Genug gesagt (2013)

Originaltitel: Enough Said
Genug gesagt Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (0)
  1. Ø 0
Kritikerwertung (1)
  1. Ø 3

Filmhandlung und Hintergrund

Genug gesagt: Wunderbar leichtfüßige und ehrliche Independentkomödie um die Beziehungsnöte Geschiedener. Letzte Hauptrolle von James Gandolfini!

Die geschiedene Masseurin Eva macht bei einer Gartenparty neue Bekanntschaften. Mit Gedichteschreiberin Marianne versteht sie sich so gut, dass sie nicht nur eine neue Kundin gewinnt, sondern auch bald eine Freundin. Eva wird auch Albert vorgestellt, von dem sie nicht besonders beeindruckt ist. Doch er will sie besser kennenlernen. Eva lässt sich auf ein erstes Date ein, ihr gefällt sein Humor, wie sie ist er geschieden und hat eine Tochter im gleichen Alter. Sie verlieben sich. Doch dann entdeckt Eva, dass Albert Mariannes Ex ist, über dessen Gewohnheiten sie ständig lästert.

Eine geschiedene Masseurin verliebt sich neu – und freundet sich ausgerechnet auch noch mit dessen Ex an. Wunderbare, ebenso leichtfüßige wie ehrliche Independentkomödie um die Beziehungsnöte Geschiedener.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

So werten die User (0)
5
 
0 Stimmen
4
 
0 Stimmen
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen
So werten die Kritiker (1 Stimmen)
5
 
0 Stimmen
4
 
0 Stimmen
3
 
1 Stimme
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen

Wie wertest Du? Klicke auf einen der Sterne:

Kritikerrezensionen

  • Die Helden der romantischen Komödie "Genug gesagt" haben bereits gescheiterte Ehen hinter sich. Entsprechend vorsichtig tasten sie sich an eine neue Beziehung heran. Das macht sie aber keineswegs klüger: Wie die meisten der nachdenklichen Charaktere, die Regisseurin und Drehbuchautorin Nicole Holofcener ("Freunde mit Geld", "Please Give") in ihren Spielfilmen präsentiert, neigen sie zu Trugschlüssen und Fehleinschätzungen. Mit ihrem leisen Humor und den wie aus dem Leben gegriffenen Figuren bietet die Komödie intellektuelle Unterhaltung zum Schmunzeln.

    Eva und Albert wünschen sich auch angesichts ihrer bevorstehenden Einsamkeit als Eltern, deren Kinder flügge werden, nichts sehnlicher als eine neue Beziehung. Besonders Eva aber will bei der Partnerwahl diesmal klüger vorgehen als beim letzten Mal. Gerade weil sie sich dem Charme des gemütlichen Albert nicht entziehen kann, befürchtet sie, seine Eigenschaften nicht objektiv genug zu erkennen. Ohne zu wissen, wer Evas neuer Freund ist, bestätigt ihre Massageklientin und Vertraute Marianne ihre Ängste. Sie kann stundenlang über die Einfallslosigkeit und Schlampigkeit ihres Ex-Mannes Albert spotten. Die Komödie macht sich einen herben Spaß daraus, wie Eva allmählich anfängt, Albert zu kritisieren, als wäre sie seine Ex.

    So führen Evas Zweifel und Ängste vor dem Wagnis der Liebe dazu, dass sie sich selbst ins Abseits manövriert. Die Gedankengänge und Verhaltensweisen der Figuren haben einen hohen Wiedererkennungswert, wie so oft in Holofceners Filmen. Die Regisseurin und Drehbuchautorin zeigt das Leben in seiner ganzen Komplexität und verzichtet dafür auf das große Drama. Eva und Albert sind eingebettet in ein Umfeld, in dem es ebenfalls kompliziert zugeht: Auch die Töchter und Evas Freundinnen sind nicht davor gefeit, sich in Widersprüche und Konflikte zu verstricken. Die dialoglastigen Alltagssituationen wirken nicht übermäßig spannend, aber die Schauspieler sind mit Spaß bei der Sache. Der verstorbene "Sopranos"-Darsteller James Gandolfini ist als Albert in einer seiner letzten Rollen zu sehen.

    Fazit: Mit ihrer Realitätsnähe und einer Hauptfigur, der ihre Lebenserfahrung zu schaffen macht, bietet Nicole Holofceners Beziehungskomödie "Genug gesagt" intelligente Unterhaltung ohne große Höhen und Tiefen.
  • Nicole Holofcener bleibt ihrem Walking-and-Talking-Stil treu in ihrer bisher reifsten Beziehungskomödie zwischen Woody Allen und Eric Rohmer.

    Nachdem sich Nicole Holofcener mit ihrer letzten Komödie “Please Give”, die 2010 in Sundance und auf der Berlinale gezeigt wurde, zuletzt in ihre Geburtsstadt New York gewagt hatte, kehrt die Filmemacherin mit ihrer fünften Regiearbeit wieder zurück in heimische Gefilde, in die sonnendurchfluteten Upper-Middle-Class-Wohngebiete von Los Angeles, wo sie selbst seit ihrem achten Lebensjahr lebt und die zwei Filme davor gespielt hatten. Es ist also nur passend, dass die 53-jährige Stieftochter des ehemaligen Woody-Allen-Produzenten Charles H. Joffe, die bislang stets ihre enge Freundin Catherine Keener als eine Art Alter Ego für ihre humorvollen Betrachtungen der weiblichen Psyche eingesetzt hat, hier mit Julia Louis-Dreyfus – auf immer und ewig die Stadtneurotikerin Elaine aus “Seinfeld”, zuletzt aber auch in der HBO-Serie “Veep” brüllend komisch – eine archetypische New Yorkerin an die Westküste verpflanzt hat.

    Als Fremde in einer fremden Welt ist sie die Idealbesetzung für die vom Leben überforderte Masseuse Eva, die sich seit ihrer Scheidung aus der Bahn geworfen fühlt und mit nachhaltiger Einsamkeit konfrontiert sieht, wenn ihre flügge gewordene Tochter in Kürze aufs College geht und ihr Zuhause verlässt. Auf einer schicken Cocktailparty kommt sie mit einem Mann ins Gespräch, der äußerlich mit seinem dicken Bauch und seinem schütteren Haar so gar nicht Evas Typ ist. Auch Albert ist gerade geschieden und muss seine Tochter in Kürze ziehen lassen, aber vor allem ist er witzig und unterhaltsam und einfühlsam, sodass sich Eva zu einem Rendezvous mit ihm trifft und dabei in ihn verliebt. Das erweist sich nur deshalb als Problem, weil Eva auf besagter Cocktail-Party auch die esoterische Dichterin Marianne – eine Freundin von Joni Mitchell, wie sie sagt! – kennengelernt hat, die all das verkörpert und ausstrahlt, was Eva sich unter dem Idealbild einer starken, modernen Frau vorstellt. Weil sie so geblendet ist von deren souveränem Auftreten, realisiert Eva viel zu spät, dass ausgerechnet ihr Albert der geschiedene Mann von Marianne ist, über den sie sich unentwegt lustig macht.

    Trotz aller dramatischer Verflechtungen ist es ein leichter Film mit guten Lachern und viel Wahrheit, der sich vor den Komplexitäten des Lebens nicht verschließt: So wie die Figuren ihre verletzten Seelen hinter ihren Marotten und Unsicherheiten verbergen, nutzt der Film seine lustigen Verstrickungen wie einen Schutzwall, hinter dem sich sein sanftes und zartes Herz versteckt. Also kann man lachen über die amüsierten Beobachtungen und bestechenden Dialoge, aber auch Anteil nehmen am romantischen Schicksal seiner Protagonisten. Vor allem aber ist “Genug gesagt” ein großes Geschenk von Nicole Holofcener an ihre Schauspieler, das sie danken annehmen. Julia Louis-Dreyfus gelingt ein bestechendes Porträt einer Frau, die es allen recht machen will und am Ende völlig allein dastehen könnte. Aber wirklich gehören tut der Film dem großen James Gandolfini in seiner vorletzten Rolle: Er spielt seinen Albert mit einem Höchstmaß an Einfühlungsvermögen und Zärtlichkeit als Gegenentwurf zu seiner Paraderolle des Tony Soprano. Sein komisches Timing könnte nicht besser sein. Ein schöner Schauspielerfilm mit entspanntem Kalifornienfeeling und großem Herz. ts.

Darsteller und Crew

News und Stories

  • Bonos Tochter als Lady Marian in "Robin Hood: Origins"

    Eve Hewson, die Tochter von U2-Sänger Bono, macht einen Ausflug in den Sherwood Forest. In "Robin Hood: Origins" darf die 24-Jährige als Lady Marian Taron Egerton schöne Augen machen.

  • Seinfeld-Star Julia Louis-Dreyfus im Gespräch für das Remake von "Force Majeure"

    Früher oder später landet jede erfolgreiche nichtamerikanische Produktion in der Recycling-Werkstatt Hollywoods. Diesmal trifft es das schwedische Drama Force Majeure (Originaltitel: "Turist"; deutscher Titel: "Höhere Gewalt") aus dem Jahre 2014. Das Casting ist auch schon angelaufen. Für eine der zu vergebenden Rollen der Neuauflage wird die TV-Schauspielerin Julia Louis-Dreyfus in Verbindung gebracht, die vor allem...

  • Trailer für James Gandolfinis letzten Film

    Eine düstere Gangster-Ballade mit Tom Hardy ist das Vermächtnis des verstorbenen "Sopranos"-Superstars.

  • "Genug gesagt": Deutscher Trailer zur Beziehungskomödie mit James Gandolfini

    Die Liebe könnte so einfach sein, wäre da nicht die Ex. So ergeht es James Gandolfini mit Julia Louis-Dreyfus in Nicole Holofceners charmanten Beziehungskomödie "Genug gesagt". Einen ersten deutschen Trailer zum baldigen Kinostart im Dezember kann man schon jetzt sehen.

Kommentare