis zwangsläufig eine Travestie mit irritierenden Unschärfen zwischen dem Hape des Buchs und dem "realen" Hape geworden. Stattdessen spielt Devid Striesow ihn, ohne ihn zu imitieren und macht ihn so zu einem sympathischen Helden in einer sowohl beruflichen wie auch spirituellen Krise. Eine der Herausforderungen bei der Umsetzung des Buches bestand darin, dass die Langeweile bei den langen, einsamen Wanderungen deutlich wird, ohne dass der Film dabei selbst langweilig wird. Dies gelingt vor allem durch die Rückblenden, in denen von der Kindheit und den frühen Erfolgen von Hape Kerkeling erzählt wird. Hier wird deutlicher mit komödiantischen Mitteln gearbeitet und die Auftritte von Katharina Thalbach in der Rolle der Oma Bertha, die schon immer an das Talent ihres kleinen Hans Peters geglaubt hat, sind zugleich die witzigsten und bewegendsten Momente des Films. Es gelingt Julia von Heinz, einen Eindruck sowohl vom Reiz wie auch von den Strapazen der Pilgerreise zu geben, wobei sie nach Ansicht der Jury vielleicht manchmal doch der Versuchung nachgibt, die Landschaften auf Postkartenansichten zu reduzieren. Doch dies passt dann auch wieder zu dem charmant, entspannten Grundton des Films.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

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