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Feuerherz (2008)

Feuerherz Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Feuerherz: Anrührende Geschichte über Kindersoldaten aus der Perspektive eines kleinen Mädchens frei nach dem gleichnamigen Buch.

Die 10-jährige Awet (Letekidan Micael) wächst in einer nordafrikanischen Klosterschule auf, in der Nonnen Waisenkinder betreuen. Eines Tages holt sie ihre ältere Schwester ab und bringt sie zum tot geglaubten Vater ins eritreische Rebellengebiet. Der Erzeuger stellt sich als liebloses Großmaul heraus, das die Schwestern zur Befreiungsarmee abschiebt. Dort lernen sie den Dienst an der Waffe. Doch die gepredigten Ideale der Freiheit haben wenig mit der brutalen Kriegsrealität zu tun.

Frei nach dem anrührenden Bestseller von Senait G. Mehari erzählt Luigi Falorni (“Die Geschichte vom weinenden Kamel”) eine beklemmende Geschichte von einer verlorenen Kindheit – aus der Perspektive eines kleinen Mädchens, das als Kindersoldatin den Wahnsinn des Krieges erleidet.

Das aufgeweckte zehnjährige Mädchen Awet wird von ihrer älteren Schwester aus der Klosterschule geholt und nach Hause, ins eritreische Rebellengebiet gebracht. Dort übergibt der großmäulige Vater die beiden der Befreiungsarmee. Während Awet erst nur ein Holzgewehr in die Hand bekommt, darf die Schwester von Anfang an mit geladener Waffe in den Kampf ziehen.

Awet wird von ihrer älteren Schwester aus der Klosterschule geholt und nach Hause ins Rebellengebiet von Eritrea gebracht. Der Vater übergibt die beiden der Befreiungsarmee, einem wirren Haufen mit diffusen ideologischen Zielen. Während Klein-Awet sich erst einmal mit dem Holzgewehr begnügen muss, darf die Schwester von Anfang an mit geladener Waffe in den Kampf ziehen. Die bei Nonnen erzogene Zehnjährige hält ihr Mundwerk nicht im Zaum, stellt unbequeme Fragen und nimmt auch schon mal die Munition aus der Waffe.

Bei Nonnen erzogene Zehnjährige wird im Rebellengebiet von Eritrea in die Befreiungsarmee gezwungen und wehrt sich. Erschütterndes Drama von Luigi Falorni über Kindersoldaten, frei nach dem Bestseller der Sängerin Senait G. Mehari.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Schon vor seiner Berlinale-Premiere gab es Querelen um diesen Film: Der zugrundeliegende Bestseller von Senait G. Mehari wurde als tatsächlich geschehene Autobiographie verkauft, sein Wahrheitsgehalt darf aber zurecht bezweifelt werden – ob die heutige Popsängerin wirklich, wie sie in ihrem Buch behauptet, Kindersoldatin war, ist (auch gerichtlich) nicht so recht geklärt.

    Zudem wird ohnehin bestritten, dass im langjährigen Unabhängigkeitskampf Eritreas gegen Äthiopien wirklich Kindersoldaten eingesetzt wurden; was freilich auch von der Definition abhängt: Kämpfende bzw. in Kriegshandlungen eingebundene Jugendliche unter 18 Jahren gab es sicherlich. Zwangsrekrutierte und gehirngewaschene kleine Teufel wie in anderen afrikanischen Kriegen (im Kino zuletzt in „Blood Diamonds“ beschrieben) dagegen wohl eher nicht. Eine Menge Kontroverse also…

    Der Film selber und für sich betrachtet ist freilich kaum aufregend. Er ist, wie es heißt, von Meharis Geschichte inspiriert und hat davon ausgehend frei fiktionalisiert (was ihn freilich nicht daran hindert, den Titel des Bestsellers zu übernehmen), und erzählt nun eine vorhersagbare Geschichte, die vor einfachen, banalen Bildern und Symbolen nicht zurückschreckt. Der Krieg wird ganz aus der Sicht der vielleicht achtjährigen Awet erzählt, und weil sie nicht viel begreift, sind auch die Bilder nicht allzu grausam – außer ein paar Leichenfunden, die eindrücklich auf Awet wirken.

    Anstatt direktes Grauen zu beschrieben, wählt der Film die emotionale Schiene und das Erzählen über Awets Reaktionen. Dass diese Strategie nicht recht aufgeht, liegt weniger an den Darstellern – der Regisseur hat unter eritreischen Flüchtlingen Laiendarsteller gesucht und bringt über sie eine ordentliche Portion Authentizität in seine Inszenierung. Sie stolpert eher über die grob konzipierten Charaktere neben Awet. Ihr Vater ist ein klischeehafter angeberischer Säufer, der sie herrisch einem Rebellencamp übergibt, weil er sich nicht mehr selbst mit ihr abgeben will; Awets plötzlicher Sinneswandel, dort Krieg und Waffen und vor allem die Ausbilderin Ma’aza (Typ: charismatisch und fanatisch) toll zu finden (wie sie trägt sie die Haare alsbald gekräuselt), wirkt aufgesetzt. Ma’azas Gegenfigur Mikeele ist als Gutmensch für den rationalen Standpunkt verantwortlich, und die Schwester, mit der Awet ins Camp kommt, ist über weite Teile aus dem Film verschwunden. Viel Typus also, wenig Charakter; und eine Dramaturgie, die so vorhersehbar wie eine ARD-Degeto-Mittwochabendschmonzette ist.

    Schließlich hauen ein paar der Kriegskinder ab, ohne dass es einen richtigen Höhepunkt des Films gegeben hätte; und so verläuft Awets Geschichte buchstäblich im sudanesischen Wüstensand.

    Fazit: Die Glaubwürdigkeit der angeblich authentischen Buchvorlage zum Film ist umstritten – der Film selbst ist keinerlei Aufregung wert, zu einfach sind seine Charaktere gestrickt, zu lasch zerfließt die Dramaturgie im Wüstensand.
  • Eine anrührende Geschichte über Kindersoldaten aus der Perspektive eines kleinen Mädchens frei nach dem Bestseller der deutsch-eritreischen Sängerin Senait G. Mehari.

    Schon im Vorfeld der Verfilmung wurde über die Glaubwürdigkeit der Buch-Autorin gestritten, kurz vor der Premiere auf der Berlinale eskalierte die Auseinandersetzung, droht möglicherweise ein Prozess um den Bestseller. Diese Kontroverse kann und sollte man dem Drama nicht anlasten, eine Anklage gegen die Rekrutierung von Kindersoldaten. Und dass es diese auch in Eritrea gab, daran besteht kein Zweifel, das belegen Recherchen von Wissenschaftlern und Journalisten. Allein die Einschüchterungsversuche auf Film-Mitwirkende sprechen für sich. Dabei hält sich Regisseur Luigi Falorni mit den eigentlich erwarteten drastischen oder brutalen Szenen zurück.

    Seine Heldin heißt Awet. Das aufgeweckte Mädchen wird von einer älteren Schwester aus der Kloster-Schule geholt und nach Hause, ins Rebellengebiet gebracht. Der großmäulige Vater übergibt die beiden der Befreiungsarmee, einem wirren Haufen mit diffusen ideologischen Zielen. Während Klein-Awet sich erst einmal mit dem Holzgewehr begnügen muss, darf die Schwester von Anfang an mit geladener Waffe in den Kampf ziehen. Die bei Nonnen erzogene Zehnjährige hält ihr Mundwerk nicht im Zaum, stellt unbequeme Fragen und nimmt auch schon mal – ganz Pazifistin – die Munition aus der Waffe. Wenn sie Tote im Wasser entdeckt, unterscheidet sie nicht zwischen Freund und Feind, betrachtet sie als Menschen gleicher Abstammung, die sogar noch die gleichen schwarzen Plastiksandalen tragen.

    Falorni zeichnet eine etwas schlichte Mischung aus Militär- und Feriencamp, der wirkliche Horror wie Missbrauch, innere Verwahrlosung und äußere Verrohung bleiben ausgespart, wie auch mögliche Verbindungen zu konkreten Ereignissen oder Personen. Über die rivalisierenden Befreiungsbewegungen erfährt der Zuschauer nichts. Der naive und unvoreingenommene Blick aus Kinderperspektive auf das Geschehen prädestiniert den Film vor allem für ein junges Publikum und seine Sensibilisierung für das immer noch aktuelle Thema Kindersoldaten in Afrika. Die aus Eritrea stammende und in Nairobi lebende Hauptdarstellerin Letekidan Micael erinnert an das typische Trotzköpfchen aus früherer Kinderliteratur, eine sympathische Identifikationsfigur mit Mut und Durchsetzungsvermögen. Ewas mehr Konsequenz hätte man sich allerdings gewünscht. mk.

Darsteller und Crew

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