Heute bin ich Samba (2014)

Originaltitel: Samba
Heute bin ich Samba Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (4)
  1. Ø 5
Kritikerwertung (2)
  1. Ø 3

Filmhandlung und Hintergrund

Heute bin ich Samba: In Frankreich erfolgreiche Komödie vom "Ziemlich beste Freunde"-Duo Éric Toledano und Olivier Nakache mit Publikumsliebling Omar Sy.

Schon zehn Jahre lebt der Senegalese Samba als Illegaler in Frankreich und schlägt sich als Tellerwäscher durch. Als er bei den Behörden um Aufenthaltspapiere anfragt, landet er nach einer Polizeikontrolle in Abschiebehaft. Eine Hilfsorganisation setzt sich für ihn ein. Dort arbeitet ehrenamtlich Alice, die nach einem Burn-out ihren gut bezahlten Job an den Nagel gehängt hat und nicht den Rat der Kollegin beherzigt, auf Distanz zu bleiben. Trotz großer gesellschaftlicher Unterschiede entsteht eine zarte Beziehung.

Eine engagierte Frau setzt sich dafür ein, dass der illegal in Frankreich lebende Senegalese Samba nicht abgeschoben wird. In Frankreich erfolgreiche Komödie vom “Ziemlich beste Freunde”-Regieduo, mit Publikumsliebling Omar Sy.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Seit 2012 erlebt der französische Film hierzulande eine Renaissance. Schafften es lange Zeit nur vereinzelte Produktionen unserer europäischen Kollegen in ausgewählte Programmkinos, so brachten Olivier Nakache und Eric Toledano das bisweilen als verkopft geltende Franco-Kino mit „Ziemlich beste Freunde“ in die deutschlandweiten Multiplexe. Das Ergebnis: Auch ein knappes Jahr nach Starttermin lief die französische Tragikomödie noch immer in über hundert Kinos; mit neun Millionen Zuschauern überholte der Streifen in den Jahrescharts selbst Blockbuster wie „Skyfall“ oder „Der Hobbit“. Ein One-Hit-Wonder, so möchte man meinen. Doch auch im vergangenen Jahr wusste sich mit „Monsieur Claude und seine Töchter“ erneut ein französischer Streifen auf den oberen Rängen der Kinohitliste zu behaupten – und wieder ist es eine Tragikomödie, in der innerkulturelle Kommunikation zu einem wichtigen Bestandteil des daraus resultierenden Entertainmentfaktors wird. Doch ganz gleich, ob ein Film wie „Ziemlich beste Freunde“ Vorurteile feinfühlig abbauen möchte, oder man es wie im Falle von „Monsieur Claude“ lieber auf die harte Satireweise versucht, das Publikum zu mehr Toleranz aufzufordern: Die Aktualität des Rassismusthemas ist heute aktueller denn je. Da kommt es recht gelegen, dass sich Olivier Nakache und Eric Toledano mit ihrer neuen Regiearbeit „Heute bin ich Samba“ ein weiteres Mal an einer vom Toleranzgedanken geprägten Tragikomödie versuchen.

    Auch in der Besetzung findet sich ein alter Bekannter: Omar Sy, dem mit „Ziemlich beste Freunde“ der internationale Durchbruch gelang, schlüpft in „Heute bin ich Samba“ ein weiteres Mal in eine ziemlich identische Rolle des charismatischen Einwanderers, der diesmal jedoch mit einer Frau interagieren darf. Nach ihrer Mammutleistung in Lars von Triers Psychodrama „Nymph()maniac“ beweist die französische Aktrice nicht nur ihre Wandlungsfähigkeit, sondern legt obendrein eine ansteckende Spielfreude an den Tag, die „Heute bin ich Samba“ mit einer herzlichen Leichtigkeit ausstattet. Doch wie schon „Ziemlich beste Freunde“ spart auch „Heute bin ich Samba“ die ernsthaften Töne in der Inszenierung nicht aus. Im starken Kontrast zur so unbefangenen Liebelei zwischen Samba und Alice steht die Bürokratie europäischer Politik, die nicht nur Samba sondern auch dem Publikum – mal gewitzt, mal bierernst – vor Augen hält, wie irre diverse Einwanderungsgesetze bisweilen sind. Dabei geben sich die Macher gar keine Mühe, „Heute bin ich Samba“ mit einer weitestgehend neutralen Sichtweise auszustatten. Ihr Film kommt durchaus gefühlsmanipulativ daher, schlägt sich dabei jedoch immer auf die richtige Seite und lässt durch diesen Schwachpunkt lediglich einen unbefangenen Erzählstil vermissen. Selbiges gilt auch für diverse Nebenfiguren, die einzig dazu dienen, die lohnenswerten Gedankengänge der Protagonisten hervorzuheben. Richtig ehrlich ist das nicht, allzu schlimm jedoch auch nicht.

    Fazit: Den Machern von „Ziemlich beste Freunde“ gelingt mit „Heute bin ich Samba“ ein Film mit ähnlicher Thematik, den die Regisseure jedoch ähnlich berechenbar ausstatten wie ihren Vorgänger. Dabei ist es insbesondere die ungezwungene Chemie zwischen Sy und Gainsbourg, die den Streifen zum bislang Besten machen, was der aktuelle Franzosen-Hype zuletzt hervorgebracht hat.
  • In Frankreich erfolgreiche Komödie vom “Ziemlich beste Freunde”-Duo Éric Toledano und Olivier Nakache mit Publikumsliebling Omar Sy.

    Was kann man nach einem Erfolg wie “Ziemlich beste Freunde”, der allein in Deutschland neun Mio. Zuschauer ins Kino lockte, überhaupt für einen Film machen? Das Regie-Duo Éric Toledano und Oliver Nakache versucht, sich nicht zu wiederholen, auch wenn es wieder eine optimistische Fabel serviert, es erneut um einen Farbigen geht, der die bürgerliche Welt kennen lernt und deren verkrustete Strukturen aufbricht.

    Der Senegalese Samba lebt seit zehn Jahren illegal in Frankreich, wohnt bei seinem Onkel und schlägt sich als Tellerwäscher durch. Mit einem festen Job in Aussicht beantragt er Aufenthaltspapiere und landet in Abschiebehaft. Unterstützung erhält er von einer Hilfsorganisation, wo sich Karrierefrau Alice nach einem Burn-Out engagiert. Schon bei der ersten Begegnung beherzigt sie nicht den Rat der taffen Kollegin, auf Distanz zu bleiben und gibt ihm ihre Telefonnummer. Beide begegnen sich immer wieder, es knistert. Aber hat ihre Liebe wirklich eine Chance? Es beginnt ein Pas de deux, in dem beide voneinander lernen, sich nur sehr langsam von ihrer Angst und Skepsis befreien.

    “Die ohne Papiere haben jede Menge Papiere, aber nicht die Richtigen” heißt es mal und genau so wird die Situation der “Sans Papiers” betrachtet, die ständig Ausweise und Namen wechseln, möglichst nur Bus fahren, Bahnhöfe meiden und sich wie Büroangestellte kleiden sollen. Sie stehen im Mittelpunkt, Menschen, die ihre Identität verlieren und bald nicht mehr wissen, wie sie heißen. Da warten Samba und sein neuer “brasilianischer” Freund Wilson, der eigentlich Algerier ist, morgens in der Schlange, um als Tagelöhner zu schuften, machen die miesesten Jobs ob auf Baustellen, in Mülltrennanlagen oder Restaurantküchen, flüchten auch schon mal über die Dächer von Paris bei einer Razzia. “Heute bin ich Samba” gibt sich weder radikal noch rigoros, funktioniert wie Balsam auf der sozialen Wunde, die Frankreich plagt, setzt auf Empathie, ohne Betroffenheitsideologie oder Botschaftsdrang.

    Zwischen Melodram, romantischer Komödie und Sozialdrama zeigen Toledano und Nakache Haltung und Geradlinigkeit, auch wenn sie sich mit harten Urteilen zurückhalten und die seifige Musik einlullt. Omar Sy ist das Herz des Films, er ist weder der gute Afrikaner noch Unschuldslamm, sondern in sich widersprüchlich, was dem Film in Kombination mit Charlotte Gainsbourg als Frau zwischen Tabletten, Lachen und Weinen Glaubwürdigkeit verleiht. Selten lagen Glück und Tragik so nahe beieinander. mk.
  • Der letzte Film des Autoren-Teams Olivier Nakache und Eric Toledano wirkt bizarr, uneinheitlich und von sonderbarem Charme, denn es ist eine Komödie über den unmenschlichen Apparat der Bürokratie, der sich gegen die Migranten richtet. Ein explosives Thema mit verschiedenen Schichten von grosser Komplexität und Hässlichkeit (so wie Rassismus uund Ausländerhass). Wir tauchen ein in die Welt der Migranten, die absurd und grausam auf uns wirkt. Samba, das sind zwei Geschichten mitienander verkeilt: Ein ernsthaftes Thema wird als Slapstick vorgetragen. Manche mögen das schrill oder offensiv finden - die meiste Zeit über funktioniert es aber nicht. Samba (Omar Sy) aus Senegal arbeitet seit Jahren schwarz in Paris. Kurz vor seinem Traum, als Festangestellter im Retaurant eingestellt zu werden, kommt ihm die Ausländerbehörde in die Quere. Samba taucht unter und bekommt Hilfe von einer Flüchtlingsorganisation. Dort arbeitet Alice (Charlotte Gainsbourg), die gerade einen Nervenzusammenbruch erlitt. Samba navigiert sich durch die Welt der Illegalen, die im Grunde ein Albtraum ist. Immer wieder scheint deshalb eine bedrückende Melancholie durch seinen unbeschwerten Charme. Alice versucht währenddessen ihre seelischen Krisen zu meistern (was ich unangemessen finde angesichts von Sambas Situation). Die Romanze zwischen Alice und Samba wirkt auch dementsprechend unwahrscheinlich. Gainsbourg übertreibt ihre Rolle der Hilflosigkeit, während Omar Sy ein Star im ganz klassischen Sinne ist! Alle Attribute, die man ihm anhängte, "the hottest French film star of 2013"; er hat das alles verdient! Er hat das Charisma, die Leichtigkeit und wird von der Kamera geliebt. Er hats einfach! Als Samba ist Sy witzig, stark, verletztlich und wahrhaftig. Als Film funktioniert das Ganze eigentlich nicht, Sy schaffts aber trotzdem, die "Romanze" und "Komödie" zum Leben zu erwecken. Er trägt den Film ganz allein und das ist es, wozu Stars in der Lage sind. mehr auf cinegeek.de
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