Finn und die Magie der Musik (2013)

Originaltitel: Finn
Finn und die Magie der Musik Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (2)
  1. Ø 5
Kritikerwertung (1)
  1. Ø 3

Filmhandlung und Hintergrund

Finn und die Magie der Musik: Märchenhaftes Drama um einen Jungen, der heimlich Geige spielen lernt, um seiner verstorbenen Mutter nahe zu sein.

Die Mutter des neunjährigen Finn starb bei dessen Geburt. Seitdem sucht er nach seinem Platz im Leben. Den findet er aber weder bei seinem verbitterten Vater, der seinem Sohn keine große Hilfe ist, noch in der Schule, wo Finn wegen seiner eigenbrötlerischen Art zum Außenseiter abgestempelt wird. Erst die Begegnung mit einem wunderlichen alten Mann, der in einem verfallenen Bauernhaus untergeschlüpft ist, reißt Finn aus seiner Lethargie. Durch ihn entdeckt der Junge seine Liebe zur Musik, genauer gesagt, zum Geigenspiel.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der Kinderfilm "Finn und die Magie der Musik" passt mit seiner märchenhaften, melancholischen Stimmung gut in die Vorweihnachtszeit. Der niederländische Regisseur Frans Weisz ("Happy End", "Qui vive") erzählt die Geschichte eines einsamen Halbwaisen, dem es mit Hilfe der Fantasie gelingt, ein dunkles Familiengeheimnis zu lüften. Gegen Ende wird auch der Zuschauer überrascht feststellen, dass er die Grenze zwischen Realität und Imagination lange nicht erkennen konnte.

    Finn wohnt zwar in einem beschaulichen Dorf, aber auch dort gibt es Tragödien, kaputte Familien und einsame Kinder. Es gibt so vieles, worüber Finn mit seinem Vater nicht reden darf: über seinen Wunsch, Geige zu spielen, über den Inhalt des Schranks, den der Vater immer absperrt, über den alten Mann, der seit kurzem in dem verlassenen Bauernhaus wohnt. Auch über die Mutter, nach der sich Finn so sehnt, redet der Vater nicht. In der Schule wird Finn von anderen Jungen schikaniert. Aber auch sein einziger Freund Erik (Justin Emanuels) wächst nicht glücklich auf, und er reagiert sehr eifersüchtig, als Finn ihn wegen des Geigenspiels vernachlässigt.

    Großvater Luuk tritt also genau zur richtigen Zeit ins Leben seines Enkels. Die Geigenstunden im Garten seines verwunschenen Hauses stärken Finns Selbstvertrauen. Der kleine Mels van der Hoeven mit dem rotblonden Lockenkopf spielt den sensiblen Finn aber bis zum Schluss sehr ernst und nachdenklich. Denn die Besuche beim Großvater ziehen ihn immer tiefer in die unbewältigte Vergangenheit seiner Familie. Ihr Schatten lastet auf Finn, gerade weil sein Vater alles verdrängt.

    Dezent eingestreute Mystery- oder Märchenelemente verstärken den Charme des Films. Ein Rabe taucht wie ein Bote auf und es kommt sogar vor, dass die Fotografie der Mutter in Finns Zimmer ihren Ausdruck verändert. Die Art und Weise, wie sich die Geschichte der Fantasie hingibt, hat sogar etwas Verwirrendes, selbst wenn ihre Botschaft einfach und verständlich bleibt: Träume gehören zum Leben und können neue Wege aufzeigen. Insgesamt ist dies, bis auf den störend kitschigen Schluss, ein durchaus hübscher Film fürs Gemüt.

    Fazit: Der weihnachtlich angehauchte Familienfilm "Finn und die Magie der Musik" feiert mit einer originell konstruierten, emotional ansprechenden Geschichte die Macht der Fantasie.
  • In dem warmherzigen holländischen Kinderfilmdrama mit Mystery-Zwischentönen findet ein traumatisierter Junge durch seine Faszination fürs Geigenspiel seinen Platz im Leben.

    Keinen klassischen Kinderfilm voller Buntheit und Frohsinn, sondern eher ein anspruchsvolles Drama in ruhigen, fast meditativen Bildern erzählt der niederländische Regieveteran Franz Weisz nach einem Drehbuch der vielfach preisgekrönten Autorin Janneke van der Pal. Kein Wunder, geht es in “Finn und die Magie der Musik” doch in erster Linie um Trauer, Tod, Verlust und wie Menschen versuchen, damit zurechtzukommen. Im Zentrum der Story steht der titelgebende Finn, ein neunjähriger Junge, dessen Mutter bei seiner Geburt verstarb. Seitdem sucht er nach seinem Platz im Leben. Den findet er weder bei seinem verbitterten Vater, der seinem Sohn keine große Hilfe ist, noch in der Schule, wo Finn wegen seiner eigenbrötlerischen Art zum Außenseiter abgestempelt wird, noch im Fußballclub, wo der unsportliche Junge nie richtig Fuß fasst. Erst die Begegnung mit einem wunderlichen alten Mann, der in einem verfallenen Bauernhaus Unterschlupf gefunden hat, reißt Finn aus seiner Lethargie. Durch ihn entdeckt der Bub seine Liebe zur Musik, genauer gesagt, zum Geigenspiel.

    Geschickt versteht es Franz Weisz, Traum- und Realitätsebenen so miteinander zu verschmelzen, dass der Unterschied kaum spürbar ist. Dabei wird die innere wie die äußere Insolation von Finn transparent, der herausragend von dem erst zehnjährigen Mels van der Hoeven verkörpert wird. Während der Zuschauer nach und nach, teils durch sinnvoll eingesetzte Flashbacks, erfährt, wie Finn seine Mutter verloren hat und was es mit der Beziehung zu dem alten Mann (der populäre flämische Schauspieler Jan Decleir) auf sich hat, spiegeln die von mystischen Klängen unterlegten, blass-grau gehaltenen Bilder das Seelenleben das kleinen Protagonisten wider. Diesem dramatischen Part setzt der Regisseur warmherzige Begegnungen mit Finns sympathischer Lehrerin und seinem einzigen Freund und Geistesverwandten Erik, mit dem er zuweilen auf dessen Schimmel ausreitet, entgegen. Schließlich sorgt ein bewegendes Happy End, bei dem Finn erstmals seine Ängste verliert und es auch zur Annäherung an seinen Vater kommt, für ein versöhnliches Finale. Dass dies im Rahmen eines Weihnachtskonzertabends stattfindet, macht “Finn und die Magie der Musik” für einen Kinostart in dieser Jahreszeit natürlich perfekt. lasso.

Darsteller und Crew

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