Ghosted (2009)

Ghosted Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Ghosted: Verhaltenes Arthouse-Drama um eine deutsche Künstlerin, die ihre verstorbene taiwanesische Geliebte wiederzusehen glaubt.

Als die Hamburger Video-Künstlerin Sophie (Inga Busch) vom mysteriösen Tod ihrer jungen Geliebten Ai-Ling (Ko Huan-Ju) erfährt, ist sie am Boden zerstört. Monate später reist sie nach Taiwan, um eine Ausstellung zu präsentieren, die der Verstorbenen gewidmet ist. Dabei trifft sie die ihrer Geliebten ähnelnde Journalistin Mei-Li (Hu Ting-ting), die sich an ihre Fersen heftet, sie zu verführen versucht und obendrein einiges über Ai-Lings Vergangenheit weiß.

Eine Liebesgeschichte zwischen zwei Welten, inspiriert von chinesischen Geistermythen, schildert Monika Treut (“Den Tigerfrauen wachsen Flügel”). Verlust und neue Liebe sowie kulturelle Differenzen bettet sie in eine Vergangenheit und Gegenwart umfassende Erzählung ein.

Die Hamburger Videokünstlerin Sophie und die junge taiwanesische Einwanderin Ai-ling haben gerade erst ihre Liebe zueinander entdeckt, als Ai-ling unter mysteriösen Umständen ums Leben kommt. Erschüttert reist Sophie in das Land ihrer Freundin, um dort ihren Tod zu verarbeiten und eine Ausstellung zu eröffnen. In Taipeh begegnet sie der Journalistin Mei-li, die ein besonderes Interesse an Sophies und Ai-lings gemeinsamer Vergangenheit hat. Was verbirgt die junge Frau, die Ai-ling ungemein ähnlich sieht?

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • \"Ghosted\" von Monika Treut ist ein Grenzen überwindendes Beziehungsdrama, das sich erst nach und nach als solches zu erkennen gibt und das ebenso zärtlich wie traurig erzählt wird. Der Film springt zwischen Gegenwart und Vergangenheit, Realität und Fiktion und den beiden Ländern Deutschland und Taiwan hin und her, wobei er so flüssig geschnitten ist, dass der Zuschauer den Windungen problemlos folgen kann.

    Die Grenzen zwischen den Ländern und den unterschiedlichen Kulturen verwischen ebenso wie die Grenzen zwischen dokumentarischem Autorenblick und asiatischem Geistermythos. Einerseits findet Treut ungewöhnliche Stadtansichten von Hamburg und Taipeh und fängt scheinbar zufällige Alltagsmomente aus dem Herzen Taiwans ein. Andererseits finden sich genretypische Anleihen asiatischer Geisterfilme, die dem Film eine gewisse Spannung verleihen.

    \"Ghosted\" entwickelt sich sanft und stimmungsvoll nach und nach zu voller Blüte, wobei er von geradezu meditativer Ruhe durchzogen wird. Die verdankt der Film vor allem seiner schwebenden Kamera und der sparsam eingesetzten Musik, die oft nur aus Trommeln und Glocken besteht. Im Kontrast dazu steht das mitunter recht steife und unnatürliche Spiel Inga Buschs in der Rolle der Sophie, das die kulturellen Unterschiede hervorhebt und ein ständiges Auswägen von Distanz und liebevoller Zärtlichkeit zur Folge hat. Am Ende gelingt es Treut, trotz bisweilen holpriger Umsetzung, eine schön erzählte Liebes- und Geistergeschichte auf die Leinwand zu bringen, die sowohl durch gute Darsteller als auch durch ästhetisch einwandfreie Bilder überzeugen kann.

    Fazit: Ein Film voller falscher Fährten, der sich nach und nach als zärtlich erzählte Liebesgeschichte zwischen den Welten entpuppt.
  • Verhaltenes, feinfühliges Arthouse-Drama um eine deutsche Künstlerin, die ihre verstorbene taiwanesische Geliebte wiederzusehen glaubt.

    Die Geister der Vergangenheit können nicht ruhen in einem ungewöhnlichen Mix, mit dem Monika Treut (“Begegnung mit Werner Schroeter”) zahlreiche Queer-Festivals besuchte. Angeregt durch ihre Dokumentation “Den Tigerfrauen wachsen Flügel”, zeigt sich die Regisseurin weiterhin fasziniert von der Insel Taiwan, deren Volksglaube eine gewichtige Rolle in dem Drama um Liebe, Verlust, Trauer und Versäumnisse spielt. Ihr Low-Budget-Film mit allen künstlerischen und erzählerischen Freiheiten vermengt das europäische Doppelgängermotiv mit asiatischen Geistergeschichten zu einem mehrdeutigen, mystischen Memento mori.

    Als die Videokünstlerin Sophie (schmucklos spröde: Inga Busch) in Taipeh eine Ausstellung eröffnet, die ihrer unter ungeklärten Umständen in Hamburg ums Leben gekommenen Geliebten Ai-ling (Huan-Ru Ke) gewidmet ist, heftet sich die angebliche Journalistin Mei-Li (Ting-Ting Hu) hartnäckig an ihre Fersen. Sie interessiert sich nicht nur auffällig für Ai-lings Schicksal und verbringt eine intime Nacht mit Inga, sondern sie erinnert diese auch auf irritierende Weise an ihre tote Freundin.

    Nun bricht Monika Treut die Handlung auf und verwebt Gegenwart und Vergangenheit zu einer nicht linearen Meditation, die vom Nicht-vergessen-wollen erzählt und wie die Obsession uns beherrschen kann. Ihre in meist dunklen Farben die urbane Poesie der Städte Hamburg und Taipeh ergründende Suche nach Wahrheit legt einige Fährten aus und erhält erst nach einer gewissen Laufzeit einen mysteriösen Drall. Es überlappen und missverstehen sich zwei einander fremde Kulturkreise. Der traditionelle chinesische Geistermonat wird in die unspektakuläre, leise Mär integriert: Im siebten Monat des Mondkalenders werden nach altem Brauch die Ahnen verehrt und besänftigt. Für Sophie bedeutet dies: Abschied nehmen.

    tk.

Darsteller und Crew

News und Stories

  • Fakten und Hintergründe zum Film "Ghosted"

    Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

  • Salzgeber: "Ghosted" und "Der erste Tag im Winter"

    Monika Treuts aktueller Kinofilm “Ghosted” (Filmkritik) feierte bei der diesjährigen Berlinale seine Premiere. Die deutsch-taiwanesische Koproduktion mit Inga Busch (im Bild links) in der Hauptrolle wird nun am 23. November 2009 von Salzgeber auf DVD veröffentlicht. Als Bonusmaterial ist nur der Kinotrailer enthalten.Das italienische Coming-Out Drama “Der erste Tag im Winter” erscheint ebenfalls am 23. November  2009...

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