Gott schützt die Liebenden (2008)

Gott schützt die Liebenden Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Gott schützt die Liebenden: Fernsehfilm frei nach dem gleichnamigen Roman von Johannes Mario Simmel.

Als er nach seiner spurlos verschwundenen Geliebten forscht, stößt Journalist Paul Holland auf ein düsteres Kapitel in ihrer Vergangenheit: Sibylle war die frühere Freundin eines RAF-Terroristen. Das BKA hat sie benutzt, um den Kopf der letzten aktiven RAF-Splittergruppe zu schnappen. Sibylle rächte sich und wird nun selbst gesucht. Ihre Spur führt nach Salzburg, wo Holland auf eine weitere rätselhafte Frau trifft, die ebenfalls noch eine offene Rechnung hat.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Es ist schon verblüffend, wie reibungslos der Austausch funktioniert. In Johannes Mario Simmels Roman “Gott schützt die Liebenden”, erstmals erschienen 1957, geht es um nationalsozialistisches Geschmeiß, das zwölf Jahre nach dem Untergang des “Dritten Reichs” immer noch sein Unwesen treibt. Fünfzig Jahre später muss man solch eine Geschichte natürlich ganz anders erzählen. Wer immer auch die Idee hatte, “Nationalsozialismus” durch “Rote Armee Fraktion” zu ersetzen: Sie ist brillant.

    Natürlich bildet der historische Hintergrund wie stets bei Simmel bloß die Kulisse für die unvermeidliche Liebesgeschichte, doch Günter Schütter, Autor diverser Drehbücher für Dominik Graf (unter anderem “Der Rote Kakadu” und die Grimme-preisgekrönte “Polizeiruf”-Folge “Der scharlachrote Engel”), integriert die unglückselige Romanze ganz vortrefflich in die Zeit des RAF-Niedergangs.

    Weniger gut ist Schütter die Dramaturgie geglückt, denn die handelnden Personen müssen immer wieder innehalten, um ihren Gesprächpartnern (und damit dem Publikum) die in Rückblenden dargebotenen Zusammenhänge zu erläutern. Dabei sind die eigentlich ganz einfach. Als seine Geliebte spurlos verschwindet, stößt Kriegsberichterstatter Paul Holland (Peter Simonischek) bei seinen Recherchen auf ein düsteres Kapitel in ihrer Vergangenheit: Sibylle Loredo (Iris Berben) heißt eigentlich Viktoria Brunswick und war die frühere Freundin eines RAF-Terroristen der so genannten Dritten Generation. Das Bundeskriminalamt hat sie benutzt, um den Kopf der letzten aktiven RAF-Splittergruppe zu schnappen. Sibylle/Viktoria rächte sich und wird nun selbst gesucht. Ihre Spur führt nach Salzburg, wo Holland auf eine weitere rätselhafte Frau (Nina Proll) trifft, nicht ahnend, dass auch sie noch eine alte Rechnung offen hat.

    Iris Berben hat es vermutlich genossen, mal in eine ganz andere Rolle zu schlüpfen. Dass man ihr das Terroristenliebchen trotzdem nicht recht glaubt, liegt nicht zuletzt an der Wahl des Partners: Wie schon in der letzten “Rosa Roth”-Episode (“Der Fall des Jochen B.”) wird ihr Geliebter von dem fast zwanzig Jahre jüngeren Ole Puppe gespielt. Berben wiederum ist Opfer des Images, das sie selbst aufgebaut hat. Dialogsätze wie “Ich hab’ nicht mal ‘ne Gebärmutter” (auf die Frage, ob sie Kinder habe) klingen längst nicht so locker, wie sie sollen. Und Simonischek muss mit seinen Befindlichkeitsbekundungen unnötig über Hollands Gefühlshaushalt aufklären (“Was ich nun erfuhr, traf mich bis ins Mark”). Carlo Rolas Inszenierung schließlich wirkt angesichts der Brisanz des Stoffes allzu undynamisch.

    Dabei hat Schütter noch ein richtig heißes Eisen im Feuer: Das BKA ist Loredo auch deshalb auf den Fersen, weil sie beweisen kann, dass die Justizvollzugsbeamten in Stuttgart-Stammheim sehr wohl über die Vorgänge in den Zellen der inhaftierten RAF-Terroristen (Baader, Meinhof & Co.) und damit auch über deren Vorbereitungen zum gemeinsamen Suizid informiert waren. Spätestens jetzt wird die Handlung allerdings so komplex, dass man ihr ohne Gebrauchsanweisung gar nicht mehr folgen könnte. So etwas ist immer ein schlechtes Zeichen, aber wenn der Kommentar zur Rückblende dann auch noch derart ungelenk vorgetragen wird wie von Nina Proll, wird das Konstrukt zur Geduldsprobe. tpg.

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