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Ein Atem (2015)

Ein Atem Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (5)
  1. Ø 4.8
Kritikerwertung (1)
  1. Ø 0

Filmhandlung und Hintergrund

Ein Atem: Drama um eine arbeitstätige Mutter und ihr schwangeres Kindermädchen, das zum Thriller mutiert.

Griechenland, Athen: Das Land steckt tief in der Wirtschaftskrise, die Arbeitslosigkeit steigt immer weiter an. Die junge Elena (Chara Mata Giannatou) träumt von einem besseren Leben. Deshalb plant sie auszuwandern, auch wenn sie dafür ihren Freund Costas (Apostolis Totsikas) zurücklassen muss. Elena findet einen Job in einer Bar in Frankfurt. Nach einem Gesundheitscheck werden die Zukunftspläne jedoch zerstört. Elena ist schwanger und kann dort nicht mehr arbeiten. Doch so schnell gibt sie nicht auf. Die junge Griechin findet eine neue Arbeit als Kindermädchen bei einem wohlhabenden Paar in Frankfurt. Die Familie besteht aus Tessa (Jördis Triebel), ihrem Mann Jan (Benjamin Sadler) und der kleinen Lotte. Da Tessa nach einer längeren Babypause in ihren Beruf als Managerin einsteigen will, soll Elena auf das kleine Mädchen aufpassen. Zunächst läuft alles gut. Für Elena, die viel Armut erlebt hat, scheint der gut betuchte Haushalt wie ein Paradies. Schon bald merkt sie jedoch, dass die Gastfamilie so manche Launen und Neurosen hat. Eines Tages lässt Elena das Kind bei einem scheinbar harmlosen Spaziergang kurz aus den Augen. Lotte ist spurlos verschwunden. Elena bekommt Panik und beschließt nach Griechenland zurückzukehren, um dem Zorn der Eltern und den möglichen Konsequenzen zu entgehen. Unterdessen sind die Eltern durch das Verschwinden ihres Kindes völlig aus der Bahn geworfen. Schließlich macht Jan seiner Frau bittere Vorwürfe, da Lotte nur wegen Tessas Karrierewunsch einer völlig Fremden anvertraut wurde. Tessa entscheidet sich daraufhin für einen radikalen Schritt. Sie reist nach Griechenland, um Elena und vielleicht auch ihre Tochter wiederzufinden.

Das deutsch-griechische Drama wurde von Christian Zübert („Dreiviertelmond“, “Hin und weg“) inszeniert.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Um Geschlechterrollen, Wirtschaftskrise, Schuld und Vergebung kreist Christian Züberts Mix aus Drama und Thriller, der auch mit seiner Struktur besticht.

    Zwei Frauen, zwei Schicksale. Die eine wohl situiert, die andere ohne Job und Perspektive. Die eine lebt in Frankfurt, die andere in Athen. Elena beschließt, in Deutschland ihr Glück zu versuchen, eine Freundin hat ihr einen Job in einem gut besuchten Nachtclub besorgt. Kaum in der Main-Metropole angekommen, stellt sie fest, dass sie schwanger ist. Sie muss sich nach einer anderen Arbeit umsehen und kommt bei einem jungen Paar als Kindermädchen unter. Die Frau, Tessa, will wieder im Arbeitsleben Fuß fassen, Elena soll tagsüber auf ihr Baby aufpassen.

    Eine vermeintlich einfache Geschichte, basierend auf einem Drehbuch, das Christian Zübert zusammen mit seiner Frau Ipek verfasst hat. Klar und funktional hält der ausgezeichnete Kameramann Ngo The Chau (“Banklady“) die Bilder, dynamisch ist die Inszenierung, präzise werden die Charaktere gezeichnet und in ihrem Milieu verankert. Als Drama über die Wirtschaftskrise beginnt “Ein Atem”, erzählt aus Elenas Blickwinkel. Entschlossen setzt sich zunächst die junge Frau im Kapitel “Elenas Reise” in den Bus. Genervt von ihrem antriebsschwachen Freund, der in Athen als Fremdenführer “Crisis Tours” anbietet, macht sie sich auf die Suche nach einem besseren Leben.

    Nur um bei der (zunächst) wenig sympathischen Tessa zu landen, die meint, Kinderbetreuung mittels Excel-Tabelle organisieren zu können. Wenig Mitgefühl bringt sie für die junge Griechin auf, zur Katastrophe kommt es, als das Kleinkind aus seinem Buggy verschwindet – und mit ihr die Nanny. Perspektivwechsel. “Tessas Reise” steht nun an – der Film mutiert zum Thriller. Dabei bleibt der Regisseur hautnah bei seinen vielschichtigen Figuren und deren Emotionen. Es geht nicht um das, was passiert, sondern das, was die Geschehnisse mit den Personen machen. So sind Zuschauer wie Protagonisten einem ständigen Wechselbad der Gefühle ausgesetzt.

    Zübert, gewohnt stark in punkto alltagsrealistischer Sprache und natürlich wirkenden Dialogen, bezieht nie Stellung. Er wertet nicht, beobachtet nur und man beginnt die Frauen gleichermaßen zu schätzen und verstehen – in ihrer Wut, ihrer Trauer und ihrem (Un-)Glück. Ob nun die stets überzeugende Jördis Triebel als gestresste Wohlstandsmama oder die ausdrucksstarke Newcomerin Chara Mata Giannatou als überforderte Migrantin, die beide ihren schwachen Männern überlegen sind. Sie sind nur zwei Seiten einer Medaille, siehe Titel – zwei Frauen, ein Schicksal. geh.

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