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Gainsbourg - Der Mann, der die Frauen liebte (2009)

Originaltitel: Gainsbourg, vie héroïque
Gainsbourg - Der Mann, der die Frauen liebte Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Gainsbourg - Der Mann, der die Frauen liebte: Aus dem wilden und leidenschaftlichen Leben einer französischen Ikone des 20. Jahrhunderts, vom Popstar, Poet und Provokateur Serge Gainsbourg, erzählt Comic-Autor Joann Sfar in einem fantastischen Filmmärchen.

Vom wilden und aufregenden Leben des legendären Serge Gainsbourg – eine der französischen Ikonen des 20. Jahrhunderts! – erzählt Comic- Star Joann Sfar in einem ebenso komischen wie fantastischen Biopic. Es ist die Geschichte eines Poeten und Provokateurs, der mit seinen Liedern die Musikgeschichte verändert hat, eines unwiderstehlichen Herzensbrechers, dem die schönsten Frauen- Brigitte Bardot, Juliette Gréco, Jane Birkin – zu Füßen lagen. Mit Witz und Fantasie zeichnet der Film zentrale Stationen von Gainsbourgs Leben nach und wirft einen Blick hinter die öffentliche Maske eines schillernden Genies.

Serge Gainsbourg wächst als Sohn russisch-jüdischer Eltern auf und lernt schnell, dass mit seiner Visage kein Staat zu machen ist. Nachdem er sich als junger Mann zunächst erfolglos als Maler versucht, entdeckt er seine Liebe zur Musik. Vom Barpianisten arbeitet sich Serge hoch zur Ikone des Chansons, der die Popkultur Frankreichs verändert und auch als Womanizer Schlagzeilen macht. Brigitte Bardot, Juliette Gréco und Jane Birkin gehören zu seinen Eroberungen, denen er maßgeschneiderte Songs auf den kurvenreichen Leib schreibt.

Videos und Bilder

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • In dem ersten Spielfilm, den er inszeniert, setzt der französische Comiczeichner Joann Sfar seinem großen Jugendidol Serge Gainsbourg ein Denkmal. Er garniert sein Biopic mit stimmungsvollen Fantasie-Einlagen und mit Comicfiguren. Eine Besetzung mit großen Namen – selbst Altregisseur Claude Chabrol hat eine kleine Rolle – und ein reicher, von den Darstellern gesungener Soundtrack versetzen zurück in die wilden Sechziger, die Zeit der sexuellen Revolution und der Tabubrüche.

    Ein Mann muss nicht gut aussehen, um den Frauen zu gefallen. Diese Lebensweisheit gilt erst recht für den schmächtigen Serge Gainsbourg mit der großen Hakennase und den abstehenden Ohren, wie ihn in diesem Film Éric Elmosnino verkörpert. Säße er nicht am Piano, um mit dunkler Stimme poetisch-freizügige Lieder vorzutragen, bliebe es gänzlich ein Rätsel, was die schönen und erfolgreichen Frauen in den Bann dieses Kettenrauchers zog.

    Der Film beginnt im besetzten Frankreich, als der Junge Lucien Ginsburg, der sich einen Judenstern anheften muss, die Autoritätspersonen mit frechen Sprüchen irritiert. Auf den Mund gefallen, das zeigt der Film, ist schon der gleichwohl schüchterne Junge nicht. Trotzdem verfolgt ihn eine aufgeblähte Judenkarikatur, die von einem antisemitischen Hetzplakat herabsteigt, durch die Straßen. Sfar verwendet für sein betont subjektives Porträt solche surrealen Einlagen, um die inneren Konflikte Gainsbourgs zu interpretieren. So begleitet den Sänger und Liedkomponisten auch meistens eine ungebetene Comicgestalt mit sehr langen Fingern und einer noch längeren Nase, die „Fresse“. Dieses Alter Ego Gainsbourgs kennt keine Angst oder Scham, sondern weist ihm den Weg mit rücksichtslosen Kommentaren.

    Die Frauen: Der Besuch Gainsbourgs bei der Gréco wird als Mysterium, als Eintritt in das Reich einer überirdischen Person inszeniert. Anna Mouglalis spielt die Gréco als erotische Hexe, vor der Gainsbourg etwas zu viel Respekt entwickelt. Der Reigen der Schönen an seiner Seite entlarvt den deutschen Untertitel „Der Mann, der die Frauen liebte“, als etwas irreführend. Es sieht hier nämlich ganz so aus, als hätten sich die Covergirls ihm an den Hals geworfen. Laetitia Casta spielt Brigitte Bardot, die ihre Ehe mit Gunter Sachs nicht daran hinderte, eine intensive Affäre mit Gainsbourg zu beginnen.

    Lucy Gordon, die sich kurz nach Ende der Dreharbeiten das Leben nahm, stellt Jane Birkin dar, die langjährige Lebensgefährtin Gainsbourgs. Ihre schlanke Figur in den ultrakurzen Minikleidchen und ihr unschuldiges Lächeln geben einen starken Kontrast zum übernächtigten Raucher und Trinker Gainsbourg ab – auch so ein stilistisches Zeitdokument der siebziger Jahre. Sfars künstlerische Annäherung an Gainsbourg bezieht auch dessen russische Eltern mit ein, die im Film jeden mit sauren Gurken und Wodka bewirten, der bei ihnen vorbeischaut, einmal auch gerne die Bardot. Vielleicht erinnert dieser Film gar nicht so sehr an den wirklichen Menschen Gainsbourg – der 1991 starb -, als an die ferne Zeit der Revolten, als ein Look oder ein Lied noch Skandale verursachten.

    Fazit: Mit surrealen Einlagen und viel Musik geschmücktes, subjektives Porträt über den wilden französischen Pop-Komponisten.
  • Aus dem wilden und leidenschaftlichen Leben einer französischen Ikone des 20. Jahrhunderts, vom Popstar, Poet und Provokateur Serge Gainsbourg, erzählt Comic-Autor Joann Sfar.

    “Je t’aime…moi non plus”, ein erotisch gehauchtes Gänsehaut-Chanson, ein offenes Plädoyer für Erotik, Ehebruch und puren Sex, war 1969 ein Skandal und eine Provokation vom Liebespaar Serge Gainsbourg und Jane Birkin. Das Leben des “enfant terrible” und Allroundgenie Gainsbourg bringt Joann Sfar auf sehr ungewöhnliche Weise auf die Leinwand. Nicht als das übliche Biopic mit Rekonstruktion eines Lebens, sondern als fantastisches Märchen über einen Mann, der als Kind russisch-jüdischer Eltern sich den gelben Judenstern stolz an die Jacke heftet, auf einem antisemitischen Plakat eine Karikatur entdeckt, die Ähnlichkeit mit ihm hat und zum Leben erwacht, und als sein Alter Ego “Die Fresse” nie mehr von seiner Seite weicht. Sfar, ein angesehener und ungemein produktiver Comic-Zeichner, begleitet Gainsbourg vom Jungen, der unter deutscher Besatzung und Angst vor Deportation aufwächst, zuhause unter den Argusaugen seines Vaters lustlos auf dem Klavier herumhämmert, Maler werden will und dann seine Werke verbrennt, zum Mann, der es vom kleinen Barpianisten zur Ikone des Chansons und genialen Künstler brachte, der in den Fünfzigerjahren das Bohème-Viertel Saint-Germain des Près unsicher machte, und zum Womanizer, der die Swinging Sixties in vollen Zügen genoss und die schönsten Frauen von Juliette Gréco über Brigitte Bardot bis hin zu Jane Birkin verzauberte und verführte, ihnen die wunderbarsten Songs auf den perfekten Body schrieb.

    Die fragmentarische Zusammensetzung der Szenen ähnelt einem Puzzle, dessen Einzelteile sich sukzessive zu einem komplexen Ganzen zusammensetzen, ein abenteuerlicher Trip in seelische Grauzonen, in ein künstlerisches Nirwana und die Psyche eines Mannes, der sich zu Tode lebte. Animation und Realfilm verbinden sich zu einer erstaunlich stimmigen Filmmelodie. In der ersten Hälfte ist die Kombination fulminant geglückt, gegen Ende wirken manche Szenen anekdotisch, so der unheimlich starke Auftritt Gainsbourgs vor Veteranen bei der Reggae-Version der Marseilleise. Die Selbstzerstörung, die Alkoholsucht und die Ausfälle der letzten Jahre werden zurückhaltend, fast schamhaft inszeniert, vielleicht, um den Mythos nicht anzukratzen. Ein Glücksgriff ist die Besetzung: Eric Elmosnino mit Dreitagebart, den unvermeidlichen Gitanes und einem melancholischen Blick, der Frauen jeden Alters dahin schmelzen lässt. Die Damenriege (singt übrigens selbst) mit Laetitia Casta, die Brigitte Bardot zum Verwechseln ähnlich sieht, Anna Mouglalis als vor dunkler Sinnlichkeit sprühende Juliette Gréco und einer fragilen Lucy Gordon, deren Suizid 2009 schockierte, als liebende Jane Birkin. “Gainsbourg” ist Bauch- und Überlebenskino über eine außergewöhnliche Persönlichkeit. Nach dem Kino möchte man eine Gitane anzünden, einen Vin Rouge genießen und bei “La Javanaise” auf Zeitreise gehen – ohne Nostalgie, aber mit wehmütiger Lust. mk.

Darsteller und Crew

News und Stories

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