Greenberg (2010)

Greenberg Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Greenberg: Bittersüße Komödie über einen 40-Jährigen New Yorker, der bei einem sechswöchigen Aufenthalt in Los Angeles endlich Fuß im Leben fassen will.

Der alleinstehende New Yorker Roger Greenberg ist zwar um die 40 Jahre alt, kann aber nicht wirklich auf etwas Geleistetes im Leben zurückblicken. Resigniert kündigt er seinem einzigen Freund an, er wolle ab jetzt gezielt nichts tun. Alles weitere soll sich von allein ergeben. Eine Gelegenheit bietet sich, als sein erfolgreicher Bruder ihm anbietet, er könne sechs Wochen lang dessen Haus in Los Angeles hüten. Er sucht Kontakt zu alten Freunden und lernt die Assistentin seines Bruders kennen, die er mehr und mehr ins Herz schließt. Ob allerdings mehr daraus werden kann, ist unsicher.

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Kritikerrezensionen

  • In „Greenberg“ geht es mindestens so sehr um die Titelfigur wie um Florence Marr (Greta Gerwig). Die ist Hausmädchen für alles im Haushalt von Philipp Greenberg, und als der mit Familie nach Fernost reist, kümmert sie sich nicht nur ums Haus, sondern auch um dessen Bruder Roger (Ben Stiller). Der gerade aus einer psychiatrischen Klinik entlassen wurde und sich jetzt im Greenberg-Haus einnistet. Sein Plan: Eine Hundehütte bauen und sonst nichts tun.

    Florence tut ohnehin alles als Greenberg-Haushälterin, kauft ein, führt den Hund Mahler aus, kümmert sich um die Kinder der Greenbergs, und abends geht sie zu Partys, besäuft sich und lässt sich vom Erstbesten besteigen. Eine seltsame Mischung aus Apathie und Aktionismus ist das, zwar ist sie jung, Mitte 20, aber vom Leben hat sie noch nicht viel gespürt. Und jetzt trifft sie auf Greenberg (Roger), der ihr eine Menge Arbeit macht.

    Der verweigert sich dem Leben, er ist jetzt 40 und ziemlich seltsam. Sagen wir: antisozial. Mit Menschen will er nichts zu tun haben, mit sich selbst auch nicht und mit seinem Leben, aber andererseits ist er zu lethargisch-teilnahmslos, um andere, sich selbst oder das eigene Leben zu meiden. Das ist das paradoxe Problem, wenn man zu faul ist, um für die Untätigkeit zu kämpfen.

    Und so geraten sie aneinander, Greenberg und Florence, und da entsteht eine Liebesgeschichte, die immer wieder im Entstehen stecken bleibt. Als er sie das erste Mal zuhause besucht, lässt sie sich von ihm lecken, Spaß macht’s keinem, richtig Lust auf Sex hat auch keiner, also geht er wieder heim.

    Das Problem: er ist auf sie angewiesen, weil er keinen Führerschein hat. Und sie chauffiert ihn immer rum, so ist es halt mit ihr: sie tut das, worum andere sie bitten. Ohne Rücksicht auf sich selbst.

    Zudem gibt es da die alten Band-Kollegen von Greenberg aus College-Zeiten, die jetzt alle wenigstens ein bisschen was aus ihrem Leben gemacht haben: Familie, Job, alles da – vielleicht sind sie nicht glücklich, vielleicht hängen sie immer noch Erinnerungen an damals nach, aber immerhin leben sie nach vorne. Greenberg steht still.

    Noah Baumbach erzählt keine Geschichte. Er porträtiert eine Befindlichkeit, das Leben als Dazwischen-Sein: zwischen New York und Los Angeles, zwischen Alt und Jung. Greenberg versteht die Jugend nicht mehr, die Web 2.0-Kids, und erkennt nicht, dass sie genau dasselbe tun wie er damals, nur mit anderen Mitteln: Ausprobieren, mal gucken, was kommt, abwarten. Was für einen in Greenbergs Alter aber eben inzwischen nicht mehr angemessen ist.

    Nein: Dies ist keine Komödie, obwohl es komische Momente gibt. Und es ist trotzt Ben Stiller-Starbesetzung definitiv kein Mainstream-Film, der auf die Bedürfnisse des Zuschauers eingehen würde – etwa das Bedürfnis nach kurzweiliger Handlung, nach amüsanten Figuren, nach Vorwärtsstreben, nach ausgestellter Lustigkeit. Baumbach geht soweit auf seine Figur Greenberg ein, dass er über diesen Nichts-Tuer einen Nicht-Film gedreht hat, einen, in dem nichts vorwärtsgeht, der irgendwo zwischen allen Stühlen steckt. Und deshalb eben auch langweilig wirkt. Mitunter hat diese Einstellung dem Film und den Figuren gegenüber Charme, etwa bei absurden Dialogen, die en passent vom Hundertsten ins Tausendste gleiten, wenn Greenberg beiläufig erwähnt sein Tischlerdasein habe politische Gründe: hä? Andererseits gerät der Film in eine solche Verweigerungshaltung, dass er seine Zuschauer immer wieder verprellt mit seinem Leerlauf.

    Aber: Immerhin ist das interessant.

    Fazit: Das Porträt eines überzeugten Nichtstuers – mitunter anstrengend, mitunter langweilig, mitunter auch sehr unterhaltsam.
  • Mit feinem Witz erzählt Noah Baumbach von der Selbstfindung eines lächerlichen Mannes, den der gegen den Strich besetzte Ben Stiller vorzüglich zum Leben erweckt.

    Eigentlich, so betont er, sei er ja ein umgänglicher Kerl, dennoch scheint seine Haupttätigkeit darin zu bestehen, lange Beschwerdebriefe zu verfassen. An Fluggesellschaften schreibt er, an Supermarktketten und Tiertaxibetreiber. Von New York hat es den Schreiner Roger Greenberg nach Los Angeles verschlagen, ein Nervenzusammenbruch hat den 41-Jährigen aus der Bahn geworfen, nun will er in der Villa seines erfolgreichen Bruders wieder zu sich finden. Nach seinem Titelhelden benennt Noah Baumbach, Sohn des Schriftstellers Jonathan Baumbach und der Filmkritikerin Georgia Brown, seinen neuesten Film und setzt sich dabei erneut mit dem Themenkomplex Familie und Neurosen auseinander. Biographisch gefärbt war sein “Der Tintenfisch und der Wal”, eine Hommage an Eric Rohmer “Margot at the Wedding”, als Art Nabelschau darf man nun “Greenberg” lesen.

    Nichts will Nervensäge Roger fortan tun, außer das Haus hüten und für den Hund des Bruders, der mit Frau und Kindern geschäftlich in Japan weilt, eine Hütte zimmern. Um Greenberg wiederum soll sich Zugehfrau Florence (sympathisch: Greta Gerwig) kümmern, ein zurückhaltendes, multitaskingfähiges Organisationstalent, das von einer Karriere als Folksängerin träumt und alles auf die Reihe kriegt nur nicht das eigene (Liebes-)Leben. Keine Frage also, dass die beiden verlorenen Seelen sich zueinander hingezogen fühlen, aber nicht richtig zusammen kommen. Der erste Sex ist ein verstolpertes Desaster, Greenberg redet sich um Kopf und Kragen, Florence, Mitte 20, schaut betroffen, gibt sich verständnisvoll und leidet leise. Die strahlenden Erfolgsmenschen Hollywoods kommen hier nur ganz am Rande vor. Die (Anti-)Helden sind Durchschnittsverbraucher, die es zu nichts gebracht haben, in der Vergangenheit leben und immer noch Jeans, Turnschuhe und Kapuzenpullis tragen.

    “Zoolander” Ben Stiller, sonst gerne quengelnder, ewig zappelnder Treibauf gefällt hier als differenzierter Schauspieler. Einem brodelnden Vulkan gleicht er, droht stets zu explodieren – doch traut er sich dann doch nicht. Die Annäherungsversuche bei der Ex – cool interpretiert von Noah Baumbach Ehefrau Jennifer Jason Leigh – verpuffen im Nichts, seinen einzig verblieben Freund, den Ex-Bandkollegen Ivan (zerzauster Gutmensch: Rhys Ifans), stößt er immer wieder rüde vor den Kopf. Nein, Greenberg, diesen Pedanten und Besserwisser, diesen Aufschneider und unlustigen Spießer muss man nicht mögen – und doch beginnt man, sich für ihn zu interessieren, wie für den ganzen Film, der merkwürdig mäandert, sich nicht entscheidet, ob er nun Komödie oder Soziogramm, Drama oder Tragödie sein möchte. Wenn man so will hat der Regisseur und Drehbuchautor ein neues Genre kreiert, eine Art Mainstream Home Movie mit dem Zuschauer in der Rolle des passiven Familienmitglieds – man kann die eigene Mischpoke nicht leiden und dennoch nicht von ihr lassen. geh.

Darsteller und Crew

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