Eltern (2013)

Eltern Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Eltern: Ehrliches Drama, in dem die Rollenverteilung in einer Familie ins Wanken gerät, als der Hausmann und Daddy in seinen Beruf als Theaterregisseur zurückkehren will.

Christine arbeitet als Anästhesistin, Konrad kümmert sich liebevoll um die zwei Kids. Beide sind happy, bis der Theaterregisseur das Angebot bekommt, die “Nibelungen” zu inszenieren – wahrscheinlich die letzte berufliche Chance für ihn. Das schnell engagierte au-pair-Mädchen ist schwanger und braucht Ruhe. Im alltäglichen Stress kommt es zu Konflikten und Eifersüchteleien. Da die beiden Töchter, fünf und zehn Jahre alt, wenig Verständnis für die neue Situation zeigen, gerät auch die Beziehung der Eltern auf den Prüfstand.

Die Rollenverteilung einer Familie gerät ins Wanken, als der Vater in seinen Beruf als Theaterregisseur zurückkehren will. Ehrliches Drama von Robert Thalheim, das hintergründig und schonungslos offen deutschen Alltag schildert.

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Kritikerrezensionen

  • Das Ehe- und Familiendrama "Eltern" schaut einem modernen Paar beim täglichen Spagat zwischen Beruf und Kindern über die Schulter. Die Aufgabenteilung funktionierte bei Konrad und Christine gut, solange er zu Hause bei den Töchtern blieb. Aber diese Weiterführung des traditionellen Prinzips, dass nur ein Elternteil arbeiten geht, war nicht als Dauerzustand gedacht. Kaum müssen sich Konrad und Christine aber absprechen und die häuslichen Pflichten teilen, gibt es Streit. Deshalb wirkt der neue Spielfilm von Regisseur Robert Thalheim ("Am Ende kommen Touristen, "Westwind") sehr nahe an der Realität, wie sie viele junge Elternpaare kennen. Aber anstatt die Tücken des Alltags komödiantisch auszuschlachten, macht "Eltern" daraus ein recht schweres, demonstratives Theater.

    Die Handlung spielt in der ersten Woche von Konrads Wiedereinstieg ins Berufsleben. Dass die Situation zuhause in dieser Anfangsphase angespannt ist, kann man leicht nachvollziehen: Wer hätte Salz kaufen müssen, wer soll das Au-Pair zum Arzt bringen und warum will Käthe nicht helfen und auf ihre kleine Schwester aufpassen? Christine fällt es sichtlich schwer, zu begreifen, dass sie nun daheim mithelfen muss. Christiane Paul verleiht ihrem Charakter zumindest anfangs mehr kühle Arroganz den Belangen der Familie gegenüber, als man sie gerade von einer Frau erwarten würde.

    Charly Hübner aber bekommt mit Konrad die schwierigere Filmrolle aufgehalst. Spielt er zunächst noch den Papa, der seinen Töchtern jeden Wunsch von den Lippen abliest und immer die Nerven behält, so schaltet er bereits nach dem ersten Arbeitstag in den Streikmodus. Stur und manchmal cholerisch muss er plötzlich ganz viel Drama verkörpern – überhaupt wirken die beiden Erwachsenen in dieser Geschichte ziemlich kindisch. Man fragt sich, warum der Wiedereinstieg Konrads ins Berufsleben so dilettantisch geplant wurde und warum es denn keine Großeltern oder Freunde gibt, die einspringen, wenn es brennt. Das Tal, das diese Familie durchschreiten muss, ist zwischendurch ein wenig zu tief für eine angemessene und gewinnbringende Behandlung des Themas.

    Fazit: Robert Thalheims Drama "Eltern" packt mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein aktuelles Thema an, präsentiert es aber etwas zu ernst und zu schwer.
  • Ehrliches Drama, in dem die Rollenverteilung in einer Familie ins Wanken gerät, als der Hausmann und Daddy in seinen Beruf als Theaterregisseur zurückkehren will.

    Traditionelle Rollenbilder verblassen, alles ist möglich. Diese von Politikern gerne als modern propagiertes Schema füllen Konrad und Christine ideal aus. Sie arbeitet als Anästhesistin, er kümmert sich liebevoll um die Kids (Christiane Paul, Charly Hübner). Beide sind happy, so scheint es. Bis der Theaterregisseur endlich wieder ein Angebot bekommt. Diese wahrscheinlich letzte Chance will er ergreifen. Nur: einer muss Verantwortung zu Hause übernehmen. Was liegt näher, als ein au-pair-Mädchen anzustellen. Leider ist die Argentinierin schwanger und braucht Ruhe. Genau die fehlt nun bald im Haushalt, denn Mutter muss in die Klinik und will ihre Karriere vorantreiben, Vater muss ins Theater, um die bisher brach liegende Karriere überhaupt noch in die Gänge zu kriegen. Konflikte und Eifersüchteleien bleiben nicht aus, wenn beide berufliche Selbstverwirklichung anstreben. Dadurch, dass die beiden Töchter, zehn und fünf Jahre alt, wenig Verständnis zeigen, gerät auch die Beziehung auf den Prüfstand.

    200000 Milliarden Euro stehen Familien in Deutschland jährlich von staatlicher Seite zur Verfügung von der Herdprämie bis zum Kindergeld. Ein hübsches Sümmchen, mehr als in jedem anderen EU-Land. Trotzdem fehlt die Lust auf Kinder. Warum, das zeigt Robert Thalheim über den Zeitraum einer Woche hinweg mal humorvoll, mal traurig, aber immer realistisch, auch wenn die Geschichte um das au-pair-girl etwas überspitzt wirkt. Die eingefahrenen Geschlechterrollen geraten ins Wanken, lang Verdrängtes wird offenbar, wenn der Hausmann auch auf berufliche Anerkennung pocht, die arrivierte Gattin durchklingen lässt, dass sie in den letzten Jahren das Geld für die Familie verdient hat. Das Sich-Einrichten der “Eltern” im status quo versagt, es dominieren persönliche Prioritäten. Thalheim verleiht keine Verhaltensnoten oder nimmt Partei in diesem turbulenten Chaos, sondern überlässt die Sympathie-Verteilung dem Zuschauer. Dabei achtet er auf kleine Details wie die Trauer der Mädels um den toten Hamster, die Unsicherheit des Regisseurs bei den Nibelungen-Proben, das Unverständnis von Christines Chef, wenn sie sich aus familiären Gründen ein paar Tage freinehmen will. Fazit: Familie ist gut, darf aber nicht stören. Ein Stück unbequeme Wirklichkeit. mk.

Darsteller und Crew

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