Gloria (1998)

Gloria Poster
Nicht mehr im Kino.
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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Sebastián Lelios Film "Gloria" dauert noch keine fünf Minuten, da hat sich die Hauptfigur bereits in die Herzen der Zuschauer geschlichen. Sie wurden Zeuge, wie die Mittfünfzigerin Gloria auf einer Single-Party wirklich alles gibt. Ihre Tanzstil ist ambitioniert, aber nicht wirklich grazil. Ihre Augenaufschläge eine schräge Kombination aus Sexiness und betrunkenem Charme. Und ihre Flirt-Kunst kratzt haarscharf an billiger Anmache vorbei. Als sie die Party verlässt, muss sie ein Foyer voll von Menschen durchqueren. Nicht gerade leicht, wenn man High Heels trägt und schon etwas zu tief ins Glas geschaut hat. Gloria schlägt sich wacker, sie hat den Raum bereits fast durchquert. Doch dann kippt ihr einer Fuß leicht nach außen. Ein kurzer Moment der Schwäche, sie stolpert fast und fängt sich wieder, bevor jemand etwas merken kann - ein Augenblick, der den Charakter des Filmes einfängt. Es geht um die kleinen Dinge, das Meandern zwischen Obligationen und Momenten der puren Freude.

    Wer nun vermutet, bei dem Drama "Gloria" handelt es sich um eine Sozialstudie über das triste Leben geschiedener Frauen, liegt falsch. Wenn Gloria im Auto lauthals bei ihren Lieblingsliedern mitsingt, wenn sie sich durch eine Yoga-Klasse quält, nur um ihre Tochter mal wieder zu sehen, und wenn sie die nackte Edelkatze ihres Nachbarn ein ums andere Mal vor die Tür setzt, sind das zwar Episoden, die aus dem wahren Leben gegriffen sind. Aber Regisseur Sebastián Lelio verliert nie den augenzwinkernden Humor, der diesen Film zu einem kleinen Juwel macht.

    Paulina García, die zu Recht auf der Berlinale 2013 mit dem Silbernen Bären als beste Darstellerin ausgezeichnet wurde, verleiht ihrer Figur einen anmutigen Charme. Sie ist nicht mehr die Jüngste, aber dazu steht sie auch. Ihr Körper war sicherlich einmal straffer, aber das ist eben der Lauf der Dinge. Wo namhafte Hollywood-Stars nach Körperdoublen und Schönheitsoperationen greifen würden, liefert die Chilenin eine lässige Performance ab, die dem echten Leben gerecht wird und sie zu einer echten Schönheit macht.

    "Gloria", der Film, Gloria, die Frau, und zu guter Letzt auch "Gloria", das Lied, sind kurzweilige Unterhaltung. Nicht umsonst galt der Film bei den 63. Internationalen Filmfestspielen in Berlin als Geheimtipp. Ein Kunstwerk, das einen scharfen Blick auf die Gesellschaft wirft, und dabei nie seinen Sinn für Schönheit und Humor verliert.

    Fazit: Der chilenische Film "Gloria" ist ein kleines Juwel mit einer umwerfenden Hauptdarstellerin und seinem subtilen Sinn für Humor.

Darsteller und Crew

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