Ein gutes Jahr (2006)

Originaltitel: A Good Year
Ein gutes Jahr Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (1)
  1. Ø 5
Kritikerwertung (1)
  1. Ø 3

Filmhandlung und Hintergrund

Ein gutes Jahr: Hinreißende Weinkomödie von Ridley Scott über einen abgeklärten Finanzexperten, der in Südfrankreich ein geerbtes Weingut abstoßen will.

Der Londoner Investmentbanker Max Skinner (Russell Crowe) hat ein Weingut in der französischen Provinz geerbt. Jetzt will er mal schnell nach Frankreich jetten, den ganzen Krempel in klingende Münze verwandeln und wieder heim in den Stressjob. Doch vor dieses verwerfliche Unterfangen hat das Schicksal kauzige Weinbauern, die liebreizende Landschaft Südfrankreichs und die heiße französische Kellnerin Fanny (Marion Cotillard) gestellt.

Wieder einmal wird ein karrieregeiler Yuppie von provinziellen Lebenskünstlern zum verantwortungslosen Faulpelz resozialisiert in einer vor postkartengerechten Landschaftskulissen angesiedelten Romantik-Komödie. Mit dem kleinen Unterschied, dass diesmal der Actionspezialist Ridley Scott (“Alien”, “Gladiator”) im Regiestuhl sitzt.

Der arrogante Londoner Finanzexperte Max Skinner ist nicht zuletzt wegen seiner bisweilen wenig ethischen Manöver an der Börse höchst erfolgreich. Bei einem kurzen Abstecher in die Provence will er ein von seinem Onkel Harry geerbtes Weingut abstoßen. Doch das lästige Objekt wird er nicht so schnell los, dafür sorgen ein ansässiger Weinbauer, eine lokale Schönheit, ein Mädchen, das sich als Cousine des Onkels ausgibt, und der Zauber von Südfrankreich, dem Max nach und nach verfällt.

Der hochnäsige Geschäftsmann Max Skinner hat sich in London als höchst erfolgreicher Börsenmakler etabliert, was er nicht zuletzt auch seinen unkonventionellen Methoden zu verdanken hat. Eines Tages führt ihn sein Weg in die Provence. Dort will Max möglichst schnell ein Weingut abstoßen, das er von seinem Onkel geerbt hat. Allerdings hat der eigensinnige Banker nicht mit dem Charme Südfrankreichs samt lebenslustigem Winzer und bezaubernder Café-Besitzerin gerechnet. Und so gerät sein Aufenthalt länger und länger.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

So werten die User Ø
(1)
5
 
1 Stimme
4
 
0 Stimmen
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen
So werten die Kritiker (1 Stimmen)
5
 
0 Stimmen
4
 
0 Stimmen
3
 
1 Stimme
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen

Wie wertest Du? Klicke auf einen der Sterne:

Kritikerrezensionen

  • Die Geschichte von „Ein gutes Jahr“ ist relativ einfach und schon oft erzählt worden: Ein egoistischer, mit Absicht gefühlsarmer Karrieremensch kommt aufs Land, wo er ein Leben schätzen lernt, das aus Mitmenschlichkeit und einfachen sinnlichen Freuden besteht. Man könnte das dramatisch machen, indem die Hauptfigur ihren Charakter bitter prüft, oder eine Liebesgeschichte mit schmerzvollen Wendungen durchläuft. Ridley Scott aber entscheidet sich für eine leichtfüßige Komödie mit flottem Tempo, von der letztlich nur eines länger im Gedächtnis bleibt: die Garten- und Landschaftsaufnahmen im traumhaften Sommerdunst der Provence.

    Mit der Bildarbeit, die die wunderbare Fülle und Trägheit einer ländlichen Sommeridylle einfängt, hat sich der Regisseur sichtlich Mühe gegeben. Gerne folgt man Max Skinner in das riesige alte Haus und den verwunschenen Garten mit dem Tischchen, auf dem noch die Zigarre des Onkels liegt. Diesiges Gegenlicht umspielt Weinberge und Lavendel, im entleerten Pool liegt Morast, die Wände im Haus könnten einen neuen Anstrich vertragen, doch der Verwalter ist unbeschwert und seine fröhliche Frau drückt Skinner gleich einen Kuss auf die Backe. So einladend ist die zeitlose Nostalgie hier immer, signalisieren die Lichtschleier im Grünen.

    Nur: Kann man sich eigentlich Russell Crowe auf dem französischen Land vorstellen? Nicht nur spricht er wie ein Wasserfall mit seiner Sekretärin in London, um seine Position in der Bank zu sichern, er gibt auch in allen Begegnungen mit den Einheimischen den redegewandten Engländer. Und die antworten dann auch oft ziemlich mühelos in seiner Sprache – wobei man nicht so recht weiß, ist das Schlamperei der Regie, oder soll das zeigen, dass auch in der Provence die Leute nicht mehr hinter dem Mond leben.

    „Ein gutes Jahr“ irritiert aber auch durch das Eroberer-Auftreten von Max Skinner, der seine Londoner Macher-Mentalität, sein Tempo – Tempo!, seinen zynischen Witz nicht wirklich konterkariert bekommt. Auch die französischen Charaktere geben sich mit diesen Vorgaben seltsam vertraut und antworten auf einer ähnlichen Ebene. Damit ist das Fahrwasser der Komödie klar: kommerzielle, ansprechende Unterhaltung für Städter, die sich auf dem Land nicht die Knie aufschürfen sollen. Fast schon ärgerlich wird die seichte Wandlung von Max Skinner in seinen Slapstick-Einlagen während eines Tennisspiels mit dem Verwalter.

    Die Kindheitsszenen mit dem Onkel, an die sich Max erinnert und die bukolischen Tischsitten wollen eine andere Ebene nur streifen, weil sie der Film für sein Ambiente braucht. Wenn schon Komödie, dann muss sich Ridley Scott an seinem Kollegen Robert Altman messen lassen, der es in „Aufruhr in Holly Springs“ unvergleichlich besser verstanden hat, abgebrühte Städter mit der provozierenden Langsamkeit, der störrischen Andersartigkeit des Landlebens zu konfrontieren. Leider wird den Zuspielern von Max Skinner, bis hin zu der amerikanischen Kusine, eine nennenswerte Individualität, ob witzig oder dramatisch, verwehrt. Schade, wenn Regisseure mit einer solchen Erfahrung wie Ridley Scott sich mit ihrem Potenzial und dem eines solchen Settings unter Wert beim Zeitgeist anbiedern.

    Fazit: Flache Komödie von Ridley Scott über einen Londoner Banker, der sich in der Provence in das einfache Leben, eine Frau und das dunstige Licht des Sommers verliebt.
  • In den pittoresken Weinbergen Frankreichs wandelt sich “Maximus” Russell Crowe vom bösen Börsen-Hai zum sanften Romantiker und zeigt sich von einer neuen Seite.

    So hat man den “Master & Commander” lange nicht gesehen, in den Armen einer Schönen dahinschmelzend, französische Delikatessen goutierend und bei einem “petit rouge” bebrillt über die positiven Seiten des Lebens sinnierend. Und das ausgerechnet unter der Regie von Ridley Scott, der sonst bevorzugt härtere Filmkost serviert. Im Prolog schlägt ein aufgeweckter kleiner Junge seinen lebenslustigen Onkel im Schachspiel, das französische Ambiente ist malerisch. Dann die Gegenwart. Das Kind entwickelte sich zum geldgierigen Schweinehund, der seine Kollegen (“Laborratten”) schikaniert, Kunden reinlegt und durch dubiose Geschäfte an der Börse Riesen-Gewinne kassiert. Ferien oder Gefühle kennt der smarte Londoner Yuppie nicht und als er nach dem Tod des Onkels (Albert Finney in Rückblenden) dessen Weinberg und altes Gutshaus in der Provence erbt, nimmt er sich ein paar Tage frei, um den neuen Besitz zu verscherbeln. Erst einmal trampelt er wie ein Elefant im Porzellanladen herum, verstört die munteren Franzosen, bis er sich dem “savoir vivre” nicht entziehen kann, unterstützt von den Reizen einer entzückend Kellnerin. Die Wandlung vom taffen Engländer im Maßanzug zum romantischen Engel im Schlabberlook geht flott vonstatten, auch wenn das Auftauchen einer unbekannten Cousine mit möglichem Anspruch auf das Anwesen, den Läuterungsprozess etwas hemmt. Doch die Attraktion von Sonne, Sex und Vino erweist sich stärker als der Reiz von Big Business an der Themse.

    Scott, selbst Liebhaber der Gegend, frönt offen seiner frankophilen Ader und auch seiner Bewunderung für Jacques Tati (der Crowe feindlich gesinnte Köter trägt den Nachnamen der Film-Legende). Dabei greift er immer wieder lustvoll in den Klischeetopf – der Weinbauer ein knorrig-gutherziger Knochen, die Französin an sich ein charmant-offenherziges Vollweib, das Essen ein Fest mit einem die Zunge lösenden guten Topfen Wein, die zirpenden Grillen schöner als jedes Sinfonie-Orchester. Auf den Punkt gebracht, lebt auch der unkultivierte Ausländer unter gewitzten Galliern wie Gott in Frankreich, wenn er mal das Prinzip des “laissez-faire” kapiert hat. Crowe auf dem Weg zum Connaisseur, Marion Cotillard als heißblütiges Love-Interest und Abbie Cornish als nettes Girl von Napa auf der Suche nach dem leiblichen Papa bilden ein Triangle mit funktionierender Chemie in diesem Sommerfilm, der den düsteren Herbst etwas heller scheinen lässt und bei dem alle Beteiligten wohl ihren Spaß hatten. “Ein gutes Jahr” beschert zwei knappe gute Kinostunden. mk.

Darsteller und Crew

News und Stories

  • Avatar-Upgrade für Robin Hood

    Beide rächen im Wald, aber der Avatar tuts dreidimensional. Robin Hood soll jetzt nachziehen - aber das kostet ...

  • 20th Fox: CineProject-Neuheiten im November 2009

    20th Century Fox wird am 20. November 2009 ihre Reihe “CineProject” mit acht neuen Titeln fortsetzen. Mit der Komödie “Spiel der Träume” befindet sich darunter auch ein aktueller Film, der erstmals auf DVD erhältlich sein wird. Neben Deutsch wird diese eine Tonspur in der singalesischen Originalsprache enthalten. Da die DVD jedoch keine Untertitel besitzen soll, dürfte dies für die meisten Zuschauer eher von wenig...

  • Free-TV-Premieren am Wochenende

    Am Wochenende präsentieren die Sender RTL und ProSieben wieder einige Free-TV-Premieren. Los geht es bei RTL am Samstag, 22. August 2009 um 22.05 Uhr, mit dem Actionfilm „Pathfinder – Fährte des Kriegers“. Ein kleiner Junge wird in dem Film von den Normannen bei einem ihrer Raubzüge zurückgelassen und von den dort lebenden Indianern groß gezogen. Als die Krieger 15 Jahre später zurückkehren, massakrieren sie den...

  • Jim Carrey stiehlt die Mona Lisa

    In der Komödie "Pierre Pierre" findet Carrey als freudloser Franzose bei einem Diebstahl seine Lebensfreude wieder. Regie führt Jason Reitman.

Kommentare