Eine neue Freundin (2014)

Originaltitel: Une nouvelle amie
Eine neue Freundin Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (1)
  1. Ø 5
Kritikerwertung (2)
  1. Ø 4

Filmhandlung und Hintergrund

Eine neue Freundin: Tragikomödie von Francois Ozon um die ungewöhnliche Beziehung einer Frau zu einem Witwer, der gerne in Frauenkleider schlüpft.

Nach dem Tod ihrer besten Freundin Laura verspricht Claire, sich um deren Mann und das Baby zu kümmern. Durch einen Zufall erfährt sie, dass der Witwer sich gerne in Frauenkleider wirft und so dem Kind gleichzeitig Vater und Mutter sein will, aber auch um seiner geheimen Passion zu frönen. Erst wendet sie sich geschockt ab, aber bald empfindet sie eine Faszination für David/Virginia, der trotz allem Mann bleibt, und bringt ihre eigene Ehe in Gefahr.

Eine Frau lässt sich auf eine ungewöhnliche Beziehung zu einem Witwer ein, der gerne in Frauenkleider schlüpft. Faszinierende Tragikomödie von François Ozon, der ohne Voyeurismus hinter die Fassaden der Bürgertums blickt.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Mit Elementen der romantischen Komödie, des Melodrams und auch des Thrillers ist Francois Ozons neuer Film so etwas wie ein Drahtseilakt des Kinos geworden! Der kleinste Schritt daneben, könnte das ganze Kunstgebilde zerstören! Was in weniger fähigenden Händen zum totalen Albtraum missraten würde, vollbringt Ozon mit seiner berühmten Leichtigkeit. Claire (AnaÏs Demoustier) erzählt uns die Geschichte einer zwanzigjährigen Freundschaft zu Laura (Isild Le Besco). Immer stand sie im Schatten der strahlenden Blondine, doch die Verbindung überstand die Adoleszenz und auch eine Hochzeit. Eine Liebesgeschichte. Hier reiht sich der Witwer David (Romain Duris) ein, den Claire beim Rollenspeil überrascht. David will eine liebende Mutter darstellen. Mit ihrer Hilfe wird er die Welt des Shoppings und der weiblichen Freuden entdecken. Dieser Mann findet sein Glück in einer Frauenrolle und heisst nun Virginia. Für beide, Claire und Virginia, beginnt ein neues Leben, eine neue Freundschaft (obwohl Claire die Existenz Virginias verheimlicht...). Im Grunde hat Francois Ozon hier sein Spiegelbild geschaffen: Die Vorzüge von Mann und Frau in einer Person vereint. Ozon bleibt einer der kühnsten Filmemacher, besonders, wenn er sich der Sexualität von Frau und Mann annimmt. Mit Une Nouvelle Amie befindet er sich auf der Höhe seines Könnens und wird jedes Publikum intrigieren und begeistern! mehr auf cinegeek.de
  • In einem vibrierenden Spiel mit Identitäten macht François Ozon Romain Duris zur ultimativen Shopping Queen.

    Überraschungen sind bei François Ozon vorprogrammiert, immer gelingt es ihm mit leichter Hand, aus einem bekannten Thema doch noch etwas Neues herauszuholen. So wird hier die Inszenierung eines Mannes mit dem inneren Drang, Frauenkleider zu tragen zur gekonnten Inszenierung von Weiblichkeit. Was ihn interessiert, sind die Konsequenzen, die dieses Verhalten hervorruft, bei Freunden, Familie und Gesellschaft. Bei der Beerdigung ihrer besten Freundin Laura verspricht Claire, sich um den Witwer und das Baby zu kümmern. Wer nun in alter Manier ein Verhältnis zwischen den beiden erwartet, liegt falsch. Claire entdeckt bei einem spontanen Besuch, dass sich David als Frau anzieht, während er dem Baby die Flasche gibt. Erst ist sie geschockt und hält ihn für pervers, dann glaubt sie an eine Art von Trauer, wenn er die Kleider der Verstorbenen anzieht, bis die mit einem Langweiler Verheiratete merkt, welch ein immenses Vergnügen es ihm macht, seiner geheimen Passion zu frönen und an ihrer Seite als “Virginia” über die Straße zu stöckeln. Bald entwickelt sie eine Faszination für die Doppelfigur und Verständnis für deren Wünsche. Ozon sucht nicht nach Erklärungsmustern, zeichnet die Lust am Cross-Dressing in größter handwerklicher Perfektion und den Identitätswechsel ohne jeglichen Voyeurismus oder Peinlichkeit, verknüpft Komödie und Drama, schaut hinter die bürgerliche Fassade und spürt verbotene Wünsche auf.

    Der sehr lose auf Ruth Rendells Kurzgeschichte “The New Girlfriend” basierende Film erzählt auf erfrischende Weise und mit Humor von einem Befreiungsschlag – von David, der seine Heterosexualität, aber auch seine überspitzte Weiblichkeit ausleben will, von Claire, die aus ihrer Spießigkeit ausbricht und ebenfalls eine Wandlung durchmacht, äußerlich und innerlich. Optimal ist die Besetzung. Romain Duris mit knallroten Fingernägeln, blonder Perücke und High Heels als Schopping-Queen und Anaïs Demoustier, die ihre Neurosen abwirft und zu ihrem Verlangen steht, sind ein liebenswertes und vielleicht auch verrücktes Duo. Wichtig war Ozon, die Akzeptanz von Andersartigkeit jenseits von Geschlechterdefinitionen. Dazu passt das fast märchenhafte Ende. Wenn sich die kleine, vielleicht etwas ungewöhnliche Familie entfernt, erfüllt sich ohne großes Statement eine kleine Utopie. Alles ist möglich. mk.

Darsteller und Crew

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