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Ein wahres Verbrechen (1998)

Originaltitel: True Crime
Ein wahres Verbrechen Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Ein wahres Verbrechen: Entspannter Krimi von und mit Clint Eastwood, der vor allem durch die Chrakterisierung seiner Hauptfiguren überzeugt.

Journalist Steve Everett steht vor dem Scherbenhaufen seines Lebens. Als er die Aufgabe erhält, ein Interview mit dem zum Tode verurteilten Schwarzen Beachum zu führen, erwacht seine alte Spürnase. Everett glaubt dessen Beteuerungen, unschuldig zu sein, und beginnt einen Wettlauf mit der Zeit, Beweise für seine Vermutung zu finden.

Heute hat der ausgebrannte Reporter Steve Everett wirklich nichts zu lachen: Erst ein nicht geglückter One Night Stand mit einer jungen Kollegin, dann drohender Jobverlust, später hitzige eheliche Verantwortungsgefechte um das gemeinsame Kind und schließlich noch der Rückfall in den Alkohol. Wenigstens sein untrüglicher Spürsinn läßt Everett nicht im Stich. Im Verlauf einer Routinereportage über die letzten Stunden eines zum Tode verurteilten Mörders kommt er einem Justizirrtum auf die Spur und bringt sich dabei selbst in höchste Lebensgefahr.

Clint Eastwood als ausgebrannter, von privaten und beruflichen Problemen geplagter Reporter, der bei einer Reportage über einen zum Tode verurteilten Mörder einem Justizirrtum auf die Spur kommt. Mit reichlich Selbstironie von Eastwood selbst als Gratwanderung zwischen Kunst und Kommerz in Szene gesetzt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Wie zuletzt bei “Absolute Power” gelingt es Clint Eastwood auch bei diesem betont entspannten, beinahe lakonischen Thriller, einen auf Oberflächeneffekt angelegten Belletristik-Bestseller (hier von Andrew Klavan) in ein vielschichtiges Charakter-Drama zu verwandeln, ohne auch nur einen Funken an Spannung einzubüßen. Einmal mehr hochkarätig besetzt und von seinen Stars mit sichtlichem Vergnügen gespielt, ist der Krimi über einen in die Jahre gekommenen Journalisten, für den sich eine Routinereportage über einen womöglich unschuldig zum Tode verurteilten Schwarzen zur existentiellen Bewährungsprobe auswächst, eine reife Regiearbeit Eastwoods, die augenzwinkernd mit Genrekonventionen und seinem Image als unerbittlicher “Fremder ohne Namen” spielt.

    Unverkennbar ist Eastwoods Steve Everett eine logische Fortsetzung jener Figuren, wie sie der Filmemacher in all seinen Arbeiten seit “Erbarmungslos” mit Vorliebe darstellt: widersprüchliche Haudegen voller Schwächen und Idiosynkrasien, Hallodris, die unter der Last des Alters ächzen und die Konsequenzen aus einem Leben ohne Kompromisse ziehen müssen. Obwohl dem Rauhbein Everett ganz klar die Sympathien Eastwoods gehören, zeichnet der Regisseur ihn doch als Relikt einer vergangenen Zeit, der sich vor dem Scherbenhaufen seines Lebens wiederfindet und doch keinen Weg sieht, wie er sich jemals ändern könnte. Vom Alkoholismus aus der Bahn und seiner Frau aus der Wohnung geworfen, mehrfach gefeuert und auch bei seinem neuen Redakteur Bob (Denis Leary) auf der Abschußliste, weil er mit dessen Frau ins Bett geht, kann sich Everett nicht damit abfinden, daß seine Zeit abgelaufen sein könnte. Geblieben sind ihm nur ein wohl gesinnter Chefredakteur (James Woods in routinierter Hochform) und die Hoffnung darauf, daß ihn seine sprichwörtliche Spürnase aller Exzesse zum Trotz nicht im Stich gelassen hat. Sie ist es auch, die Everett sagt, daß Frank Beachum, der zwölf Uhr nachts für einen sechs Jahre zurückliegenden Mord hingerichtet werden soll, unschuldig sein könnte. Ein Besuch bei dem zum Tode verurteilten Mann und erste Recherchen am Tatort ermutigen den Journalisten weiterzuforschen…

    Erst im letzten Drittel läßt sich Clint Eastwood auf den offensichtlichen Wettlauf mit der Zeit ein, ob es seinem gestrauchelten Helden gelingen wird, das Leben eines unschuldigen Mannes zu retten. Davor bezieht “Ein wahres Verbrechen” seine Spannung vor allem aus der Fragestellung, ob sich Everetts Ahnungen erfüllen werden und er sich so nach all seinen Verfehlungen reinwaschen kann. Entsprechend vernachlässigt Eastwood den eng gesteckten Zeitrahmen als überordnendes Element und konzentriert sich auf eine faszinierende Parallelstruktur, in der er den Journalisten und den zum Tode verurteilten Mann gegenüberstellt. Während dem einen alle Möglichkeiten offen stehen, Existenz, Beruf und Familie zu meistern, und doch jede sich bietende Chance in den Sand setzt, hat der andere die Verantwortung für sein Leben übernommen, ohne daß es ihm oder anderen möglich wäre, Nutzen daraus zu ziehen. Dieser mit Eastwood-typischem Understatement ausgespielte Kniff verleiht vielen auch auf den ersten Blick leichten und humorvollen Momenten des Films eine Tiefe und Schwere, die “Ein wahres Verbrechen” aus dem Gros sinnentleerter Hollywood-Unterhaltung herausragen lassen. Daß Eastwood auch noch jede Gelegenheit nutzt, sich mit trockenem Humor über zeitgeistigen P.C.-Wahn lustig zu machen, lassen mühelos darüber hinwegsehen, daß der Regisseur beim Showdown schließlich doch noch all jene Genreklischees bemüht, die er zuvor so spielend umschifft hatte. Dazu gibt es zwei Szenen zwischen dem Star und James Woods, die selbst Eastwoods wunderbaren Dialog mit Ed Harris in “Absolute Power” in den Schatten stellen und nur ein Fazit zulassen: Clint Eastwood ist unfähig, einen schlechten Film zu drehen. ts.

Darsteller und Crew

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