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Engel des Bösen - Die Geschichte eines Staatsfeindes (2010) Film merken

Originaltitel: Vallanzasca - Gli angeli del male
Engel des Bösen - Die Geschichte eines Staatsfeindes Poster
 

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Filmhandlung und Hintergrund

Engel des Bösen - Die Geschichte eines Staatsfeindes: Gangsterdrama, das ähnlich wie "Public Enemy No. 1" für Italien die Geschichte eines Großkriminellen erzählt. Michele Placido setzte das Biopic mit Kim Rossi Stuart in der Titelrolle um.

Renato Vallanzasca, 1950 in Mailand geboren, begann seine “Karriere” mit neun Jahren, als er einen Zirkustiger aus dem Käfig befreite, der einen Menschen tötete. Auf sein Konto gehen Vergewaltigungen, Entführungen, Überfälle, Gefängnisausbrüche und Morde. “Der schöne René” genannt, genießt Vallanzasca, ähnlich wie Jacques Mesrine, “Public Enemy No. 1″ in Frankreich, den Ruhm. Er fährt gern mit einem BMW 520 an die Tatorte. 1979 wird er zu 450 Jahren Haft verurteilt.

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der deutsche Titel „Engel des Bösen – Die Geschichte eines Staatsfeindes“ lässt nicht sofort erkennen, dass dieser Film von einem gewöhnlichen Kriminellen handelt, nicht von einem Terroristen und auch nicht von einem Psychopathen. Als Engel, den die Dunkelheit anzieht, wird sich hier der entflohene Häftling Renato Vallanzasca in einem Radiointerview einmal selbst bezeichnen, aber nur um sich über die Hörer, die so etwas glauben wollen, lustig zu machen. Regisseur Michele Placido porträtiert diesen Gangster, der in den siebziger Jahren Mailand in Atem hielt, nicht immer frei von Heldenverehrung.

    Über die Kindheit Vallanzascas erfährt man im wesentlichen nur, und auch das mit einem Augenzwinkern, dass er bereits mit neun Jahren auf die schiefe Bahn geriet, indem er Tiere aus einem Zirkus befreite. Bald schon führt die Handlung in die von Parties und Aufbruchstimmung berauschten siebziger Jahre. Man sieht den attraktiven, vom italienischen Darsteller Kim Rossi Stuart gespielten Renato Vallanzasca in einer Disco eine Frau erobern – wobei es dem Charakter, auch wegen seiner zuschauenden Freunde, tatsächlich um Machtgehabe geht.

    Die Zeit der vielen Banküberfälle schneidet Placido in kleinen Szenen wie Postkartenmotive aneinander. Der tollkühne junge Mann trägt dabei keine Maske und als es irgendwann zu blutigen Zwischenfällen kommt, gehen sie auf das Konto durchgedrehter Bandenmitglieder. Später, nicht unähnlich anderen Gangsterepen wie Michael Manns „Public Enemies“ von 2009, spricht der von der Polizei gejagte Verbrecher ahnungslose Ordnungshüter an, beweist spöttische Kaltblütigkeit und smarte Überlegenheit. Im Gefängnis lässt er sich ebenfalls keine Schikanen gefallen und fügt sich sogar selbst Verletzungen zu, um zu entkommen.

    Die Beziehungen des Gangsters zu Frauen bleiben in diesem Film ziemlich emotionslos. Paz Vega spielt Vallanzascas Kindheitsfreundin Antonella, die ihm auch während seiner Partnerschaften mit anderen Frauen helfend und beratend verbunden bleibt. Wichtiger als die Frauengeschichten sind dem Egomanen Erfolg und Ruhm im Milieu. Lange sucht er die Anerkennung des rivalisierenden und sich überlegen fühlenden Mailänder Gangsters Francis Turalello. Dieser ist noch mehr ein Schönling, wobei sein gepflegtes Äußeres in scharfem Kontrast zu seiner Brutalität steht.

    Von Michele Placido, der einst als Darsteller in den TV-Filmen „Allein gegen die Mafia“ in Deutschland bekannt wurde, erwartet man hier aber vergebens tiefere Einblicke in mafiöse Strukturen. Vallanzasca ist im Grunde ein getriebener Einzelgänger, der nichts anderes kann und will, als sich Geld mit Waffengewalt zu holen. Die Unterhaltungen, die er mit seinen Kumpanen führt – auch Moritz Bleibtreu spielt in einer Nebenrolle – sind ermüdend gespickt mit stereotypen Flüchen und obszönen Ausdrücken. Vor lauter Konzentration auf die Schurkenstücke verzichtet Placido auf psychologische Erforschung und der Film bleibt trotz seiner Überlänge merkwürdig oberflächlich.

    Fazit: Michele Placidos Porträt der italienischen Gangsterlegende Renato Vallanzasca schwankt recht oberflächlich zwischen Bewunderung und krudem Realismus.
  • Geschichte des berüchtigten italienischen Ganoven Renato Vallanzasca und seiner Gang, die in den 1970er Jahren brutal die Unterwelt von Mailand beherrschten.

    Frankreich hatte den Gewaltverbrecher Jacques Mesrine als Staatsfeind Nummer Eins, Italien seinen Vallanzasca. Beider Leben wurde verfilmt. 2008 inszenierte Jean-François Richet den zweiteiligen Spielfilm “Public Enemy No. 1 – Mordinstinkt” und “Public Enemy No. 1 – Todestrieb”. Michele Placido wagte sich ein Jahr später an den italienischen Gegenpart Renato Vallanzasca. Mögen sich auf dem ersten Blick Parallelen ergeben – beide waren Produkte ihrer Zeit, charismatische Egozentriker und bei Frauen beliebt, beiden gelangen wiederholt spektakuläre Gefängnisausbrüche. Aber Mesrine, ein Einzelgänger mit Ehre, der sein Wort hielt, wurde von der Polizei 1979 hingerichtet und zum Mythos, der eiskalte Killer und Gangsterboss Vallanzasca, genannt “il bene René” (der schöne René) büßt heute noch seine Strafe ab.

    Schon als Neunjähriger kam er erstmals mit dem Gesetz in Konflikt, nach einem Heimaufenthalt startete er eine beispiellose Kriminellen-Karriere, verprasste das erbeutete Geld in Clubs und teuren Restaurants. Mit dem berüchtigten Paten Mailands kommt es zu Revierkämpfen, die Stadt leidet unter ihrer Schreckensherrschaft, die Brutalität eskaliert bei Entführungen und Raubüberfällen, bis den gefürchteten Ganoven das Glück verlässt.

    Placido war nicht an der 1:1-Umsetzung von Vallanzascas Autobiographie und deren Wahrheitsgehalt interessiert, sondern nähert sich wie ein Insektenforscher der Titelfigur, versucht, in ein kriminelles Gehirn einzudringen und herauszufinden, was so einen Menschen antreibt, warum er der Lust am Bösen frönt und das Gute ablehnt. Dabei hastet er durch das Leben des Verbrechers, für den nicht Moral, aber ein Stück Freundschaft zählt.

    Die Unterweltgröße verkörpert Kim Rossi Stuart, der schon in Placidos “Romanzo Criminale” mitspielte, an seiner Seite steht Moritz Bleibtreu als Viertelsizilianer und Mitglied von Vallanzascas grausamer Gang. Neben dem Psychogramm eines Mannes, der skrupellos seine Rivalen aus dem Weg räumte, sind vor allem die Details interessant, Frisuren bis auf die Koteletten, Kleidung und Habitus entsprechen exakt den 1970er Jahren, das Gefühl der “milanaseti”, das Ambiente des damaligen Mailands wird auf der Leinwand wieder entdeckt. Bleibt zu hoffen, dass Placidos Werk besser an der Kinokasse reüssiert als Richets Meisterstück. mk.

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