Harry Potter und der Orden des Phönix (2007)

Originaltitel: Harry Potter and the Order of the Phoenix
Harry Potter und der Orden des Phönix Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Harry Potter und der Orden des Phönix: Verfilmung des fünften "Harry Potter"-Romans von J.K. Rowling, in dem sich Harry und seine Freunde auf die Seite des Orden des Phoenix schlagen, um ein Wiedererstarken von Lord Voldemoort zu unterbinden.

Seit Harry Potter (Daniel Radcliffe) Zeuge von Lord Voldemorts (Ralph Fiennes) Auferstehung wurde, leugnet das Zaubereiministerium diese Tatsache. Minister Fudge setzt die sadistische Professorin Umbridge (Imelda Staunton) als Spionin in Hogwarts ein – ausgerechnet im so wichtigen Fach Verteidigung gegen die dunklen Künste. Um sich dennoch auf den Angriff des dunklen Lords und seiner Schergen vorzubereiten, gründen Harry, Ron (Rupert Grint) und Hermine (Emma Watson) “Dumbledores Armee”.

In Buch fünf der Zauberer-Saga verdüstert sich das Bild nachhaltig, wofür David Yates bürgt. Der inzwischen 15-jährige Magierspross muss nicht nur Finsterling Voldemorts Rache fürchten, sondern leidet auch unter Machtmissbrauch und Totalitarismus.

Obwohl Harry Potter mit dabei war, wie Lord Voldemoort wieder auferstand, will das Zauber-Ministerium Harry Potter und Hogwarts-Direktor Dumbledore keinen Glauben schenken und unternimmt alles, sie zu diskreditieren. In Hogwarts macht die vom Ministerium geschickte Dolores Umbridge den Schülern das Leben schwer. Doch Harry will nicht untätig bleiben und ruft eine geheime Truppe ins Leben, die sich auf mögliche Angriffe Voldemoorts und seiner Schergen vorbereitet – keine Sekunde zu früh.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (5)

Kritiken und Bewertungen

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    Spannend und anrührend zugleich bietet der fünfte "Harry Potter"-Film bestes britisches Erzählkino, setzt nicht unbedingt die Kenntnis der früheren Filme oder der Bücher voraus und erfüllt gleichwohl die Erwartungen der detailkundigsten Fans aufs Beste. Eine reife, überzeugende Leistung mit ausgefeilten Charakteren, viel Witz, großen Kinobildern und auch ernsthaften und erwachsenen Untertönen. Wer bisher hochnäsig auf Distanz zu Harry Potter war, sollte sich nun selbst ein Bild machen. Es wartet ein visuell aufregendes Universum, es wartet ein anregender Film.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • David Yates zeigt in seinem “Harry Potter”-Debüt einen gereiften und auch nachdenklicheren Zauberlehrling. Der routinierten Verfilmung steht lediglich die Dimension der Buchvorlage im Weg.

    Harry Potter-Darsteller Daniel Radcliffe sorgte bereits im Vorfeld für einige Aufregung, als er mehr un- als bekleidet in einem englischen Theaterstück auftrat. Dass sich aber nicht nur der Schauspieler, sondern auch sein berühmtester Charakter vom “Kleinen Jungen”-Klischee entfernt hat, beweist er im neuesten, dem fünften Teil der Zauberlehrlings-Saga. Von Anfang an liegt eine düstere Atmosphäre über der Geschichte, die sich nicht nur optisch in einem schön irrealen licht- und farblosen Grau äußert (Kamera: Slawomir Idziak). Auch innerlich scheint bei Harry Potter nicht unbedingt die Sonne: Der Tod seines Freundes Cedric Diggory und der Angriff von Lord Voldemort (Ralph Fiennes) aus dem letzten Teil stecken ihm noch sichtlich in den Knochen. Hinzu kommt, dass ihm niemand Glauben schenken mag, was die Rückkehr des dunklen Lords angeht. Wie der antiken Kassandra schlagen ihm vielmehr Missmut und Spott entgegen. Nur auf seine Freunde Ron und Hermine, sowie den Hogwarts-Direktor Dumbledore (Michael Gambon) ist wie immer Verlass. Und so kämpft Potter mit seiner Privatarmee nicht nur gegen Voldemort, sondern gleich gegen die Autorität per se, verkörpert durch die herrlich schrille Dolores Umbridge (überzeugender Neuzugang Imelda Staunton).

    Regisseur David Yates, der sich zuvor hauptsächlich in England als Fernsehregisseur einen Namen machte, fängt die neue Aura gekonnt ein und liefert seinen überzeugenden Einstieg in die “Harry Potter”-Reihe, die er mit “Harry Potter und der Halbblutprinz” fortsetzen wird. Lediglich das überfrachtete Drehbuch kommt seinem Erzählfluss in die Quere. Leider werden zu viele Nebenschauplätze und -figuren angeschnitten, die im Verlauf der Geschichte wieder verschwinden. Dabei hätten sie genug Potenzial für eine tiefere Charakterisierung gehabt. Vor allem zu dem Troll-ähnlichen Riesenbaby Grawp, den Zentauren und der wunderbar schrägen Bellatrix Lestrange, mit der Helena Bonham Carter ihrem Oeuvre eine weitere verkorkste Existenz hinzufügt, hätte man sich noch weitere Szenen und Erläuterungen gewünscht. So gleicht die Struktur des Films streckenweise einem Abhaken der einzelnen Figuren. Selbst der titelgebende Orden erscheint etwas unmotiviert eingefügt. Schuld daran hat nicht zuletzt die über tausendseitige Buchvorlage, die den bisher dicksten Band der Reihe darstellt. Hier wäre vielleicht weniger das sprichwörtliche Mehr gewesen. Fans der Reihe dürfte dies allerdings nicht abschrecken. Kennen sie ohnehin die Geschichten und deren Hintergründe auswendig, freuen sie sich über ein effektreiches und spannendes Wiedersehen mit bekannten Figuren. Und alleine den ersten Kuss ihres Helden auf der großen Leinwand mit eigenen Augen zu sehen, dürfte für sie Grund genug sein, ein Ticket zu lösen. Da aber auch die Fans in den letzten Jahren gereift sind, versprechen die neuen (Un-)Tiefen im Seelenzustand des Hauptcharakters – so bekommt Harry Potters perfektes Bild seines toten Vaters interessante Risse – die Spannung über den fünften Teil hinaus zu halten, wobei sich die Erkenntnis verstärkt, dass Alan Rickmans Severus Snape die mit Abstand eindringlichste und reizvollste Figur im Potter-Universum ist. Beim nächsten Mal bitte wieder mehr von ihm! mahe.

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