Helen (2009)

Helen Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (1)
  1. Ø 5
Kritikerwertung (1)
  1. Ø 3.5

Filmhandlung und Hintergrund

Helen: Sandra Nettelbecks englischsprachiges Debüt ist ein schonungslos offenes Drama über Depression.

Als Musikprofessorin ist sie erfolgreich, als Familienmensch aber nur vermeintlich glücklich: Helen (Ashley Judd) kann sich nicht beklagen, weder über ihre Ehe mit David (Goran Visnjic), noch über ihr inniges Verhältnis zur jungen Tochter. Doch die von Studenten und Kollegen Geschätzte gerät in eine schwere Depression. Weil sie ihre psychischen Probleme selbst vor dem Ehemann geheim hält, steht sie mit der Belastung allein da. Nur eine Studentin kann helfen.

Das englischsprachige Debüt von Sandra Nettelbeck (ihr “Bella Martha” kam unlängst zu Remake-Ehren in Hollywood) konzentriert sich in seiner Liebesgeschichte auf eine depressive Frau und kann dabei auf die versierte Charakterdarstellerin Ashley Judd (“Doppelmord”) bauen.

Musikprofessorin Helen scheint in ihrem Leben nichts zu fehlen. Sie hat einen liebenden Mann, eine aufgeweckte Tochter, Freunde und lebt im Wohlstand. Ein Treffen mit einer jungen Frau wirft sie aus der Bahn. Ihr Umfeld, selbst ihr Mann David, merkt davon zu Anfang nichts – erst als krassere Symptome einer Depression bei Helen nicht mehr zu übersehen sind. Als auch Medikamente nichts helfen, entfernen sich Helen und David immer mehr voneinander, und auch zu ihrer Tochter verliert Helen jeden Bezug.

Musikprofessorin Helen scheint in ihrem Leben nichts zu fehlen, bis sie krassere Symptome einer Depression entwickelt. In dem bitterernsten US-Drama von Sandra Nettelbeck (“Bella Martha”) brilliert eine gequälte Ashley Judd.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

So werten die User Ø
(1)
5
 
1 Stimme
4
 
0 Stimmen
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen
So werten die Kritiker (1 Stimmen)
5
 
0 Stimmen
4
 
1 Stimme
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen

Wie wertest Du? Klicke auf einen der Sterne:

Kritikerrezensionen

  • Helen hat Geburtstag. Alle Freunde sind da. Von ihrem Ehemann David bekommt sie einen Flügel geschenkt und ihre Tochter Julie hat ihr eigenhändig einen Kuchen gebacken. Es ist ein wundervoller Abend. Alle amüsieren sich. Nur Helen steht allein auf der Terrasse. Sie sieht furchtbar unglücklich aus, aber sie weiß, dass es keinen Grund dafür gibt. So beginnt das Drama von Regisseurin und Drehbuchautorin Sandra Nettelbeck und obwohl sie sich viel Zeit zum Erzählen lässt, ist bereits in dieser Minute klar, worum es geht.

    Nettelbeck zeigt, dass sich diese Krankheit sehr schleichend an die Oberfläche kämpft. „Ich sehe es nicht kommen, aber ich kann es spüren. Es ist da!“, sagt Helen anfangs aus dem Off und tatsächlich, ihr ist zu erst einfach nicht zum Lachen zu Mute – das ist alles, könnte also auch nur ein schlechter Tag sein. Am nächsten Morgen ist es David, der nicht aus dem Bett findet und von Helen rausgeschmissen werden muss. Sie spielt wunderbar Klavier, doch dann wollen ihr manche Stücke einfach nicht mehr gelingen. Ein paar Tage später ist sie es, die nicht aus dem Bett kommt. Die Heulkrämpfe kommen immer häufiger, bis sie schließlich vollkommen zusammenbricht und eingewiesen werden muss.

    „Helen“ ist ein unangenehmer Film. Man könnte fast sagen, ein Feel-Bad-Movie. Die Hauptfigur heult die meiste Zeit und redet ständig davon, sich umzubringen. „Helen“ verlangt viel – und genau das macht ihn zu einem guten Film. Dem Publikum geht es wie Helens Mann David. Wir bekommen – wie er – erklärt, was Depression bedeutet und wie er sind auch wir gezwungen, hilflos mit anzusehen, wie es immer schlimmer wird und auch wir können die Entscheidung treffen, ob wir dabeibleiben oder einfach den Kinosaal verlassen. Nur dann würden wir das hervorragende Spiel von Ashley Judd verpassen. Besonders beeindruckend ist die Szene, als sie und David mit Freunden zum Essen ausgegangen sind. Alle beteiligen sich am Gespräch, nur Helen sitzt stumm und in sich gekehrt daneben. Plötzlich steht sie auf und geht auf die Toilette, um ihren Tränen endlich freien Lauf lassen zu können. Doch unvermutet steht eine Frau neben ihr und Helen ist erneut gezwungen, ihren Weinkrampf zu unterdrücken. Es tut wirklich weh mit ansehen zu müssen, wie sehr sie sich zusammenreißt und umso schlimmer bricht es dann aus ihr heraus, als sie endlich allein ist, was Ashley Judd ebenfalls überzeugend darstellt.

    Nettelbeck hat ihren Film einer guten Freundin gewidmet, die an Depressionen litt und den Kampf gegen sie verloren hat. So deprimierend diese Geschichte teilweise auch ist, Nettelbeck schafft es tatsächlich, wenigstens ansatzweise nachvollziehbar zu machen, was es bedeutet, an Depressionen zu leiden.

    Fazit: Ein Drama, das sich mutig an das unpopuläre Thema Depression heranwagt, ohne etwas zu beschönigen.
  • Was richtet eine Depression an? Sandra Nettelbeck gibt in ihrem englischsprachigen Debüt eine schonungslos offene Antwort.

    So viel Publikumswirksamkeit wie nötig, so viel ehrliche Einsicht in die psychische Hölle wie möglich. So könnte Nettelbecks Motto für ihr – entgegen früherer Werke wie dem heiteren Erfolg “Bella Martha” – forderndes Drama über ein tragisches Thema lauten. “Helen” war für sie zugleich eine Herzensangelegenheit: Eine Freundin hatte sich einst nach langem Kampf gegen ihre Depression das Leben genommen. Ihr ist der Film gewidmet. In Ashley Judd, die aus ähnlichen Gründen selbst kürzlich in Behandlung war, wurde die perfekte Besetzung gefunden. Jede Nuance der Qual wird in ihrem Gesicht lesbar, ihre Verzweiflung genauso erfahrbar wie ihre verstörende Art, die eigene Familie zurückzustoßen.

    Nettelbeck gelingt es, einen klinischen Fall aufzuzeigen und dennoch ganz intim und aufrichtig zu inszenieren, sich ganz ohne Hollywood-Gloss auf – der gedrückten Stimmung angepasstes – dunkles Interieurs zu verlassen, in ruhigen, unspektakulären Bildern dem widersprüchlichen Charakter viel Entfaltungsraum zu geben und sich stilistisch weit zurückzunehmen. Sie leistet Aufklärungsarbeit, frei von jedem Selbsthilfetonfall: Judd ist als erfolgreiche Musikprofessorin Helen ins Leben integriert. Es fehlt augenscheinlich an nichts, Familie, Freunde, Wohlstand. Als sie der jungen Cellistin Mathilda (verstörend: Lauren Lee Smith) begegnet, fällt sie in ein schwarzes Loch, aus dem sie nicht mehr herausfindet. Zunächst bleibt ihre Verzweiflung unerkannt; niemand fängt sie auf, während bei ihr immer extremere Symptome auftreten.

    Feinfühlig folgt ihr Nettelbeck in die innere Isolation, liefert einen Katalog fehlerhaften Verhaltens ab, das eine Depression erst richtig gefährlich macht: Goran Visnjic als ihr Mann begreift zu spät und kann zudem damit nicht umgehen. Helen durchläuft die Stationen Klinik, wirkungslose Medikamente, Zwangseinweisung, Rechtsstreit und Selbstmordversuch. Das Konzept des Für-seine-Frau-Kämpfens läuft ins Leere, die Familie bricht auseinander – nicht nur hier räumt die differenzierte Studie mit einigen Klischees auf. Sie verzichtet auf Schuldzuweisungen oder darauf, die Krankheit zu erklären, die alles zerstört, einschließlich der Liebe zu Mann und Tochter. Allein die psychisch kranke Mathilda versteht, was Helen durchmacht, und wird zur mysteriösen Vertrauten. Doch für manche gibt es aus der Hölle nur einen Ausweg.

    tk.

Darsteller und Crew

News und Stories

  • Fakten und Hintergründe zum Film "Helen"

    Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

  • Sky: Die Film-Neustarts dieser Woche

    Das Pay-TV-Unternehmen Sky hat auch diese Woche wieder einige Film-Neustarts zu vermelden, die auf dem Sender Sky Cinema starten.Den Anfang macht am Montag, 13. Dezember 2010 um 20.15 Uhr, der Thriller „The Dark Country“. In dem Film trifft ein frisch verheiratetes Pärchen auf dem Weg durch die Wüste auf einen übel zugerichteten, schwer verletzten Mann. Sie nehmen ihn mit, aber als sie der Verletze plötzlich angreift...

  • Warner: "Helen" im Mai 2010

    Warner Home Video hat das Drama “Helen” auf DVD angekündigt. Der Film mit Ashley Judd, Goran Visnjic, David Hewlett und Lauren Lee Smith wird am 28. Mai 2010 in den Handel kommen. Entfernte Szenen sind das einzige Bonusmaterial der DVD. Ab sofort bestellbar: Helen (DVD) bei Amazon bestellen

  • Sundance Film Festival beginnt am 15. Januar

    Das renommierte amerikanische Sundance Film Festival beginnt am 15. Januar in Park City, Utah. Der Eröffnungsfilm “Mary and Max” ist eine Animation mit Knetfiguren von Regisseur Adam Elliot und handelt von der Brieffreundschaft eines achtjährigen australischen Mädchens mit einem 44-jährigen fettleibigen Mann aus New York. Das wichtigste Festival des Independent-Films endet am 25. Januar mit der Dokumentation “Earth...

Kommentare

Liebe Nutzer, wir überarbeiten unser Kommentarsystem um es in Zukunft noch nutzerfreundlicher und weiter zugänglich zu machen. Bitte habt noch etwas Geduld mit uns, wir werden es euch dann bald an dieser Stelle zur Verfügung stellen.