Familienfest (2015)

Familienfest Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Familienfest: Drama über den Geburtstag eines berühmten 70-jährigen Pianisten, anlässlich dessen sich die ganze Familie an einem Tisch versammelt. Die Probleme entstehen dabei wie von selbst.

Der 70. Geburtstag des Familienoberhaupts Hannes Westhoff (Günther Maria Halmer) steht an, und natürlich ist das Erscheinen der engsten Familienmitglieder Pflicht. Der Einladung von Ehefrau Anne (Michaela May) folgen seine drei Söhne und deren Begleitung ebenso wie seine erste Ehefrau Renate (Hannelore Elsner). Dass sich die drei Söhne Max (Lars Eidinger), Gregor (Marc Hosemann) und Frederik (Barnaby Metschurat) anlässlich der Feierlichkeiten in der westhoffschen Villa einfinden, sorgt jedoch nicht dafür, dass die Familie sich emotional nahe kommt und sich an der gemeinsamen Zeit erfreut. Vielmehr treten durch das Aufeinandertreffen erst die vielen Probleme offen zutage, die durch die sonstige Distanz schlicht nicht zum Gespräch kommen. Gregor beispielsweise hat einmal mehr einen finanziellen Engpass zu durchleben. Frederik muss dagegen feststellen, dass er und sein Partner aufgrund ihrer Homosexualität nicht respektiert werden und sich ständig verletzende Bemerkungen anhören müssen.

Unterdessen gibt es auch immer wieder Sticheleien der ehemaligen Ehefrau Renate, die ihre Nachfolgerin Anne erdulden muss. Auch in dieser Beziehung scheinen sich alte Konflikte, die nie gänzlich geklärt wurden, auszutragen, lässt Renates Verhalten doch stark auf Eifersucht schließen. Alles andere als gute Voraussetzungen also für eine entspannte und ausgelassene Familienfeier. Jeder ist mit der Vergangenheit beschäftigt versucht, die seelischen Narben heilen zu lassen.

Doch all das gerät in den Hintergrund, als sich eine folgenschwere Meldung anbahnt, die droht, das Familiengefüge zusätzlich auseinanderdriften zu lassen. Hatte sich Sohn Max nämlich zunächst der Ausrede wegen zufällig der Krankenschwester Jenny  (Jördis Triebel) angenommen, um von seiner selbst abzulenken, stellt sich langsam heraus, dass er ein Geheimnis vor dem Rest der Familie verbirgt. Er leidet nämlich unter einer schweren Krankheit. Schafft es die Familie in diesen Zeiten, wieder zueinander zu finden?

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Von der Reihe “Neues Deutsches Fernsehen” beim Filmfest München findet dieser berührende Trip in die Untiefen des Familienlebens den verdienten Weg auf die Kinoleinwand. Wer befürchtet, Lars Kraume würde vielleicht nur einen Aufguss von Thomas Vinterbergs Meisterwerk “Das Fest” präsentieren, kann aufatmen. Zwar feiert man in beiden Filmen den Geburtstag eines Patriarchen – bei Vinterberg der 60., bei Kraume der 70., in beiden Werken werden Geheimnisse, Grausamkeiten und verschiedene Formen von Gewalt aufgedeckt, die in der Kindheit und Jugend Wunden schlugen. Und die Handlung findet in der großbürgerlichen Kleinfamilie statt, ein Hort des Schreckens und des Kampfes. Aber Kraumes Universum ist alltäglicher, er zieht einen menschlicheren und am Ende versöhnenden Zugang vor.

    Der berühmte Pianist Hannes Westhoff wird 70 und die Familienmitglieder treffen sich im hochherrschaftlichen Anwesen: die drei Söhne, der sterbenskranke Max, der schwule Frederic und der finanziell klamme Gregor, deren trinkfreudige Mutter und Ex-Frau von Westhoff. Während die zweite Ehefrau verzweifelt versucht, für Harmonie und Feststimmung zu sorgen, eskaliert die emotionale Situation, werden alte Rechnungen beglichen und alte Gräben aufgerissen, kokeln auch schon mal kostbare Partituren und bringt sich der Alte durch Unbarmherzigkeit und Kälte ins Abseits. Erst die Nachricht von Max’ Krankheit führt die Zerstrittenen wieder zusammen.

    Kraume stützt sich auf sein langjähriges Team von Kameramann Jens Harant bis Barbara Gies als Cutterin und bleibt seinem Lieblingsthema, der bürgerlichen Familienkonstellation in einer unkontrollierten Ausnahmesituation treu, diesmal mit einer leichten französischen Anmutung. Die oft schneidend scharfen Dialoge, die passende Dosierung von Zynismus, Humor und angezählten Gefühlen sind perfekt ausbalanciert. Das Schauspiel-Ensemble brilliert unisono: Ganz vorne dabei Günther Maria Halmer als arroganter und egozentrischer Macho, Hannelore Elsner als Suffnudel mit Scharfblick, Jördis Triebel mit fast analytischen Blick von außen auf das familiäre Innenleben und last but not least Lars Eidinger als einsamer und tragischer Held. mk.

Darsteller und Crew

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