Fargo (1995)

Fargo Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Fargo: Makaberer, mit einem glänzenden Ensemble besetzter Thriller über ein exzessiv verpfuschtes Verbrechen.

Im schwarzhumorigen Thriller „Fargo“ lässt William H. Macy in der Rolle des Autohändlers Jerry Lundegaard seine Frau von zwei grenzdebilen Gangstern entführen, um seinen reichen Schwiegervater zu erpressen. Doch leider geht die ganze Aktion etwas nach hinten los und die Dinge geraten außer Kontrolle.

Eigentlich ist der Plan ganz einfach: Der Autohändler Jerry Lundegaard (William H. Macy) engagiert zwei Gangster um seine Frau entführen zu lassen, denn er steckt grade etwas in Geldnot und möchte so seinen Schwiegervater Wade (Harve Presnell) erpressen. Dieser soll ganze 1 Million Dollar abdrücken, bevor er seine Tochter wiedersehen wird. Wie so oft bei den Filmen der Coen-Brüder ist der Held der Geschichte jedoch zum Scheitern verurteilt, denn leider geht der recht einfache Plan ordentlich nach Hinten los.

Die beiden Entführer Carl (Steve Buscemi) und Gaear (Peter Stormare) kidnappen zwar die Frau, doch bei der Flucht erschießen sie bei einer Verkehrskontrolle einen Polizisten und zwei Passanten. Daraufhin läuft die Entführung völlig aus dem Ruder. Plötzlich wollen nicht nur die beiden Entführer einen größeren Anteil des erpressten Geldes, sondern auch der knausrige Schwiegervater möchte die Geldübergabe von eigener Hand abwickeln, wodurch der Plan sich verkompliziert.

All diese Ereignisse rufen die wunderbare Frances McDormand als schwangere Polizeichefin Marge Gunderson auf den Plan, die sich mit viel Geschick an die Aufklärung der mysteriösen Morde macht und versucht, die aufgebrachte Stadt Fargo wieder zur Ruhe zu bringen.

Für das Drehbuch von „Fargo“ wurden die Coens mit dem Oscar ausgezeichnet und auch Frances McDormand erhielt für ihre Darstellung der schwangeren und resoluten Polizistin Marge die Oscar-Statue.

Videos und Bilder

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Den Neo-Noir-versierten Coens Joel (Regie/Drehbuch) und

    Ethan (Drehbuch/Produktion) ist nach ihrem mäßig erfolgreichen Big-Budget-Ausflug “Hudsucker – Der große Sprung” mit ihrem neuesten Crime-Juwel “Fargo” ein beachtlicher Wurf gelungen, der das Zeug zum Kultklassiker hat. Die Brüder wenden sich wieder den Wurzeln ihres brillanten Debüts “Blood Simple” zu und erzählen mit viel atmosphärischer Dichte, Coen-typischem Gespür für Kälteschauer erzeugendem Pechschwarz-Humor (man denke an “Miller’s Crossing” oder “Barton Fink”) und einem exzellenten Ensemble die Geschichte eines exzessiv verpfuschten Verbrechens.

    Als Inspiration diente dem Autorenpaar eine wahre Begebenheit, die sich in Minnesota im Jahr 1987 zugetragen haben soll, bei der ein als harmlos geplantes Schein-Kidnapping in eine blutige Mordserie mündete. Ehemals selbst im Mittleren Westen zu Hause, verstehen die Coens es vorzüglich die naiv-unbedarften Landbewohner skandinavischer Abstammung mit geradezu volkstümlichem Flair zu porträtieren ohne sie gehässiger Lächerlichkeit preiszugeben. Das Folk-orientierte Feeling wird vom melancholischen musikalischen Klangteppich des Komponisten Carter Burwell noch zusätzlich hervorgehoben. Für die superbe Kameraarbeit zeichnet Roger Deakins verantwortlich, der seine ausgefallenen Bildkompositionen mit Hilfe unzähliger untypischer Kamerawinkel kreierte und somit die adäquate visuelle Komponente der schrägen Offbeat-Story beisteuert.

    In der unschuldig weißen Schneelandschaft des Provinznests Brainerd manifestiert sich ein abgrundtiefes Abschaum-Universum, als drei Leichen, darunter ein Verkehrspolizist, entlang des Highways aufgefunden werden. Keine leichte Aufgabe für die ermittelnde, hochschwanger umherwatschelnde Polizeichefin Marge Gunderson (Joels Ehefrau Frances McDormand begeistert mit einer umwerfenden Darstellung). Ihr drolliger Dialekt, der mit extrem langgezogenen “jaahs” und “ahaas” gespickt ist, scheint sie zunächst als langsam denkende Landpomeranze auszuweisen, doch ihre methodische Präzision bei der Indiziensuche offenbaren sehr schnell einen messerscharfen Intellekt und sachliche Kompetenz. So kommt sie dem in finanziellen Nöten steckenden Autoverkäufer Jerry Lundegaard (William H. Macy aus “Mr. Holland’s Opus”) – einem hoffnunglosen Optimisten und bemitleidenswerten Verlierertypen – auf die Spur. Er selbst hatte zwei ominöse Gestalten (Steve Buscemi als nervös-fahriges Wrack und Peter Stormage aus “Damage – Verhängnis” als wortkarger Killerklotz im Blutrausch) engagiert, um seine Frau (Kristin Rudrud) zu kidnappen und dann selbst den Großteil des vom Schwiegervater (Harve Presnell als souverän-überheblicher Patriach) berappten Lösegelds einzukassieren. Doch eine routinemäßige Verkehrskontrolle führt zu einem unvorhersehbaren, sich immer mehr verstrickenden Netz von Komplikationen.

    Die Coens, die sich der Charakterisierung ihrer Filme als “Komödien per se” verwehren, legen ihren glasklaren Gesellschaftskommentar im Stile einer Dokumentation an, der zunehmend von düster-profundem Humor einer dämpfenden Schneedecke gleich eingehüllt wird, um schließlich den erschütternden Irrsinn der von Geldgier motivierten Ereignisse bloßzulegen. Das Publikum wird vom morbiden Charme der tiefsinnigen Tragikomödie fasziniert sein und mit positiver Mundpropaganda für einen sicheren Erfolg sorgen. ara.

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