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Ein Freund von mir (2006)

Ein Freund von mir Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Ein Freund von mir: Zweite Regiearbeit von Sebastian Schipper über einen in sich gekehrten Versicherungsangestellten, der bei einer demütigenden Aufgabe den unbeschwerten Lebenskünstler Hans kennen lernt.

Karl (Daniel Brühl) hat es geschafft. Obgleich jung an Jahren, nennt er einen verantwortungsvollen Posten bei einer angesehenen Versicherungsgesellschaft sein eigen, fährt ein dickes Auto und wird von schönen Frauen umschwirrt. Aber ist er auch glücklich? Eine Begegnung mit dem Lebenskünstler Hans (Jürgen Vogel) lässt ihn daran zweifeln. Der zeigt ihm, wie man den Alltag noch genießen kann, was man mit einem Porsche auch machen kann, und welche Frauen einen Einsatz wirklich lohnen.

Regisseur Sebastian Schipper (“Absolute Giganten”) gewann zwei Giganten der gegenwärtigen deutschen Schauspielszene für eine entspannte Betrachtung über das Leben und die Liebe an sich.

Karl wird bei einer Versicherung als großes Talent gehandelt, aber mit seiner introvertierten Art eckt bei seinem Chef an. Zur Feldforschung wird er einen Tag lang in einen Autoverleih am Flughafen geschickt. Dort trifft er auf Lebenskünstler Hans, der den zunächst widerwilligen Karl mit verrückten Streichen aus der Reserve lockt.

Der introvertierte Angestellte Karl soll auf Anraten seines Chefs Feldforschung betreiben und einen Tag bei einem Autoverleih am Flughafen arbeiten. Dort lernt Karl Hans kennen – das glatte Gegenteil von ihm. Ein Herumtreiber, der immer für einen Scherz zu haben ist. In Hans’ Nähe beginnt Karl aufzutauen und nach dem zu streben, was Spaß macht – zum Beispiel nachts nackt in einem Porsche über die Stadtautobahn flitzen. Doch die Freundschaft wird auf eine harte Probe gestellt, als Karl sich in Stelle, die Freundin von Hans, verliebt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • „Ein Freund von mir“ von Sebastian Schipper ist, wie diese Filme über zwei gegensätzliche Männer es gerne sind, eine Art Roadmovie. Nur dass Schipper, der auch das Drehbuch schrieb, Roadmovies für ein romantisches Relikt aus den Siebzigern hält. Also entschied er sich dafür, den Film einfach auf der Straße spielen zu lassen. Das heißt hier: an heimatlosen, unwirtlichen Orten wie dem Parkhaus am Flughafen, Autobahnen, Schnellstraßen und Tankstellen. Das heißt auch: Für Sammler von Grautönen ist dieser Film eine Fundgrube – vom Grau des Regenhimmels bis zur Dämmerung, dem Asphalt, dem Beton des Parkhauses, bis zur Silbermetallicfarbe der Fahrzeuge.

    Doch zunächst zu den großen Namen des Films: Daniel Brühl als Karl und Jürgen Vogel als Hans stehen zum ersten Mal gemeinsam vor der Kamera. Tom Tykwer ist einer der Produzenten. Das sollte eine Komödie werden, aber offenbar auch eine minimalistische, postmoderne, auf jeden Fall etwas Neues. Die Begegnungen von Gelegenheitsjobber Hans, der sehr schlechte Zähne hat, mit dem überkorrekten, innerlich genervten Karl werden dabei quasi verschluckt vom schalldämpfenden Ambiente im Flughafengebäude. Dialoge entstehen, bleiben in der Schwebe, setzen bei Karl eine innere Befreiung in Gang. Jedoch besteht das Ungefähre der Handlung penetrant darauf, dass jeder Wortwechsel, jede Fahrtpause auch ganz anders hätte aussehen können.

    Konsequent bleibt das Geschehen oft komplett wortlos, nur unterlegt von reichlich Musik. Man fährt, man gibt die Autos ab, man trinkt einen Kaffee, Hans wirft provokante Bemerkungen in den Raum: Was wäre aus Karl geworden als Frau? Nonne oder Model? Aus ihm, Hans, wäre eine Stewardess geworden, wie seine Freundin Stelle, die aber wieder nicht seine Lebenspartnerin ist. Also darf Karl sich verlieben. Das geschieht in einer originellen Szene, in der Hans die beiden zu einem Improvisationsspiel auffordert: Sagt euch auf Spanisch etwas Schlechtes, dann etwas Schönes. Daniel Brühl macht das schon sehr gut, wie er den gehemmten Karl bei solchen Spielchen mit spontaner Wirklichkeit konfrontiert.

    Schließlich ist er so weit, Stelle nach Barcelona zu folgen. Aber was für eine Überraschung: Die spanische Stadt ist in haargenau das gleiche Grau getaucht wie diese trüben deutschen Industriegebiete in Nordrhein-Westfalen. Geht das nicht ein bisschen zu weit? Doch, es geht so weit, dass von der angeblich angestrebten Komödie vor lauter dezentem Understatement nichts mehr übrigbleibt. Handlung ist out, Bilder vom schauenden Karl am Straßenrand sind in – Sebastian Schipper ließ jede Szene aus verschiedenen Winkeln filmen.

    Vor einem Jahr gab es in den Kinos das Roadmovie „SommerHundeSöhne“ von Cyril Tuschi mit ähnlicher Thematik. Immerhin traute es den Figuren noch Gefühle zu, gestattete sich Halluzinationen und wilde Streitigkeiten. Und Spanien sah deutlich anders aus als Deutschland. Man wird im Fernsehen irgendwann um „Ein Freund von mir“ nicht herumkommen, dabei vielleicht die Augen schließen und die kostbare Zeit zu einem Nickerchen mit – wie altmodisch! - richtiger Traumhandlung nutzen.

    Fazit: Unverbindliche Männerfreundschaft rauscht in minimalistische Orgie der Grautöne und lässt Roadmovie und Komödie am Straßenrand im Regen stehen.
  • Sebastian Schippers zweiter Spielfilm ist ein entspanntes, witziges Buddymovie, das von seiner Atmosphäre lebt. Die Jürgen-Vogel- und Daniel-Brühl-Show schlägt auch melancholische Töne an und sollte die Besucherzahlen des Erstling locker toppen können.

    Schipper bezeichnet “Ein Freund von mir” als älteren Bruder seines Debüts “Absolute Giganten”, in dem drei Freunde einen letzten gemeinsamen Abend miteinander verbringen. In “Ein Freund von mir” skizziert Schipper den Beginn einer Freundschaft zwischen zwei gegensätzlichen jungen Männern, die etwas älter als die “Giganten” sind.

    Daniel Brühl spielt den in sich gekehrten Mathematiker Karl. Er hat einen lukrativen Job in einem Luxus-Büro, der ihn nicht sonderlich interessiert und eine schöne Wohnung, die er nicht eingerichtet hat. Jürgen Vogel spielt Hans, einen frohgemuten Lebenskünstler, dessen DAF sein ganzer Stolz und Spaß ist. Die beiden treffen sich beim Flughafen-Autoverleih. Karl wehrt zwar die freundschaftlichen Attacken von Hans ab, doch der ist hartnäckig und ringt Karl schließlich doch ein Grinsen ab. Er nimmt ihn mit zu seiner Königin, gespielt von Sabine Timoteo, in die sich Karl auf Anhieb verliebt.

    In unglaublich amüsanten Szenen muss Karl den Ex der Königin zum Kuchen einladen, während der nackte Hans sich ein Versteck in der Wohnung sucht. Witzig auch, wie Hans und Karl darum knobeln, welchen von zwei Porsche sie zurückbringen und schön romantisch, wie Hans mit spanischen Sätzen die Königin erobert. Die Chemie stimmt einfach zwischen den zwei (bzw. drei) Schauspielern und so springt – auch für den Zuschauer glaubhaft – der Funke des Glücks über von Hans auf Karl. Doch in einem Liebesdreieck fühlt Hans sich nicht wohl und zieht sich wieder zurück.

    Die schönen, ruhigen Cinemascope-Bilder (aufgenommen von Kameramann Oliver Bokelberg) von unterkühlten, gesichtslosen Räumen wie Garagenauffahrten und Flughafencafe werden durch die Figuren mit Leben gefüllt, die stimmungsvollen Musikstücke von Gravenhurst tun ihr Übriges. Trotz ruhiger Kameraführung wird auch der Rausch der Geschwindigkeit fühlbar, wenn die zwei nachts Wettrennen auf der leeren Stadtautobahn fahren oder einer neben dem vom anderen gefahrenen Wagen herrennt, um die Laufgeschwindigkeit auf dem Tacho zu messen.

    Statt auf eine stringente Handlung setzt Schipper hier noch mehr als bei “Absolute Giganten” auf Atmosphäre und Stimmung und hat recht damit. Denn nicht nur Jungs lassen sich von der Spiellaune der Hauptdarsteller anstecken, auch wenn “Ein Freund von mir” eigentlich ein Film über Männerfreundschaft und schnelle Autos ist, aber eben noch ein bisschen mehr. hai.

Darsteller und Crew

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