Drum (2004)

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Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Drum: Drama über das Schicksal des schwarzen Journalisten Henry Nxumalo, der seine kritische Berichterstattung in den 50ern in Johannesburg mit dem Leben bezahlte.

Im Südafrika der 50er Jahre bestreitet der schwarze Journalist Henry Nxumalo (Taye Diggs) seinen vergleichsweise luxuriösen Lebensunterhalt mit dem Verfassen von Boulevard-Stories für das beliebte Kulturmagazin “Drum”. Da bringt ihn die politisch bewusste Ehefrau auf den Gedanken, sein Talent doch mal zugunsten der Unterdrückten einzusetzen. Kurzentschlossen heuert Henry für eine Reportage undercover auf einer Burenfarm an und tritt mit seinen Enthüllungen prompt eine Lawine los.

Zur Abwechslung mal kein weißer Liberaler, sondern ein schwarzer Bildungsbürger ist der Held eines Apartheitsdramas in dieser südafrikanisch-deutsch-amerikanischen Co-Produktion frei nach einer wahren Geschichte.

In den 50er Jahren im Township Sophiatown bei Johannesburg treibt der schwarze Journalist Henry Nxumalo die Politisierung und Auflage der Illustrierten “Drum” durch seine gut recherchierten Artikel voran. Durch seine investigative Arbeit gerät er jedoch schnell ins Visier rassistischer Machthaber, die keine Kritik dulden.

Südafrika in den 50er Jahren. Der schwarze Sportjournalist Herny Nxumalo arbeitet für das Klatschblatt “Drum”. Als er eines Tages davon Wind bekommt wie brutal afrikanische Arbeiter auf einer Farm ausgebeutet werden, deckt er unter Einsatz seines Lebens den Skandal auf. In der Folge avanciert die Boulevardzeitung zu einem Politmagazin, das sich mit seiner Berichterstattung viele Feinde in hohen Regierungskreisen macht. Als Henry auf eine politische Verschwörung stößt, geraten er und seine Familie in die Schusslinie der Mächtigen.

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Kritikerrezensionen

  • „It’s too bloody to ignore.“ Diesen Satz legt Regisseur Zola Maseko seiner Figur Jim Bailey in den Mund, dem britischen Redaktionsleiter des „DRUM“-Magazins. Ein Satz, der auch als Antwort auf die Frage nach dem Sinn dieses Films dienen könnte. Denn in der Tat sollte man die jüngere Geschichte Südafrikas nicht ignorieren, sondern daran erinnern, indem man ihr einen Film widmet.

    Mit „die jüngere Geschichte Südafrikas“ ist in diesem Fall der beginnende Widerstand gegen das Apartheid-Regime zu verstehen, genauer, dem allmählich aufkeimenden Widerstand, der von dem Magazin „DRUM“ und dessen Starreporter Henry Nxumalo ausgingen. Dabei sind Figuren und Haupthandlung keinesfalls fiktiv. Und genau das sorgt für eine sich langsam aufbauende, unangenehme Spannung.

    Im Johannesburg der Fünfziger scheint es für die schwarze Bevölkerung genau zwei Wege zu geben, mit ihrer Situation umzugehen. Sich zu verstecken, oder den Schmerz über die entmenschlichenden Verhältnisse mit Alkohol zu betäuben. Erst langsam wächst der Widerstand gegen die Lage, in die sie gezwungen werden und auch Henry Nxumalo muss erst in der Realität ankommen, bevor er sie bekämpfen kann.

    Dem Regisseur gelingt es, schockierende Szenen gewalttätiger Übergriffe mit der beeindruckenden Liebesgeschichte zwischen Florence und Henry Nxumalo abzuwechseln und das Ganze mit dem schwungvoll-jazzigen Lebensgefühl der Fünfziger in „Sophiatown“ zu garnieren, ohne dabei die Balance zu verlieren. Der Film gleitet weder ins Theatralische noch ins übertrieben Moralische ab.

    Er ist vielmehr ein ockerfarbenes Spiegelbild, das uns einen Blick in die Vergangenheit werfen lässt. Dabei ordnet sich der Tatsachenbericht zwar den Regeln eines Spielfilms unter, das entzieht ihm jedoch keinesfalls seinen Anspruch auf Authentizität. „DRUM“, der aus der Perspektive der Betroffenen erzählt, ist nicht nur ein Manifest gegen Entmenschlichung und den Aufbau von Rasseschranken, sondern auch eine nostalgische, liebevolle Erinnerung an einen lebendigen, hoffnungsvollen Ort, der vom Rassenwahn zerstört wurde.

    Fazit: Ein gut ausbalancierter, gelungener Film gegen Entmenschlichung und Rassenwahn.
  • Der südafrikanische Regisseur Zola Maseko schildert in diesem Drama das Schicksal des schwarzen Journalisten Henry Nxumalo, der Anfang der 50er Jahre für das Lifestyle-Blatt “Drum” brisante gesellschaftspolitische Themen aufgriff und seine kritische Berichterstattung mit dem Leben bezahlte.

    Es gab um Johannesburg nicht nur Townships wie Soweto mit seinen medial ausgeschlachteten Ausschreitungen, sondern auch unbekannte wie Sophiatown. In den 50er Jahren konnten farbige Südafrikaner sich dort ohne Erlaubnis niederlassen, Menschen verschiedener Rassen Häuser kaufen und in relativer Toleranz miteinander leben. Trotz Armut, Gewalt und sozialer Missstände entwickelte sich das Viertel zum “swinging” multikulturellen Treffpunkt von Künstlern, Journalisten und Bohémiens, auch wenn einen Steinwurf weiter Gangster ihr mörderisches Geschäft betrieben.

    Nicht durch die Brille eines liberalen Weißen (wie in “Cry Freedom”), sondern durch die des im Exil geborenen Zola Maseko, Mitglied des bewaffneten Flügels des A.N.C. von 1987 bis 1989, wird die Politisierung der Illustrierten nachgezeichnet, die unter dem englischen Gutmensch-Verleger (raue Schale, weicher Kern) mit Artikeln über Sport, Klatsch, Kriminalität, Musik und Sex bei der urbanen schwarzen Mittelschicht gut ankommt. Aber erst durch den investigativen Journalismus des Schwarzen Henry Nxumalo und seines deutschstämmigen Fotografen steigt die Auflage rapide – ein Grund mehr, die Recherchen weiterzutreiben. Mal arbeitet Henry undercover auf einer Buren-Farm als Leibeigener oder lässt sich ins Gefängnis einweisen, seine auf Fakten basierenden Berichte decken schlimmste Misshandlungen und Ungerechtigkeiten auf. Als er die Pläne der Stadtverwaltung anprangert, das beliebte Viertel aus Gewinnsucht platt zu machen und die Bewohner zu vertreiben, gerät er endgültig ins Visier rassistischer Machthaber, die keine Kritik dulden – und schon gar nicht von “Kaffern”.

    Maseko vermeidet die Story vom strahlenden Helden, erzählt von der Zeit kurz vor der Einführung verschärfter Rassengesetze mit ihrer lebendigen Kultur, vom Leben in Hinterhöfen und Jazz-Kneipen, wo die Menschen ihre alltägliche Demütigung mit Whisky runterspülen und feiern, als wäre es das letzte Mal, und er macht auch einen Schlenker auf die Anfänge des A.N.C und des jungen Nelson Mandela. Allerdings stürzen die zahlreichen und komplexen Themenbereiche wie Korruption, Polizeibrutalität, Sklaverei oder Verbot sexueller Beziehungen zwischen Schwarzen und Weißen auf den Zuschauer ein, werden gewissenhaft abgehakt.

    “Drum” ist kein cineastischer Meilenstein, orientiert sich an amerikanischer Fernseh-Ästethik und will nicht mehr sein als solides, ehrliches und politisch korrektes Kino. Stärke und Schwäche liegen in der verblüffenden, anfänglich irritierenden, dann anrührenden Einfachheit der Narration. Die Dramatik legt gegen Ende so richtig zu. Der zutiefst bewegende Schluss versöhnt mit jeglichen Mängeln. Dieses Porträt eines kaum wahrgenommenen Südafrika ist schon wegen der Schauspieler, allen voran Taye Diggs, sehenswert. mk.

Darsteller und Crew

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