Hakan Nesser's Inspektor Barbarotti: Mensch ohne Hund (2010)

Originaltitel: Håkan Nesser's Inspektor Barbarotti: Mensch ohne Hund
Hakan Nesser's Inspektor Barbarotti: Mensch ohne Hund Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Hakan Nesser's Inspektor Barbarotti: Mensch ohne Hund: TV-Krimi nach dem gleichnamigen Roman von Håkan Nesser.

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Kritikerrezensionen

  • Håkan Nesser, dessen Van-Veeteren-Romane bereits für die ARD verfilmt wurden, mag nicht so bekannt sein wie sein schwedischer Landsmann Mankell, hat aber mit Inspektor Barbarotti eine reizvolle Hauptfigur erschaffen.

    Es liegt in der Natur des Genres, dass in Krimis viel geredet wird. So wortlastig wie dieser Auftakt zur neuen Schweden-Krimireihe nach Håkan Nessers “Barbarotti”-Romanen aber geht es in Fernsehfilmen selten zu: Wenn der Inspektor nicht gerade Vernehmungen durchführt, Kollegin Eva (Nina Kronjäger) über die jüngsten Entwicklungen informiert oder die 18jährige Tochter (Henriette Confurius) beim Liebeskummer tröstet, sucht er den Dialog mit Gott. Das allerdings ist das originellste Merkmal dieser Figur: Seit seiner Scheidung treibt Barbarotti ein Spiel mit dem Herrn. Immer wieder fordert er ihn auf, die Gegebenheiten zu Gunsten des Ermittlers zu beeinflussen, jedes Mal verbunden mit einer gewissen Punktzahl. Abgerechnet wird zum Schluss: Sollte Gott am Ende mehr Plus- als Minuspunkte haben, wird Barbarotti seine Existenz anerkennen. Und der Einsatz lohnt sich durchaus: Die hübsche alleinerziehende Strandschönheit (Suzan Anbeh) ist dem Inspektor ebenso sechs Punkte wert wie die zufällige Begegnung auf einer Hochzeit, die seinen Ermittlungen eine völlig neue Wendung gibt.

    Für die Entwicklung des Falls hat sich Nesser, dessen Roman von Serkal Kus adaptiert wurde, ein besonders perfides Spiel mit den Erwartungen einfallen lassen. Während sich in Krimis zwei Ereignisse, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, in der Regel als verschiedene Seiten der selben Medaille entpuppen, ist es hier gerade umgekehrt: Als nach der Geburtstagsfeier eines patriarchalischen Familienoberhaupts (Vadim Glowna) erst Sohn Walter und dann Enkel Henrik verschwinden, geht die Polizei naturgemäß davon aus, dass beide Vorfälle zusammengehören. Tatsächlich finden sich später in der Tiefkühltruhe einer offenkundig geistesgestörten Frau zwei zerstückelte Männerleichen. Die eine ist Walter; aber die andere ist nicht Henrik.

    Jörg Grünler verzichtet bei seiner Umsetzung auf praktisch jede Form von Dynamik. Gelegentliche Spaziergänge sind das größte Ausmaß an Bewegung. Auch bei den wenigen Außenaufnahmen dominiert ein ruhiger Blick auf die Szenerie. Diese Art der Inszenierung hat den Vorteil, dass die Schauspieler viel zu tun haben und entsprechend zur Geltung kommen. Vadim Glowna zum Beispiel genügen wenige Momente, um anzudeuten, welcher Despot der Familienvater ist. Sylvester Groths Zwiegesprächen zu lauschen, ist ohnehin ein Vergnügen. Trotzdem könnte der Krimi die Erwartungen enttäuschen, zumal man gerade durch das Übermaß an Informationen zwischenzeitlich den Überblick verlieren kann. tpg.

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