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Das Ende von "How I Met Your Mother": Warum es besser ist als sein Ruf - aber dennoch nicht gut

Ganze neun Jahre lang bot uns “How I Met Your Mother” feinste Sitcom-Unterhaltung. Die Comedy-Serie, die durchaus dramatische Elemente enthält, wurde in dieser Zeit zu einem Phänomen und sorgte für einen regelrechten Hype unter Fans. Dementsprechend gespannt blickten alle auf das Finale der Serie, dass unter den Erwartungshaltungen eigentlich nur scheitern konnte. Und genauso kam es dann auch, zumindest für die meisten. 

Ein paar Jahre sind seit dem Ende von “How I Met Your Mother” bereits ins Land gegangen, aber noch immer ist es für so manche hitzige Diskussion verantwortlich. Das Lager der Zuschauer spaltet sich in jene, die das Ende als passend empfanden – die deutlich kleinere Gruppe – und jene, die dem Ende kaum eine positive Facette abgewinnen konnten. Einzelne Stimmen haben sich auch zwischen diesen beiden Polen verirrt und wir wollen uns zu diesen gesellen, indem wir euch mit etwas Abstand verraten, warum das Finale der Serie nicht katastrophal war, aber eben auch, warum es zurecht die Gemüter erhitzt hat.

Wenn ihr euch noch einmal in “How I Met Your Mother” stürzen wollt – es muss ja nicht das Ende sein – könnt ihr dies bei , Netflix und , sowie und tun, die alle die gesamte Serie im Angebot haben.

Das Ende von “How I Met Your Mother” – Zusammenfassung

Zunächst einmal wollen wir alle auf den gleichen Stand bringen und den Schluss zusammenfassen. Diejenigen, die die Serie noch nicht gesehen haben, sollten jetzt wohl besser abbrechen, da wir ihnen sonst kritische Informationen verraten.

 

Nach der Hochzeit von Barney (Neil Patrick Harris) und Robin (Cobie Smulders) in der abschließenden neunten Staffel wollte Ted (Josh Radnor) eigentlich nach Chicago ziehen, um nicht mehr in der Nähe von Robin sein zu müssen. Letztlich kommt es aber am Bahnhof von Farhampton zu jener schicksalhaften Begegnung mit Tracy (Cristin Milioti), der titelgebenden Mutter. Nach einem gemeinsamen Date beschließt Ted doch, in New York zu bleiben und geht eine Beziehung mit Tracy ein.

Marshall (Jason Segel) lehnt nach der Hochzeit von Robin und Barney das Angebot ab, Richter zu werden und zieht mit Lily (Alyson Hannigan) nach Italien. Später erhält Marshall jedoch erneut die Möglichkeit, seinen Traumberuf zu ergreifen und nimmt diesmal an. Er schafft es sogar zum Richter am State Supreme Court, dem obersten Gericht in einem US-Bundesstaat. Lily wird währenddessen mit ihrem dritten Kind schwanger, weswegen die beiden in eine größere Wohnung ziehen.

Robin erfüllt sich währenddessen ihren Traum und wird zu einer sehr erfolgreichen Fernsehreporterin, was jedoch ihre Ehe mit Barney belastet. Da die beiden sich kaum sehen, zerbricht ihre Beziehung nach drei Jahren. Barney verfällt daraufhin in alte Verhaltensmuster, beginnt mit zahlreichen Frauen zu schlafen und schwängert unabsichtlich einen One-Night-Stand von ihm. Daraufhin wird er Vater einer Tochter, was sein gesamtes Leben verändert und ihn endgültig sesshaft werden lässt.

Tracy und Ted heiraten fünf Jahre nach ihrem Kennenlernen und bekommen ihre zwei Kinder, Penny (Lyndsy Fonseca) und Luke (David Henrie). 2024 stirbt Tracy jedoch an einer Krankheit, die nicht näher genannt wird und seitdem lebt Ted allein. Die Kinder stellen die Vermutung an, dass Ted die Geschichte nur erzählt hat, um sie indirekt nach einer Erlaubnis zu fragen, Robin zu daten. Penny und Luke ermutigen ihn daraufhin, es erneut mit der anderen großen Liebe seines Lebens zu versuchen und Ted rennt daraufhin mit dem berühmten blauen Horn aus ihrem ersten Date zu Robins Wohnung. Die beiden sehen sich unter Robins Fenster wieder und lachen sich gegenseitig an.

Warum das Finale derart kontrovers war…

Kurz nach seiner Veröffentlichung liefen Fans Sturm gegen das Ende der Serie und verschafften sich vor allem in sozialen Netzwerken Luft. Besonders kritisiert wurde dabei der Tod von Tracy, da er vielen Fans als zu deprimierend für die Serie wirkte. Darüber hinaus stieß ihnen sauer auf, dass Robin und Ted es nach einigen Versuchen am Ende erneut probieren und dies die Botschaft hinter “How I Met Your Mother” sein soll, obwohl der Titel anderes vermuten lässt.

Außerdem ist ein häufiger Kritikpunkt das hohe Erzähltempo in den letzten beiden Folgen, die zu einem großen Finale zusammengefasst wurden. Die weiteren Schicksale der Charaktere werden mehr oder weniger runtergerattert und können mit ihren ganzen Informationen und Wendungen durchaus überfordernd wirken. Zumal einiges den bisherigen Entwicklungen entgegenläuft. Eine gesamte Staffel lang wurde die Hochzeit von Robin und Barney bis ins kleinste Detail gezeigt, nur um dann innerhalb von wenigen Minuten zu enthüllen, dass sie gescheitert ist.

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Auch Barneys Rückfall in seine Macho-Art gefiel kaum jemandem, da diese Phase bereits überwunden schien. Obwohl das mit dem Schmerz durch die gescheiterte Ehe noch erklärbar ist, wirkte es dennoch unrund. Warum die Mutter seiner Tochter derart unpersönlich dargestellt wurde, ist eine weitere Frage. Wir haben nie ihr Gesicht gesehen und nicht einmal einen Namen hat sie erhalten. Womöglich wollte man zum Ende hin nicht eine komplett neue Figur einführen, aber dennoch fügt sich das stimmig in ein Finale ein, dass nicht ganz durchgeplant wirkte.

…und warum es durchaus positive Seiten hat

Dieses zugegeben mäßige Finale muss im Kontext seiner Produktion betrachtet werden. Nachdem die Serie ihren Durchbruch hatte, sollte sie eigentlich mit der achten Staffel enden. Während der siebten wurde “How I Met Your Mother” dann aber doch um eine neunte verlängert, die sich nur auf die Hochzeit von Robin und Barney konzentriert. Die abschließende Staffel wirkt dadurch arg gestreckt, wodurch wiederum das schnelle Tempo des Finales wie ein kleiner Schock wirkt. Rückblickend hätte man es wohl bei acht Staffeln belassen sollen.

Viel schwerer wiegt aber der Umstand, dass das Finale der Serie bereits 2005 aufgezeichnet wurde – also in der zweiten Staffel. Dies sollte zum einen das gleichbleibende Aussehen der beiden Kinder ermöglichen, allerdings wusste damals niemand der Verantwortlichen, wie viele Seasons sie für ihre Geschichte haben werden. Es gab sogar einen Plan B, falls die Serie nach der ersten Staffel zu Ende gewesen wäre. Viele Entwicklungen nach der dritten Staffel waren deswegen nicht absehbar, was vor allem bei Barney auffällt. Der Serie ist buchstäblich ihr eigener Erfolg in die Quere gekommen.

Dennoch: Das Finale bietet einige von jenen Komponenten, die wir an der Serie lieben gelernt haben. Bereits in den vorherigen Staffeln haben die Macher ihren Mut zu dramatischen Wendungen bewiesen, man denke nur an den Tod von Marshalls Vater. Genau solche Entwicklungen finden wir in den letzten Folgen und auch wenn sie für eine Sitcom eventuell zu tragisch erscheinen, überwiegt letztlich doch ein positiver Ausblick auf die Zukunft. Und letztlich muss wohl jeder zugeben, dass er zumindest nicht alle Wendungen hat kommen sehen, von daher hat es im Bezug auf den Überraschungseffekt funktioniert; nach neun Jahren nicht zwingend selbstverständlich.

Zusätzlich erdet sich “How I Met Your Mother” mit dem Ende selbst und zeigt auf, dass die grandiose Freundschaft unter den fünf Hauptfiguren und sogar die Liebe nicht vor den Widrigkeiten des Alltags geschützt ist. Dieser etwas realistischere Anstrich mag verständlicherweise nicht jedem gefallen, fügt für einige aber eben interessante Facetten hinzu.

Sogar die Wendung mit Robin und Ted kann man nachvollziehen. Vermutlich hätten sich andernfalls einige beschwert, dass Teds Liebe zu Robin für den Zuschauer eher zu verstehen ist, als die zur Mutter, einfach weil darin bei weitem mehr Zeit investiert wurde. Teds Geschichte begann sogar mit Robin und seine Gefühle waren ein ständig wiederkehrendes Thema; weswegen man die Intention, die ihm seine Kinder zurecht unterstellt haben, wirklich darin sehen kann.

Das alternative Ende von “How I Met Your Mother”

Wie erwähnt gibt es trotz dieser Argumente gute Gründe, das Ende nicht zu mögen. Wenn ihr zu dieser Gruppe gehört, dann solltet ihr dem alternativen Ende eine Chance geben. Dieses verzichtet auf den deprimierenden Teil, ist deswegen jedoch relativ nichtssagend.

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