Geständnisse (2010)

Originaltitel: Kokuhaku
Geständnisse Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (2)
  1. Ø 5
Kritikerwertung (1)
  1. Ø 3.5

Filmhandlung und Hintergrund

Geständnisse: Elegant erzählter Psychothriller über eine Lehrerin, die grausame Rache an zwei ihrer Schüler nimmt, die sie für den Tod ihrer Tochter verantwortlich macht.

Lehrerin Yuko versucht, ihren pubertierenden Schülern den Wert des Lebens zu vermitteln, das diese als Last oder Langeweile erfahren. Als Yukos kleine Tochter im Schulpool ertrinkt, macht die Pädagogin dafür zwei ihrer Schüler verantwortlich und nimmt grausam Rache. Sie enthüllt den Jungen, dass sie ihre bereits getrunkene Schulmilch mit dem HIV-Virus, der Yukos Freund bereits das Leben nahm, infizierte. Damit treibt sie einen der Teenager in den Wahnsinn, den anderen, eine tickende Zeitbombe, in den möglichen Massenmord.

Lehrerin nimmt grausam Rache an Schülern, die sie für den Tod ihrer kleinen Tochter verantwortlich macht. Bedächtiges japanisches Thrillerdrama über gesellschaftliche Entwicklungen wie Mobbing und emotionale Verwahrlosung.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Im Bezug auf Gewalt gegen Kinder und Jugendliche zeigt sich das asiatische Kino schon immer wenig zimperlich. Was sich Hollywood niemals trauen würde, ist im japanischen oder kantonesischen Kino an der Tageordnung, um Emotionen zu schüren. In Johnny Tos Martial Arts-Hit „Heroic Trio“ wird etwa ein Baby aufgespießt, und in „Beyond Hypothermia“ tötet die Protagonistin, eine Profikillerin, bereits in der Eingangssequenz ein Kind – um nur zwei Werke zu nennen, die der (einstige) Asienspezialist REM in Deutschland in die Kinos brachte. In Japans diesjährigen Beitrag zum Auslandsoscar behauptet eine Lehrerin zu Beginn, zwei Schüler mit verseuchter Milch vergiftet zu haben. Dies stellt sich allerdings erst als Auftakt eines tödlichen Tauziehens zwischen der jungen, verbitterten Mutter und ihren jugendlichen Gegenspielern heraus, das eine Kette an Gewaltakten, Hasstiraden und fatalen Aktionen nach sich zieht.

    Im Grunde handelt es sich bei „Confessions“ um die härtere Variante von „Heute trage ich Rock“, in dem Isabelle Adjani ihre Schulklasse als Geisel nimmt, um sich Gehör zu verschaffen. Stete Demütigungen und Respektlosigkeiten tragen dazu bei, dass das pädagogisch geschulte Personal irgend wann nicht mehr weiter weiß und zu extremen Taten greift. Gleich mit Mord gegen Minderjährige zu drohen, gehört allerdings zu den perfideren Methoden. Bei seiner Deutschlandpremiere auf dem Münchner Filmfest warfen Kritiker dem düsteren Drama seine zynische Grundhaltung vor, was nicht ganz von der Hand zu weisen ist, wobei dies auf zahlreiche asiatische Rachegeschichten zutrifft.

    Ein anderer Kritikpunkt, der fast unablässige Musikteppich, zählt jedoch zu den Mitteln der Spannungssteigerung, womit die Handlung vorangetrieben und relativ schnell eine soghafte Stimmung aufgebaut wird. Besonders der knapp halbstündige Prolog vor dem Vorspann mit Yukis fatalem Geständnis vor ihrer Klasse erweist sich als dichte, stilisierte Introspektive einer von Vergeltungsgelüsten zerfressenen Frau. Auch farblich virtuos spielt Regisseur Tetsuya Nakashima hier mit zugespitzten filmischen Erzählprinzipien wie extreme Kameraperspektiven, Rückblenden, Traumvisionen, Slow Motion und Beschleunigung, verbunden mit einem ausgefallenen Klangteppich.

    In Folge kann er den komplexen Spannungsbogen des Einstiegs zwar nicht ganz durchhalten, ohne aber derart stark abzufallen wie in seinem knallbunten Spektakel „Kamikaze Girls“ von 2004. In einzelne Kapital unterteilt, schildert Nakashimas verstörender Thriller das weitere Kräftemessen der ungleichen Parteien aus wechselnden Perspektiven, wobei die Wahl der Waffen immer drastischer ausfällt und es letztlich keinen Sieger geben kann. Dazu liefert er kompromisslose Aspekte zu Themen wie Generationskonflikte, Familienbindung, Mobbing und schulische Hackordnungen, bleibt in seiner Aussage und dem makaberen Witz aber politisch bewusst völlig unkorrekt.

    Fazit: Spannend und virtuos erzählte Chronik eines kompromisslosen Rachefeldzugs einer traumatisierten Mutter mit bitterem Unterton.
  • Tetsuya Nakashimas Psychothriller über den Rachefeldzug einer traumatisierten Lehrerin bestätigt eindrucksvoll, warum er 2011 zum Kandidatenkreis für den Oscar als “Bester fremdsprachiger Film” zählte.

    Unter die letzten neun Nominierten kam Japans Beitrag, doch auch der Einzug unter die magischen Fünf wäre gerechtfertigt gewesen, verbindet “Geständnisse” doch visuell elegantes Erzählen mit Statements zu gesellschaftlichen Entwicklungen, die über den japanischen Kulturkreis hinausgehen. Das Spektrum reicht von sozialer Distanzierung, Mobbing, Soziopathie, Angst der Erwachsenen vor unkontrollierbar werdenden Kindern bis hin zur Konfrontation mit einer Krankheit, die noch vor nicht allzu langer Zeit das Todesurteil bedeutet hätte. Eine Reihe von Geständnissen und Enthüllungen geben Details über den Plot und die Figuren preis, halten den Zuschauer im Aufmerksamkeitsmodus und liefern neue Perspektiven auf das Erzählte.

    Yuko (Takako Matsu) ist eine engagierte Lehrerin. Ihren oft teilnahmslosen Schülern versucht sie, den Wert des Lebens zu vermitteln, das der aidskranke Vater ihrer jungen Tochter viel zu früh verlieren musste. Als das Mädchen ertrunken im Schulpool gefunden wird, entdeckt die Pädagogin, dass zwei Jungen aus ihrer Klasse dafür verantwortlich sind und nimmt grausame Rache. Den Teenagern Shuya und Naoki enthüllt sie, dass die Tütenmilch, die sie gerade getrunken haben, mit dem HIV-Virus infiziert war. Danach zieht sie sich aus dem Film zurück, wechselt die Perspektive auf die Seite der beiden Schüler und einer Klassenkameradin, die glaubt, im Soziopathen Shuya eine verwandte verwundete Seele entdeckt zu haben, bis die Pädagogin am Ende ein perfides und triumphales Comeback feiert.

    Drei Mutterfiguren, die ihre Kinder lieben, fürchten oder verlassen haben, spielen eine zentrale Rolle in dem unberechenbar bleibenden Plot, in dem sich die Konfusion der Pubertät, eine suizide Sehnsucht durch Druck und Vereinsamung, aber auch emotionale Verwahrlosung, Arroganz und Grausamkeit manifestieren. Obwohl Regisseur Nakashima exzessiv auf Zeitlupenästhetik setzt und sein Film wie ein überlanger Clip der (auch im Soundtrack präsenten) Melancholierocker Radiohead wirkt, ist die optische Verführungskraft seines ungewöhnlichen und ambitionierten Films, der versucht, Täter auch als Opfer zu beschreiben, unbestreitbar. kob.

Darsteller und Crew

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