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District 9 (2009)

District 9 Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

District 9: Verstörend realistischer Actionthriller über den rücksichtslosen Umgang mit hilflosen Aliens, die eine mysteriöse DNA besitzen.

Im Jahre 1982 macht ein riesiges Alien-Raumschiff Halt über Johannesburg in Südafrika. Die Menschen bekommen es mit der Angst zu tun, denn sie fürchten sich vor einer Alien-Inversion. Doch drei Monate lang passiert nichts, weder bewegt sich das Raumschiff, noch kommen Lebewesen aus ihm heraus. Die Menschen wollen nicht länger warten sondern wissen, was die Besucher vorhaben und so beschließen, sich Zutritt zum Raumschiff zu verschaffen.

Dort angekommen finden sie über eine Million insektoide Außerirdische vor, die sich in einem gesundheitlich schlechten Zustand befinden. Die Menschen möchten die Wesen hier nicht sterben lassen und richten ein Flüchtlingslager mit dem Namen „District 9“ ein, was sich jedoch schnell zu einem riesigen Slum voller fremder Wesen entwickelt. Anfang des 21. Jahrhunderts leben beinah 1,8 Millionen Wesen im District 9 und um die Ordnung aufrecht zu erhalten, wurde eine eigene Organisation gegründet, die allein für die Überwachung dieses Distrikts zuständig ist: Multinational United (MNU), ein privates Sicherheits- und Militärunternehmen.

Diese sind jedoch weniger daran interessiert den Außerirdischen ein gutes Leben zu bescheren, sondern wollen vor allem ihre Waffentechnik erforschen und für sich nutzbar machen. Das Problem an der Sache: Um die Waffen der Außerirdischen nutzen zu können benötigt man auch außerirdische DNS, sonst sind diese nutzlos. Im Rahmen einer geplanten Umsiedlung der Aliens hat der MNU-Beamte Wikus van de Merwe (Sharlto Copley) Kontakt mit einer Flüssigkeit, die seine DNS verändert. Er ist der erste Mensch, der die Waffen nutzen kann und plötzlich haben es alle auf ihn abgesehen, was ihn zum meistgesuchten Mann der Welt werden lässt.

Videos und Bilder

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Science-Fiction endlich wieder als relevante Größe: Wer dieses Jahr nur eine einzige Kinokarte kauft, hebt sich sein Erspartes besser für „District 9“ auf.
  • Mit Peter Jackson als Produzent im Rücken realisierte der 29-jährige südafrikanische Effektespezialist Neill Blomkamp ein effektives Regiedebüt, das in Fankreisen schon jetzt als moderner Klassiker gefeiert wird.

    “District 9″ ist der persönliche Triumph, der auf eine schmerzhafte Niederlage folgt: Neill Blomkamp war von Peter Jackson eigentlich als Regisseur der aufwändigen Videogame-Verfilmung “Halo” ausgewählt worden. Als das Projekt von Universal nach halbjähriger Entwicklung abgeblasen wurde, ließ Jackson seinen Protegé nicht fallen: Er sicherte ihm 30 Mio. Dollar Budget zu, um aus der Prämisse seines sechsminütigen Kurzfilms “Alive in Joburg” von 2005 einen Science-Fiction-Stoff in Spielfilmlänge zu machen, in dem es um das nicht ganz so harmonische Zusammenleben von Menschen und Außerirdischen im Johannesburg der Gegenwart geht. Die Mischung aus Fantasy und Realität, um eine als alltäglich empfundene Unmöglichkeit in einem wiedererkennbaren, nachvollziehbaren Hier und Jetzt, ist denn auch der Clou, das gewisse Etwas, das District 9 bereits konzeptionell aus dem Gros vergleichbarer Genreprodukte, ganz besonders J.J. Abrams ähnlich gestricktem, aber längst nicht so überzeugenden “Cloverfield”, herausragen lässt.

    Blomkamps Film ist durchdachter, runder, mit mehr Selbstbewusstsein und klar definierter Vision realisiert. Er nutzt seinen Lo-Fi-Look gezielt zu seinem Nutzen, denn die Effekte sind in die aus der Hüfte geschossenen Action so brillant und souverän integriert, dass man sie als solche gar nicht wahrnimmt. Tatsächlich wäre es gar nicht nötig gewesen, die erste Hälfte als Pseudodokumentation im Stil von “Mann beißt Hund” oder “Blair Witch Project” zu inszenieren, um das Publikum von der Unmittelbarkeit des Gezeigten zu überzeugen. Der zweite Teil, mehr im Stil eines “RoboCop” oder “Starship Troopers” gedreht, entfaltet eine deutlich höhere Sogwirkung und ist stellenweise einfach richtig gut. Da hat man dann auch längst die etwas mühsame Exposition hinter sich gelassen, in der Blomkamp sein Filmuniversum erklärt.

    28 Jahre sind vergangen, seitdem ein gewaltiges Raumschiff über Johannesburg strandete, das seither wie ein kleiner Bruder der Zerstörungsmaschinen aus Independence Day im Himmel hängt. Seine Insassen, ein insektenartiges Volk ohne erkennbare Anführer oder Hierarchie, werden in einem Township – dem District 9 – angesiedelt, wo sie sich rasend vermehren, ohne jemals soziale Strukturen zu entwickeln. Den Menschen sind die Fremden ein Dorn im Auge, gewaltsame Übergriffe sind an der Tagesordnung, bis die “Prawns” (Garnelen), wie die Außerirdischen abschätzig getauft wurden, in ein neues Lager weit außerhalb Johannesburgs gebracht werden sollen. Die eigentliche Handlung setzt mit dieser gewaltsamen Deportation ein, mit der der unscheinbare Regierungsagent Wikus van der Merwe beauftragt wurde, ein kleines Licht im Gefüge der undurchsichtigen Multi-National United, der seine Aufgabe nicht hinterfragt und so ernst nimmt wie er seine Frau und Kinder liebt. Als er mit einer ungewöhnlichen Substanz in Verbindung kommt, setzt ein Mutationsprozess ein, der sich am ehesten mit der Verwandlung von Jeff Goldblum in “Die Fliege” vergleichen lässt, ohne allerdings David Cronenbergs Aids-Metapher zu vertiefen: Blomkamp spielt eher mit grundlegenden Gedanken von Anderssein und Menschlichkeit. Van der Mewe wird fortan von den eigenen Leuten und einer Gruppe nigerianischer Gangster gejagt und findet Zuflucht ausgerechnet im District 9.

    Was gerade noch als menschliches Drama ebenso gut funktionierte wie als – bisweilen heikle – soziopolitische Satire im Stil der Hollywood-Filme Paul Verhoevens, wandelt sich nun in einen kompromisslosen Überlebenskampf, der genug Überraschungen bereit hält, um sich seine Originalität bis zum letzten Dreh bereit zu halten, obwohl offensichtlich wird, dass Blomkamps Mühen um Authentizität sich auf ein Weltverständnis beruft, das weniger mit der Realität als mit seinen einschneidenden Filmerlebnissen seiner Jugend zu tun hat. Dennoch ist “District 9″ ein Erlebnis, zumal Hauptdarsteller Sharlto Copley, ein enger Freund Blomkamps ohne vorherige Darstellererfahrung, als kafkaesker Sympathieträger in den Mühlen höherer Gewalten – ähnlich wie Jonathan Pryces Sam Lowry in Brazil, aber mit dem Aussehen des jungen Robert De Niro – ausgezeichnet ist. Weil ein durchschlagender Welterfolg zu erwarten ist, darf man sich jetzt schon auf Blomkamps angekündigte Fortsetzung (und ein mögliches Prequel) freuen: Aliens sind die besseren Menschen. Und Filmhelden. ts.
  • Ganz groß ist der – eigentlich mit 30 Mio. Dollar recht günstige – Film des Südafrikaners Neil Blomkamp, der hier mit Unterstützung von Peter Jackson und vor allem dessen Effektschmiede Weta das Science-Fiction-Genre gehörig aufmischt. Dabei bürstet „District 9“ eigentlich nur zu Beginn gehörig gegen den Strich: In einer „Dokumentation“ wird die Vorgeschichte der „Prawns“ erläutert, „Reportage“-Bilder geboten, Interview-Ausschnitte eingestreut und Wikus von der Schreibtisch- bis hin zur Feldarbeit begleitet, wo er mit Klemmbrett bewaffnet sich gegen die private Sicherheitsfirma nicht dursetzen kann oder treudoof durch das Shantytown stolpert, um eine lächerliche Papierordnung aufrechtzuerhalten.

    Wie eine grandiose Satire mutet das an – und erinnert schon an den bitterbösen dänischen „How to Get Rid of Others“. Was dabei so nebenbei alles in „District 9“ und sein Szenario gepackt wird, verblüfft: von „Blackwater“-Söldnern wie im Irak und afrikanischen Warlords über die Hilflosigkeit der UNO und ihrer humanitären Beobachtereinsätze bis hin zu Gettoisierung und Rassismus gerade der Schwarzen, gerade in Südafrika.

    Nach und nach kippt der Film freilich ins konventionellere Erzählen, und wie dabei der Depp Wikus (überraschend: Sharlto Copley) immer mehr von der Witzfigur zum tragischen Helden wird, zeigt vielleicht besser als alle Effekte, wie gut Blomkamp hier seinen originellen Stoff in der Hand hat – selbst wenn dieser letztlich das Genre nicht neu erfindet. Wie in John Carpenters „They live“ (1988) und ähnlichem ist Wikus schließlich ein von allen Gehetzter, bleibt aber doch ein hilfloser und verzweifelte Aktenreiter. Selten hat man mehr mit einem Sci-Fi-Helden gelitten. Und zu leiden hat Wikus einiges: Per Zufall mit einer Substanz in Berührung gekommen, verwandelt er sich immer mehr zu einem der Außerirdischen, was gehörig an Cronenbergs „Die Fliege“ gemahnt. Vor allem, was den Ekelfaktor betrifft.

    Die Militärs wollen ihn ausschalten, Wissenschaftler und Geschäftemacher zerlegen und der afrikanische Warlord seine „Macht“ über die Alien-Waffen, die Wikus seine Veränderung beschert. Daraus zaubert der Film schließlich ein furioses Actionfeuerwerk im verdreckten Wellblech-Distrikt. Die Effekte sind dabei – wie auch bei der Gestaltung der „Prawns“ bzw. ihrer Animierung –nicht fantastisch neu in der Qualität, jedoch sehr gut und vor allem überaus effizient.

    Dass dann doch der tapfere Papa-Insektoid und sein kleiner Sohn ein wenig zu rührig geraten, geht in Ordnung – nimmt aber, wie manch andere Zugeständnisse ans klassische Hollywood-Erzählkino, „District 9“ einiges an seiner Wucht. Trotzdem: Ein Film mit unerhörtem Wumms!

    Fazit: Mitreißender und tiefgehender Film, der – stellenweise recht boshaft – das Sci-Fi-Genre nicht neuerfindet, aber gehörig aufmischt.
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