Frau Müller muss weg! (2014)

Frau Müller muss weg! Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (12)
  1. Ø 2.3
Kritikerwertung (2)
  1. Ø 3.8

Filmhandlung und Hintergrund

Frau Müller muss weg!: Bitterböse Komödie im Stil von "Gott des Gemetzels", in der ein Elternabend aus dem Ruder läuft.

Regisseur Sönke Wortmann („Der bewegte Mann“, \”Das Wunder von Bern“) nimmt sich in seiner 2015 erschienenen Komödie „Frau Müller muss weg“ die Tücken eines Elternabends zur Brust. Das Aufeinandertreffen von überforderten Lehrern und ehrgeizigen Müttern und Vätern läuft natürlich völlig aus dem Ruder. Alle Beteiligten sind selbstverständlich ausschließlich um das Wohl der kleinen Racker besorgt. Die sind in „Frau Müller muss weg“ aber gar nicht mehr so klein und es geht um nichts Geringeres als die Abschlussnoten an einer Dresdner Grundschule. Die weiterführenden Schulen warten und alle Erziehungsberechtigten möchten natürlich um jeden Preis, dass der Nachwuchs auf das Gymnasium geschickt werden kann.

Die Schulnoten der Kinder werden trotz aller Anstrengungen kein Deut besser und so beschließen die Eltern (Justus von Dohnányi, Anke Engelke, Ken Duken, Mina Tander und Alwara Höfels), dass Klassenlehrerin Frau Müller (Gabriela Maria Schmeide) einzig und allein Schuld an dem Schlamassel ist und ihr die Klasse entzogen werden müsste. In einem alles entscheidenden Elternabend planen sie die große Grundschulrevolution und setzten die gestandene Pädagogin gewaltig unter Druck. Doch Frau Müller ist nicht darum Lehrerin geworden, um sich von allen aufgeregten Übermüttern und Übervätern auf der Nase herumtanzen zu lassen und spielt nicht nach den Regeln der erregten Elternvertreter.

Im Klassenzimmer der Dresdner Grundschule entbrennt ein Kampf um die schulische Zukunft der Kinder, der dank reichlich eingestreuter Wendungen immer wieder in eine andere Richtung umkippt. Mal muss Frau Müller definitiv weg, an anderer Stelle wird sie wieder fast schon angefleht zu bleiben. Was man nicht alles für seine Kinder tut!

Videos und Bilder

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Gelungene Theateradaption, die die Stärken des Stücks nimmt, aber filmisch reizvoll aufbereitet.
  • Aufruhr in einer vierten Klasse an einer Grundschule in Dresden: Die Eltern einiger Kinder wollen der Klassenlehrerin Frau Müller bei einem außerordentlichen Elternabend das Vertrauen entziehen. Man fürchtet um den Übertritt der Kinder aufs Gymnasium, weil die Noten nicht stimmen. Und das kann ja nur an der Lehrerin liegen, die den Anforderungen nicht gewachsen scheint. Als Frau Müller vor den Kopf gestoßen das Klassenzimmer verlässt, entbrennt zwischen den anwesenden Eltern ein erhitzter Streit, bei dem sich Ressentiments und Vorbehalte immer explosiver Bahn brechen. Bis die Elternversammlung schließlich eine unerwartete Wende nimmt … Nachdem er das Stück von Lutz Hübner bereits erfolgreich am GRIPS Theater in Berlin inszeniert hatte, ist Sönke Wortmann nun auch für die Kinofassung der richtige Mann. Wie ein Kammerspiel im Stil von Roman PolanskisDer Gott des Gemetzels” bietet die bitterböse, mit schwarzem Humor durchzogene Geschichte dem gut aufgelegten deutschen Star-Ensemble (neben Gabriela Maria Schmeide in der Titelrolle u. a. Anke Engelke, Justus von Dohnányi, Ken Duken, Mina Tander) hinreißend Gelegenheit, sein komödiantisches Talent auszuspielen. Zugleich legt Wortmanns augenzwinkernde Analyse entschlossen den Finger in die Wunde von Reizthemen wie Schulsystem, Erfolgsdruck und Ost-West-Gefälle. Die steten kleinen Wendungen schaffen immer wieder herrlich komische, abwechslungsreiche Momente und lassen keine Sekunde Langeweile aufkommen.

    Fazit: Deutscher Schulalltag als Komödie: Ein Star-Ensemble wetzt die Messer im Klassenzimmer.
  • Der Film basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück aus dem Jahre 2010 von Lutz Hübner. Für Regisseur Sönke Wortmann der ideale Stoff um einmal wieder einen kleinen Film über ein großes Thema zu machen.
    Sie schreiten zur Tat. Allen voran die Elternsprecherin Frau Jessica Höfel (Anke Engelke). In ihrem Schlepptau vier weitere Eltern. Das Ehepaar Jeskow (Ken Duken und Mina Tander) und Katja Grabowski (Alwara Höfels) und Wolf Heider (Justus von Dohnanyl). Sie sind sich einig. Die Lehrerin ihrer Kinder, Frau Müller (Gabriela Maria Schmeide), muss weg.
    Denn die Eltern fürchten, dass der Übergang der Kinder aufs Gymnasium gefährdet ist. Frau Müller, die einen normalen Elternabend erwartet, ist von dem Antrag der Eltern total überrascht. Doch dann ist ihre Reaktion anders als von den Eltern erwartet. Sie geht zum Angriff über.
    Und rechnet schonungslos mit den Eltern ab. Sie nimmt kein Blatt vor dem Mund und klärt die verduzten Eltern über die Qualitäten ihrer Sprösslinge auf. Nach diesem verbalen Rundumschlag lässt sie die verduzten Eltern stehn und stürmt aus dem Klassenzimmer.
    Das ist das Zeichen für die Eltern sich gegenseitig in Schuldzuweisungen anzugehen und zu zerfleischen. Der Höhepunkt ist, dass sich Wolf und Patrick einen Boxkampf liefern. Am Ende der Schlägerei entdecken sie, dass Frau Müller bei ihrem rasanten Abgang ihre Tasche vergessen hat. Das wäre doch einen Versuch wert, ob man nicht Hinweise über die Noten der Kinder findet.
    Ein Film der keine Klischees über die Schwächen der Eltern und ihre Sorge über die Karrieren ihrer Kinder auslässt. Schauspielerisch hervorragend umgesetzt und inszeniert. Helikopter-Eltern üben den Aufstand im Klassenzimmer.
    87 Minuten – eine bittersüße Abrechnung mit dem Bildungssystem in Deutschland.
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