Elizabeth - Das goldene Königreich (2007)

Originaltitel: Elizabeth: The Golden Age
Elizabeth - Das goldene Königreich Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Elizabeth - Das goldene Königreich: Fortsetzung des siebenfach Oscar-nominierten Kostümdramas "Elizabeth" von 1998, in dem sich Königin Elizabeth I durch politisch instabile Zeiten manövrieren muss.

Gegen alle Widerstände gelang es Elizabeth I (Cate Blanchett), den Thron Englands zu besteigen und Herrscherin des größten Weltreichs des 16. Jahrhunderts zu werden. Aber der spanische König Philip II (Jordi Mollà) will mit seiner Armada den Katholizismus wiederherstellen. Während der Kriegsvorbereitungen gegen ihn verliebt sich Elizabteh in Sir Raleigh (Clive Owen), darf ihren Gefühlen aber nicht nachgeben. Ihr Vertrauter Walsingham (Geoffrey Rush) identifiziert derweil Verrät am eigenen Hof.

Neun Jahre nach dem siebenfach oscarnominierten Überraschungserfolg legt Originalregisseur Shekhar Kapur (“Die vier Federn”) die überfällige Fortsetzung nach. Erlesene Bilder und exquisite Darstellerleistungen führen in eine düstere Epoche, in der tödliche Intrigen an der Tagesordnung sind.

Den Thron hat Elizabeth I gegen alle Widerstände bestiegen, nun muss sie sich als Regentin des größten Weltreichs des größten Weltreichs des 16. Jahrhunderts behaupten. Der spanische König Philip II trachtet unverhohlen nach ihrem Thron. Während die Königin sich auf den Krieg mit Spanien vorbereitet, kann Elizabeth sich ihrer Gefühle für Sir Walter Raligh nicht erwehren, ohne ihnen nachgeben zu dürfen. Zugleich macht ihr engster Vertrauter Walsingham Verräter am eigenen Hof aus, darunter Elizabeth’ Cousine Mary Königin von Schottland.

Videos und Bilder

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Kritiken und Bewertungen

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  • „Besonders wertvoll”

    Oh, glorreiches England, so viel Geschichte, Dramen und Tragödien. Ein solch zugleich respektloser wie überschwänglicher Film über eine Figur aus der deutschen Geschichte wäre kaum denkbar. Der indische Regisseur Shekhar Kapur (Bandit Queen) inszeniert den zweiten Teil der Elizabeth-Saga teilweise wie eine Pop-Oper, in der die prachtvollen Kostüme manchmal den Darstellern fast die Schau zu stehlen drohen. Impressive Schauspielerleistungen, ein satter Soundtrack. Glanzvoll, romantisch, witzig, dramatisch und voller Kinoschauwerte.

    Jurybegründung:

    Wie schon in "Elisabeth" hat Shekhar Kapur hier wieder britische Historie in Pop verwandelt. Die historischen Vorkommnisse bilden den Anlass für grandioses Unterhaltungskino. Wenn kümmert es da noch, dass Sir Walter Raleigh während der Seeschlacht gegen die spanische Armada den englischen Boden gar nicht verlassen hat und dass nicht Elisabeth sondern Jeanne D'Arc zu Pferde und in blitzender Rüstung eine Kampfesrede vor ihren Truppen hielt ? Clive Owen sieht blendend aus, wenn er sich wie in einem Piratenfilm am Seil über die Reling schwingt, und an Cate Blanchett kann man sich in diesem Film gar nicht satt genug sehen.

    Bis in die kleinsten Gesten hinein wirkt Cate Blanchett wie königlich und gibt dem Film ein Zentrum, sodass die prächtige Ausstattung nie die Oberhand über die Geschichte verliert. Dabei bietet dieser Film auch einen Rausch aus Farben, Stoffen und Ornamenten. Und mit dem gleichen Überschwang, mit dem Shekhar Kapur hier Perücken, Kostüme und die riesigen historischen Schauplätze ausstellt, erzählt er auch. Die Episode um Maria Stuart, über die sonst ganze Tragödien verfasst wurden, erzählt er mit knappen Einschüben, die wie parallel montierte Kontrapunkte zu den Triumphen von Elisabeth wirken. Einer der dramatischen Höhepunkte ist ihr nobler Tod durch das Schwert des Scharfrichters, bei dem Samantha Morton all ihr Können aufbringen muss, damit sie sich nicht von ihrem Kleid die Szene stehlen lässt.

    Wie schon im ersten Film verkörpert Geoffrey Rush wieder mit einer undurchsichtigen Aura den Berater der Königin, Sir Francis Walsingham. Andere Figuren wie der spanische Monarch oder (in einem sehr komischen kleinen Zwischenspiel) der Erzherzog von Österreich sind effektiv zu Typen reduziert worden. Kapur ist die romantische Intrige um Sir Walter Raleigh und die Hofdame Elisabeth Throckmorton mindestens genauso wichtig wie die Seeschlacht, bei der sich das Schicksal von Elisabeth und England entscheidet.

    Hier wie dort plündert Kapur ungeniert die Genres und inszeniert ein amouröses Treffen bei Kerzenlicht genauso bildgewaltig wie den Angriff der britischen Kriegsschiffe gegen die Armada.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • "Ich habe gehört, das Volk liebt mich. Und ich trachte unablässig danach, diese Liebe auch zu verdienen." Edle Sätze, die aus einem ebenso edlen Mund kommen. Immerhin der Mund einer Königin. Eine Rolle, die von Cate Blanchett mehr ausgefüllt wird, als es ihr Regisseur Shekhar Kapur anscheinend zutraut. Denn um die königliche Würde Elisabeths einzufangen, hüllt er seine Darstellerin in kostbare Gewänder und aufwändige Accessoire-Kaskaden und lässt sie von geradezu heiligem Licht umstrahlen und das alles nur, um eine Wirkung zu erzielen, die Cate Blanchett auch ohne all das erzielen könnte und kann.

    Denn die stärksten Szenen des Films zeigen sie ganz ohne Glanz und Glorie, mit kurzgeschnittenem Haar und zweifelndem Gesicht. Eine Frau, die einen schweren und einsamen Weg gewählt hat, den sie mit Ehrgeiz, Stolz und unbedingtem Willen zur Macht geht. Dass sie dabei auch lächerlich wirken kann, indem man sie à la Braveheart auf einem arg unruhigen Pferd eine kriegerische Ansprache halten lässt, verzeiht man ihr da gerne.

    Blanchett zur Seite gestellt wurde diesmal Clive Owen in der Rolle des Sir Walter Raleigh. Beide Schauspieler sind in diesem Film als unbedingte Pluspunkte zu werten. Beiden gelingt es, ihre Rolle glaubwürdig auszufüllen, beiden gelingt die Gratwanderung zwischen Kitsch und Tragik und – was bei einem solchen Film eben auch zählt – beide sehen unglaublich gut aus.

    Und die Darsteller sind es auch, die den Film über weite Strecken retten. Ob es in erster Linie an fehlendem Geld oder an fehlender Fantasie lag, lässt sich auf den ersten Blick nicht feststellen. Ins Auge fällt jedoch sofort die Künstlichkeit der Studiosituation. Und so sieht man dann nicht etwa Walter Raleigh an Deck eines gischtumsprühten Schiffes stehen und sehnsüchtig in die Ferne blicken, sondern doch nur Clive Owen in einem trocken, von Scheinwerfern aufgeheizten Studio auf einer bewegungslosen hölzernen Bühne den gemalten Hintergrund anstarren.

    Ähnlich enttäuscht ist man bei den Schlachtenszenen auf hoher See. Denn allein mit dröhnender Musikuntermalung und üppig genutzten Zeitlupen wird auch eine kriegerische Auseinandersetzung nicht spannend. Zumal die Geschichte selbst dem Zuschauer einen Großteil der Spannung raubt. Sorgt die mächtige Intrige, die mit ebenso mächtigen Gesten ausgeführt wird, noch für gespannte Erwartung, wird der Großteil der Kinogänger durchaus wissen, was mit der spanischen Armada geschah als sie hoffnungsvoll gen England segelte. Ähnlich verhält es sich mit der schottischen Königin Maria Stuart, deren Ende man schon vor ihr kennt.

    "Elisabeth – The Golden Age" versucht an den Erfolg des ersten Teils anzuknüpfen. Bedenkt man die Strahlkraft seiner Hauptdarstellerin, könnte ihm das zumindest ansatzweise auch gelingen. Auch als pompöser Kostümfilm und als persönliches Drama einer eigenwilligen Frau kann der Film punkten. Dennoch reicht er nicht an seinen Vorgänger heran, was in erster Linie an der spannungsarmen Erzählweise und der recht fantasielosen Inszenierung liegt.

    Fazit: Der pompöse zweite Teil der Herrschaftsgeschichte Königin Elisabeths I. wird hauptsächlich von der Strahlkraft seiner Hauptdarstellerin Cate Blanchett erhellt. An den Vorgänger reicht der Film nicht heran.
  • Mit geradezu royaler Gelassenheit beherrscht Cate Blanchett Shekhar Kapurs ebenso aufwändiges wie stimmiges Historienspektakel.

    1998 war das Jahr des Durchbruchs für Cate Blanchett, als sie als “Elizabeth” Kritiker und Publikum auf den Filmfestspielen von Venedig begeisterte. Dort wurde sie jüngst für ihren Part des Bob Dylan in “I’m Not There” als beste Schauspielerin ausgezeichnet und zudem – wie auf den Filmfest Toronto auch – als regierende (Film-)Königin von “Elizabeth: The Golden Age” gefeiert. Wie die Monarchin, die sie hier zum zweiten Mal verkörpert, hat sie Stehvermögen bewiesen, sich durchgesetzt und behauptet. Nicht zuletzt ein Verdienst von Regisseur Shekhar Kapur, der sich nach seinem etwas unglücklichen Remake von “Die vier Federn” wieder in guter Form befindet. Hatte er sein Original vom Werden und Wesen der jungfräulichen Monarchin formal wie inhaltlich noch überaus streng gehalten, gibt er sich hier leichter, verspielter und zielt dabei eindeutig auf breitere Zuschauerschichten – sprich neben historischen Fakten kommen diesmal vermehrt Romanzen, Intrigen und Action zum Tragen.

    Im England des Jahres 1585 sieht sich die Königin von zahlreichen Feinden umgeben. Die Katholiken wollen Elizabeths Cousine Maria Stuart – eisig: Samantha Morton – auf dem Thron installieren und besitzen in Philip II. von Spanien einen mächtigen Verbündeten. Zudem macht ihr der Umstand zu schaffen, dass sie immer noch keinen Thronfolger zur Welt gebracht hat. Ihr loyaler Berater Sir Francis Walsingham – wieder souverän von Geoffrey Rush gespielt – drängt zur Heirat, Kandidaten aus den Adelshäusern Europas sprechen stotternd vor. Dabei hat Elizabeth längst ihr Herz verloren, höchst unstandesgemäß an den Entdecker Walter Raleigh, den ein stoppelbärtiger, verwegen dreinblickender Clive Owen in bester Piraten- und Casanova-Manier gibt. Aus Gründen der Staatsraison muss die Königin jedoch Contenance bewahren und sich mit einem Kuss zufrieden geben, ehe sie im silberner Jeanne-d’Arc-Rüstung hoch zu Schimmel ihre Truppen zum mutigen Kampf aufruft.

    Bestechend in Sachen Produktions- und Kostümdesign, verblüffend im perfekten Mix aus computeranimierten und realen Bildern (Kamera: Remi Adefarasin) lässt Kapur Englands “goldenes Zeitalter” wiederauferstehen. Verschwörer huschen durch finstere Gänge, in feuchten Kellern drehen Kerkermeister lustvoll die Streckbank, mit geblähten Segeln strebt die spanische Armada gegen Britanniens Küste, derweil der debile Philip ewig Gebete murmelnd vom Himmel auf Erden träumt. Ein “Schaustück” erster Garnitur bekommt man geboten, royal getragen von Cate Blanchett, die trotz vielfachem Kleider- und Perückenwechsel stets das Zepter fest in der Hand (be)hält und den Film nach Belieben beherrscht. Pompös schwillt der streckenweise aufdringliche Soundtrack zum Finale hin an, krachend reißen die Kanonenkugeln Löcher in spanische Bordwände, stolz wehen englische Fahnen im Wind. Britannia rules the waves, Ms. Blanchett the silver screen. Die Aussichten auf den geplanten dritten Teil der “Elizabeth”-Saga stehen wohl gut. geh.

Darsteller und Crew

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