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Hierankl (2003)

Hierankl Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Hierankl: Heimatfilm und alpines Familiendrama um die Bewohner des Hofs Hierankl.

Vor fünf Jahren hat Lene (Johanna Wokalek) nach einem Streit mit der Mutter das Elternhaus im idyllischen Chiemgau voll Groll verlassen. Nun kehrt die inzwischen 22-Jährige spontan aus Berlin auf den Hof ihrer Eltern zurück, um den 60. Geburtstag des Vaters zu begehen. Dort liegt Unheil in der Luft: Eine schon seit langem nur noch mühsam aufrechterhaltene Fassade, die einen wüsten Ehebruch- und Inzestsumpf verdeckt, droht zu zerbrechen. Unter solchen üblen Vorzeichen gerät das Familienfest zur fulminanten Generalabrechnung.

Mutter treibt es mit dem Hausmeister, Vati mit der Geliebten, der Sohn bedrängt die Schwester, und Lenes Vater ist auch ein anderer als der, zu dem sie immer “Papi” sagte: Sodom und Gomorrha in einem dichten, derben Heimatfilm der neuen Schule.

Fünf Jahre hat Lene den heimatlichen Hof nicht mehr gesehen. Als 17-Jährige verschwand sie nach einem Streit mit ihrer Mutter nach Berlin, jetzt kehrt sie zum 60. Geburtstag des Vaters erstmals zurück. Sie trifft auf Goetz, einen ehemaligen Studienkollegen der Eltern – und verliebt sich Hals über Kopf in ihn. Damit löst Lene eine Kettenreaktion aus, die die Lügen der Vergangenheit schmerzhaft ans Tageslicht bringt.

Videos und Bilder

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Hans Steinbichlers “Hierankl” mit Schauspiel-Ikonen wie Barbara Sukowa oder Josef Bierbichler gilt als DIE Entdeckung des Filmfest München. Die Geschichte von Familienlügen und sexuellen Verwicklungen auf dem titelgebenden Gehöft im idyllischen Oberbayern geht unter die Haut. Am 60. Geburtstag des Hausherrn kommen dunkle Geheimnisse ans Licht, Fehler der Vergangenheit und Irrtümer der Gegenwart. Das Ende der Feier: Ein Scherbenhaufen der Gefühle.

    Der Regisseur weiß, wovon er erzählt. Er ist im bayerischen Hittenkirchen, nicht weit vom Drehort entfernt aufgewachsen, kennt die Gegend und Mentalität – Quelle seiner Inspiration. Dieser Heimatfilm hat nichts mehr mit den kitschigen Werken der Fünfziger oder Sechziger zu tun, aber auch nicht mit der hinterfotzigen Bösartigkeit eines Achternbusch oder Kroetz. Der 33Jährige konzentriert sich auf die dramatische Zuspitzung der Gefühle, die um und während der Geburtstagsfeier des Vaters eskalieren und explodieren. Erinnerungen an Thomas Vinterbergs “Das Fest” kommen auf, das Treatment zu “Hierankl” entstand jedoch schon vorher, der Prozess von der ersten Idee bis zur Leinwand dauerte immerhin fünf Jahre.

    Eine zufällige Entscheidung auf dem Münchner Hauptbahnhof zwischen dem Zug in die Hauptstadt oder in die Heimat: Die junge Lene kehrt spontan ins liebliche Chiemgau zurück, das sie als 17Jährige nach einem Streit mit der Mutter im Zorn Richtung Berlin verließ. Kaum auf dem Einödhof angelangt, liegt Unheil in der Luft, trotz liebevollem Vater. Da ist Distanz der Mutter zu spüren, unterschwellige Aggression zwischen den Noch-Eheleuten, die Ahnung einer klassischen Tragödie. Und die lässt nicht lange auf sich warten.

    Steinbichler kleckert nicht, sondern klotzt, wenn es um Emotionen geht. Sodom und Gomorrha lassen bei dieser Sippschaft grüßen. Die Mutter pflegt ein Verhältnis mit dem jungen Hausmeister, der eine nicht ganz durchschaubare homoerotische Beziehung zum Sohn des Hauses hat, dieser bettet sich auch schon mal neben das Schwesterlein, das sich in eine amour fou mit dem früheren Freund der Eltern aus Studientagen stürzt, der sich für alle überraschend als ihr Vater entpuppt. Dass der Hausherr schon seit Jahren eine Geliebte in der nahen Stadt beglückt, die von der Gattin zum Geburtstagsmahl eingeladen wird, fällt da nicht mehr ins Gewicht.

    Das hört sich zwar alles etwas dick aufgetragen an, aber bevor die Schwere zu Boden zieht, bricht Steinbichler die Tragik gekonnt durch einen manchmal vielleicht brachialen Humor, schafft den Spagat zwischen Pathos und archaischer Wucht. Nicht zuletzt wegen Schauspielgrößen wie Josef Bierbichler und Barbara Sukowa (die man öfter im deutschen Film sehen möchte), gegen die die junge Johanna Wokalek als Lene auftrumpft. Und die erhabenen Landschaftsaufnahmen von Kamerafrau Bella Haben nehmen in manchen Momenten durch ihre Intensität den Atem.

    Wird der Bogen auch gegen Ende etwas überspannt, “Hierankl” hat das, was vielen deutschen Filmen fehlt: Kinoqualität. Und Steinbichler beweist Wagemut, eine nicht sehr verbreitete Eigenschaft. Südlich des Mains sollte das mit dem Regie-Förderpreis ausgezeichnete Drama laufen wie die Feuerwehr, bei den Nordlichter ist vielleicht etwas Überzeugungs-Marketing angesagt. mk.

Darsteller und Crew

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