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Herbstgold (2010)

Herbstgold Poster
Nicht mehr im Kino.
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Kritikerwertung (2)
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Filmhandlung und Hintergrund

Herbstgold: Porträts von fünf Senioren, die Hochleistungssport treiben, als ans Herz gehende Hommage auf physische wie psychische Fitness im hohen Alter.

Jiri ist 82 Jahre alt, Hochspringer und nutzt die Treppen des Mietshauses in seiner tschechischen Heimat als Trainingsplatz, die temperamentvolle italienische Diskuswerferin Gabre verrät niemandem ihr Alter, Ilse, die 85-jährige Kugelstoßerin aus Kiel, will unbedingt noch einmal die Sechs-Meter-Marke knacken. Und schließlich ist da noch der fast 100-jährige Österreicher Alfred, der den Diskus immer noch weit schleudern kann. Sie alle werden bei der anstehenden Senioren-WM im finnischen Lahti antreten.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

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  • „Besonders wertvoll”

    Über 5000 Teilnehmer haben an den Senioren-Weltmeisterschaften im finnischen Lahti 2010 teilgenommen. Und doch werden die Leichtathletik-Wettbewerbe von den Medien sträflich ignoriert. Der Filmemacher Jan Tenhaven hat sich zum Ziel gesetzt, dem ein Ende zu setzen und porträtiert in seinem Dokumentarfilm fünf außergewöhnliche Menschen, die im Herbst ihres Lebens stehen und nach sportlichen Höchstleistungen streben. Ob Diskuswerfen, Kugelstoßen, Hochsprung oder 100m-Sprint: Alle Sportler und Sportlerinnen sind vom Ehrgeiz getrieben, sich selbst und der Welt zu beweisen, was auch im hohen Alter noch möglich ist. Tenhaven lässt sich dabei für jeden Protagonisten viel Zeit, der Zuschauer lernt die Sportler kennen und schließt sie schnell ins Herz. Die vielen Momente des Komischen wirken nie lächerlich oder peinlich und die Wettkampfsituationen könnten spannender nicht sein. Und ob am Ende Triumphe zu feiern oder Niederlagen zu verkraften sind - Respekt und Hochachtung vor diesen unglaublichen Leistungen sind allen Sportlern gewiss. Ein Film mit altersloser Vorbildfunktion.

    Jurybegründung:

    Aktive Hochleistungssportler werden meist nicht alt. Aber ist Sport nicht auch noch etwas anderes? Geht es nicht auch für den einzelnen Menschen darum, am eigenen Körper zu arbeiten, seine Grenzen zu erfahren und durch Training zu überwinden? Den eigenen Ehrgeiz und Spieltrieb zu befriedigen und die Gemeinschaft mit Sportskollegen zu genießen - selbst wenn sie die schärfsten Konkurrenten sind? All das hört ja mit dem Älterwerden nicht auf, und so gibt es viele Menschen, die bis ins hohe Alter hinein Sport treiben. Tatsächlich findet alle zwei Jahre eine von den World Masters Athletics veranstaltete Weltmeisterschaft der Senioren statt, bei der bis zu 7000 Teilnehmer antreten - und dies von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt. Jan Tenhaven las in der Rubrik "Vermischtes" in einer Zeitung eine kleine Meldung über dieses vermeintliche Kuriosum, und als Dokumentarfilmer witterte er eine gute - und eben noch nicht erzählte - Geschichte. Nach vielen Recherchen fand er fünf Sportler zwischen 82 und 100 Jahren. Diese begleitete er mit der Kamera bei ihren Vorbereitungen auf die Leichtathletik-WM. Bei einer solchen Art von Dokumentarfilm ist es wichtig, dass die Protagonisten Vertrauen zu den Filmemachern fassen, denn alles hängt davon ab, wie nah sie die Kamera an sich heranlassen. Dieses Talent hat Tenhaven - und er ist so klug, mit einem guten Rhythmusgefühl jene Szenen, in denen die Sportler von ihrem Leben erzählen, mit Situationen vom Training und später dann vom Wettkampf zu mischen. So lernen wir etwa den 82jährigen Hochspringer Jiri aus Tschechien kennen, dessen größte sportliche Leistungen vielleicht doch die hochkomischen Streitgespräche mit der Ehefrau auf der heimischen Couch sind. Die Duisburgerin Ilse Pleuger will unbedingt den Weltrekord im Kugelstoßen der über 85jährigen verbessern, und beim letzten Wurf geht es dann tatsächlich um einen Zentimeter. Bei den Bildern von ihren entscheidenden Wettkämpfen gönnt Tenhaven den fünf Sportlern dann zum Schluss noch die im Stil eines konventionellen Sportfilms geschnittenen extremen Zeitlupenaufnahmen von ihren sich in äußerster Anstrengung verformenden Körpern, dem scheinbar ewig fliegendem Diskus, der sich zum Zielband streckenden Brust des Läufers usw. Der ironische Stilbruch macht hier noch deutlicher, dass dies ein ganz anderer Sportfilm ist.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • In seiner ans Herz gehenden Hommage an das Alter porträtiert Jan Tenhoven fünf sehr alte Menschen, die sich mit Sport fit halten und immer neue Ziele setzen. Dass der Film über die Maßen berührt, bewegt und einen immer wieder zum Lachen bringt, hat der Regisseur seinen Hauptfiguren zu verdanken, die völlig uneitel und mit großer Natürlichkeit in die Kamera plaudern. Vor allem aber sind es die kleinen Gesten, die einfachen Blicke, die beiläufig geäußerten Weisheiten, die diese Dokumentation so einzigartig machen.

Darsteller und Crew

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